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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Im Grenzbereich zwischen Kopf und Bauch

 Rochus Wolff   16. Juni 2008
 Allgemeines

Wenn man Intelligenz mit IQ verwechselt…

Unumstritten ist, daß das Gehirn bei Männern im Durchschnitt größer ist als bei Frauen. Allerdings auch, daß deren System vernetzter ist. Doch eine stärkere und vor allem ständige Verbindung beider Hirnhälften – die emotionale und die rationale Seite – hat nicht nur Vorteile. [...]
Die Behauptung, Frauen könnten schlechter einparken als Männer – einst Inbegriff eines Klischees und einer politischen Unkorrektheit – kann sich inzwischen auf wissenschaftliche Untersuchungen berufen.

(File under: Keine Ahnung haben, aber trotzdem Geld für Texte kriegen.)

 
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6 Kommentare

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  1. Ich frage mich bei solchen Kommentaren hier leider immer, warum in Bezug auf Klischees immer nur mit Polemik geantwortet wird und nicht ernsthafte Versuche, neurobiologische Geschlechterdifferenzen wissenschaftlich zu fassen – oder diese Forschung zu publizieren – dagegen gesetzt werden… z.B. die 3Sat Reihe “Expeditionen ins Gehirn” (oder so ähnlich), die sich als Teil des Doku-Sommers in der dritten Folge am vergangenen Donnerstag explizit mit der Frage auseinander setzte, welche Konsequenzen Geschlechtshormone auf die menschliche Neurobiologie haben und warum es viel mehr männliche Savants gibt als weibliche und wie Autismus mit Testosteron zusammenhängt und was das etvl. über Klischees und deren wahren Kern aussagen könnte.

  2. Tobias, touché. Wahrscheinlich nehmen wir uns hier zu selten Zeit und Raum dafür, solchen Biologismen Argumente entgegenzusetzen. Andererseits sollte das auch einmal systematisch geschehen und nicht in Reaktion auf einzelne, immer wieder dumme Artikel. Denn ein Klischee ist schnell hingerotzt, eine gern wiederholte Meinung leicht noch einmal aufgeschrieben; eine gründliche Klärung hingegen braucht vor allem Zeit.

    Und daran, in diesem Fall, mangelt es gerade: Ich habe schlichtweg anderes zu tun. Zudem empfinde ich konkret die Welt, die gerade in Geschlechterfragen sehr oft nicht oder schlecht Recherchiertes hinschreibt und abdruckt, kaum als satisfaktionsfähig.

    (Aber dennoch, ein bißchen Service: Man kann etwa dies lesen und das, zum Einstieg.)

  3. Mein Punkt war auch eher generell denn auf den Welt-Artikel bezogen. Aber warum immer gleich “BiologISMUS” schreien, wenn erwähnt wird, daß auch Biologie eine Rolle für menschliches Verhalten spielt? Das ist aus meiner Sicht der wohl wesentlichste Schwachpunkt der soziologischen Geschlechterforschung. So wie die “Nature” im populären Diskurs als Einflußgröße wohl überschätzt wird, wird sie im feministischen Diskurs aus meiner Sicht wo es geht ignoriert – die Methodenkritik von Sigrid Schmnitz erscheint mir auch als endogene Kritik neurobiologischer Forschung sehr viel wertvoller als als exogene.

    Letztlich kann es doch nur um die Entschlüsselung der komplexen Interaktion von nature und nurture gehen, um das Verständnis der verhaltensbezogenen Dispositionsräume, die sie gegenseitig schaffen und einschränken.

  4. Ich empfinde es auch als sehr mühselig, mich auf gleicher Ebene, wie diese mutwillig wissenschaftlich produzierten Wahrheiten, damit auseinander zu setzen.
    Mutwillig deswegen, da zwei alte weiße Männer für sich mal beschlossen haben, dass JETZT die sozialen Positionen der untersuchten Personen keine nennenswerte Rolle mehr spielen und deswegen vernachlässigt werden können.
    IQ-Tests werden immer wieder für massive sexistische, rassistische, klassistische und weitere diskriminierende Strategien gebraucht. Daher reagier ich äußerst skeptisch auf wissenschaftliches Argumentieren mit IQ, IQ-Test und Intelligenz (was soll das überhaupt sein?).

    Zur weiteren Lektüre:
    http://de.wikipedia.org/wiki/I.....IQ-Begriff
    http://de.wikipedia.org/wiki/K.....enzbegriff

  5. Ich denke wie Tobias, dass vorschnell “Biologismus!” gerufen wird, wo es doch erst mal um Biologie, Psychologie u.Ä. geht. Der Welt-Artikel ist dabei unerheblich. Das ist nur die journalistische Fassade. Klar kann die schlecht und schlampig sein (was aber auch bisher nicht im Detail gezeigt wurde) – aber dafür kann die Studie, über die berichtet wird, doch nichts.

    Und deren Ergebnis ist ja noch nicht mal veröffentlicht, glaubt man dem Artikel, sondern erscheint “demnächst” im “British Journal of Psychology”.

  6. Ich habe den Eindruck, daß solche Studien von den feministischen Milieutheoretikern nach der Methode “Es kann nicht sein, was nicht sein darf” abgehandelt werden.
    Geschlechtsunterschiede in der Hirnentwicklung und -funktion sind einfach Fakt und in den Biowissenschaften auch überhaupt nicht mehr strittig.
    Gestritten wird nur noch über die Gewichtung der Erb-und Umweltfaktoren beim Zustandekommen dieser Unterschiede, wobei die große Mehrheit heute einen 50/50 Standpunkt vertritt.
    Die in der ZEIT wiedergegebenen Ansichten sind innerhalb der Wissenschaften Außenseiterpositionen, die aber in den Medien große Resonanz finden, weil auch dort nicht sein kann, was nicht sein darf.
    Strenge Behavioristen sind eine sehr kleine Minderheit geworden, die mehr an verstockte Gläubige als an unvoreingenommene Wissenschaftler erinnert, jedenfalls in den Biowissenschaften.
    In den Geisteswissenschaften und den Gender Studies haben sie dagegen geradezu ein Monopol.
    Das ist absurd.
    Über das Lebewesen Mensch als Mann und Frau zu debattieren und seine biologischen Grundlagen zu ignorieren.
    Diese Vogel-Strauß-Politik läßt sich nicht mehr lange durchhalten.
    Dazu sind die Forschungsergebnisse in Medizin und Neuropsychologie einfach zu eindeutig.

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