Eine Arena für Homophobie?
Daß die heute zu eröffnende “O2-Arena” in Berlin nicht eben mit Preisen für architektonische Schönheit überhäuft werden wird, dürfte wohl klar sein – die taz kommentiert das mit den Worten:
Bis dato hat die Anschutz Entertainment Group darauf verzichtet, den Architekten zu nennen. Das ist angesichts des ersten Eindrucks sogar verständlich.
(Das Innere des Baus, das soll nicht verheimlicht werden, wird im gleichen Artikel noch ausführlich gelobt.) Aber hier soll es gar nicht primär um das Aussehen dieses Baus gehen, noch nicht einmal um die ganzen städtebaulichen Fragen, sondern um den erneuten Hinweis auf des Hauptinvestors politischen Hintergrund, den Peter Schmitz von den Spreepirat_innen im gestern publizierten Interview mit der taz noch einmal kurz umrissen hat:
Philip Anschutz, einer der reichsten Männer der Welt, ist ein wichtiger Förderer rechtsreligiöser Gruppen in den USA. So unterstützt er zum Beispiel die Gruppe Colorado for Family Values, die gegen die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen kämpft und die These vertritt, Homosexualität führe zu Pädophilie und Kindesmissbrauch. In London haben Bürgerrechtsgruppen, die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzen, deshalb zu einem Boykott der Halle “The O2″ aufgerufen, die ebenfalls von Anschutz betrieben wird.
Anschutz hat nicht nur ein auf fünf Milliarden Dollar geschätztes Privatvermögen, sondern setzt dies auch für seine politischen Ziele ein. Ein Mittel seiner Arbeit ist dabei die Firma Walden Media, die zum Beispiel die ziemlich problematische Verfilmung der eh’ schon christlich-konservativen Chroniken von Narnia mitproduziert hat.
Natürlich wird man jetzt nicht homosexuellenfeindlich, weil man in die “O2-Arena” geht. Aber wissen sollte man’s. Und demonstrieren wird man ja wohl auch noch dürfen.
(Mit Dank an Michael für den Hinweis!)
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[...] Eine weitere Seite war durch das teilweise queere Erscheinungsbild des Protest repräsentiert, damit wollten einige ein Zeichen gegen den homophoben Investor Anschütz setzen. Siehe auch Ankündigung im genderblog. [...]