Im Interview: Michelle Yeoh
Marten Rolff hat für die Süddeutsche Zeitung Michelle Yeoh interviewt, die hier in Deutschland vor allem durch Der Morgen stirbt nie und Crouching Tiger, Hidden Dragon
bekannt wurde, aber vorher zum Beispiel schon die Heroic Trio-Filme gemacht hatte – und einiges mehr.
Yeoh dürfte das erste Bond-Girl gewesen sein, das ernsthaft aus dem bis dahin dominierenden Klischee ausbrach. Das Interview liest sich jedenfalls sehr vergnüglich – und Yeoh, die Miss Malaysia war und zeitweise sich als Hausfrau ganz ins Privatleben zurückgezogen hatte (auch davon berichtet sie), geht darin ausführlich auf ihre Rolle als (meist erste) Frau in Männerdomänen ein – und auf die Reaktionen der Männer. Auszüge:
SZ: Sie sind ein Role-Model für Asien. Die Times schrieb: “Yeohs Karriere hat jedes Klischee und jedes Stereotyp über asiatische Frauen in den Köpfen der Westeuropäer für immer zerstört.”
Yeoh: Das freut mich. In älteren Filmen werden Frauen vor allem als China-Dolls inszeniert. Als ätherische Wesen, gern auch als Prostituierte. Wenn du eine solche Rolle übernimmst, zementierst du Klischees. Ich fände es schön, wenn meine Rollen geholfen haben sollten, das zu verändern. Es war offenbar faszinierend, das erste Mal eine Frau kämpfen zu sehen. Die Frauen waren begeistert, und die Männer fanden es sexy.
[...]
SZ: Wenn der Geschlechterkampf so unwichtig war: Warum haben Sie sich dann so lange geweigert, Bond-Girl zu werden?
Yeoh: Ich fand das unvorstellbar. Ein Kollege sagte einmal zu mir: Michelle, du wärst ein tolles Bond-Girl. Ich habe ein Kissen nach ihm geworfen! Sehe ich vielleicht aus wie Barbie? Wie jemand, der “hilf mir, James” schreit? Wenn ich mir früher vorgestellt habe, in einem Bond-Film mitzuspielen, war ich immer James Bond.
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