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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Telekom mit Frauenquote

 Rochus Wolff   15. März 2010
 Frauenförderung, Kapitalismus

Die Deutsche Telekom führt, die magentafarbenen Spatzen pfeifen es ja von den Dächern, führt bis zum Jahr 2015 eine 30-Prozent-Frauenquote für Führungspositionen in ihrem gesamten Unternehmen weltweit ein.

Das ist eine ziemlich wuchtige Meldung, und die Telekom preist sich in der zugehörigen Pressemitteilung natürlich kräftig selbst – auch wenn René Obermann im ersten zitierten Statement erst einmal auf Defensive macht: “Mehr Frauen in Führungspositionen ist kein Diktat einer falsch verstandenen Gleichmacherei.”

Das wissen andere mindestens schon seit Jahrzehnten (wie sie vielleicht auch das Konzept der “gläsernen Decke” kennen, das in dem Text bemüht wird), aber es ist natürlich schön, wenn ein aller revolutionärer Umtriebe verdächtiges Wirtschaftsunternehmen auch einmal Anschluß an progressive politische Positionen sucht und vielleicht findet.

Was von der Quote dann wirklich umgesetzt wird, wissen wir vielleicht in vier, fünf Jahren. Erst einmal ist interessant, daß das Unternehmen gleich noch die Bundesfamilienministerin als Kronzeugin zitiert, die erst vor ein paar Tagen Quotenregelungen allenfalls als freiwillige Initiative von Unternehmen gelten lassen wollte – eine Position, die sie auch hier wieder bestätigt sieht – einen großen Widerspruch zu ihrer letzten Rede sehe ich jedenfalls, anders als die taz, nicht.

Richtig interessant wäre es aber noch, zu den am Schluß der Telekom-Pressemeldung versteckten zusätzlichen Maßnahmen mehr zu erfahren:

Mit der Entscheidung für einen systematischen Aufbau weiblicher Talente in Führungspositionen baut die Deutsche Telekom auch ihr Programm zur Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben aus. So werden Elternzeitmodelle, Teilzeitmodelle für Führungskräfte, flexible Arbeitszeitmodelle und Kinderbetreuungsangebote ausgeweitet sowie praktische Unterstützungsleistungen im Alltag angeboten.

Denn ich möchte doch sehr hoffen, daß diese Angebote – Elternzeit, Teilzeit etc. – auch und insbesondere für die Männer/Ehemänner/Väter gedacht sind. Ansonsten wird, fürchte ich, auch die begrüßenswerte Frauenquote wenig nachhaltige Änderungen bewirken können.

 
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2 Kommentare

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  1. [...] deshalb ist eine Frauenquote, wie jetzt von der Telekom eingeführt, eine sinnvolle Sache (wenn auch nicht der Weisheit letzter Schluß), weil sie diese [...]

  2. [...] Telekom geht mit gutem Beispiel vorraus und hat sich selbst eine Quote von 30 % auferlegt. Das Genderblog begrüßt diesen überfälligen Schritt, ist aber noch etwas skeptisch was die Umsetzung [...]

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