Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Kurz verlinkt in dieser Woche (1.8.2008)

 Rochus Wolff   1. August 2008
 Kurz verlinkt

Kurze Hinweise auf interessante Texte anderswo – was sich im Laufe dieser Woche so ansammelte.

Hinweise auf interessante Seiten sind stets willkommen.

 
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3 Kommentare

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  1. Lieber Rochus,
    der von Dir verlinkte taz.de – Artikel ist in meinen Augen ein schönes Beispiel für den männerfeindlichen Sexismus, der in der heutigen Gesellschaft schon so alltäglich geworden ist, dass er sinnerfassendes Lesen zu erschweren scheint.
    In der erwähnten Studie wurde nämlich zum ersten Mal nach sexueller Gewalt gefragt, der JUNGEN, nicht Kinder, wie Du schreibst, zum Opfer fielen.
    Ich gebe zu, das wird in dem taz – Artikel nicht recht deutlich. Dazu muss man schon die Studie selbst lesen.
    Wie ja auch mit keinem Wort der hohe Anteil weiblicher Täter Erwähnung findet:
    44 % der 18jährigen Schüler berichten davon, in ihrem bisherigen Leben schon einmal sexuelle Gewalt erfahren zu haben, 31 % von einem männlichen Täter, 44 % von einem weiblichen Täter, 27 % sowohl von männlichen als auch weiblichen Tätern.
    Hier nachzulesen auf Seite 3 der Studie:
    http://www.equityhealthj.com/c.....6-7-20.pdf

    Ist es nicht bezeichnend, wie sinnentstellend berichtet wird, wenn nicht Frauen, sondern Männer als Gewaltopfer im Mittelpunkt einer Untersuchung stehen, was ja ohnehin selten genug der Fall ist, und Frauen einen erheblichen Anteil unter den Tätern stellen?

  2. Anmerkung zu meinem ersten Kommentar:

    Hier, in der Montreal Gazette, kann man nachlesen, wie eine sachlich korrekte Berichterstattung über die südafrikanische Studie aussieht:
    http://www.canada.com/montreal.....860553bd04
    Man vergleiche mit dem irreführenden taz-Artikel.
    Dann weiß man, was mit antimännlichem Sexismus in einer antisexistischen Zeitung wie der taz, die doch gegen Diskriminierung kämpft, wenn auch offenbar nur so lange, so lange es sich nicht um männliche Opfer handelt, gemeint ist.
    Bisher ist übrigens noch kein richtig stellender Leserkommentar zu dem Artikel veröffentlicht worden, obwohl zumindest ich einen verfasst und abgeschickt hatte mit Verlinkung der Studie.

  3. Völlig einverstanden mit deinem Kommentar, Alexander R.!

    Eine korrekte Darstellung der Ergebnisse dieser Studie von epochalen Ausmassen lässt sich auch an einer deutschsprachigen Quelle finden:
    http://tabasco22.wordpress.com.....her-tater/
    Eine Grafik zeigt dort auch, wie sich die Betroffenheit der Schüler über die verschiedenen Altersstufen verteilt.
    Man muss dazu sagen, dass die weiblichen Täter erst auf den höheren Altersstufen der Betroffenen zu überwiegen anfangen. Jüngere Knaben werden häufiger Opfer männlicher Täter. das macht die Befunde dieser Studie insgesamt nur glaubhafter. Denn ein Grund, warum Resultate wie diese so schwer rezipiert werden – siehe den Lapsus der TAZ – liegt, neben einem mittlerweile schon institutionalisierten Gender-Wahrnehmungs-bias (worauf Du richtig hinweist) eben auch letztlich in anatomischen und physiologischen Zusammenhängen (was sollen/wollen Frauen mit vorpubertären Jungs?).
    Indirekt und teilweise ist die sich nun anbahnende Entdeckung weiblicher Täterschaft eine Folge der Ausdehnung der Kategorie “Kindheit” bis hinauf zum 18. Altersjahr, nachdem die Definition von “Kindheit” eh längst biologische Anhaltspunkte hinter sich liegen gelassen hat. So gibt es denn immer mehr sexuellen “Kindes-”missbrauch, und zunehmend weibl. Täter. (Allerdings nicht nur deswegen.)

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