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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Verschwinden die Gender Studies?

 Rochus Wolff   5. Mai 2008
 Frauen- und Geschlechterforschung

Daß die Gender Studies derzeit, obwohl (oder gerade weil) “gender” in nahezu allen wissenschaftlichen Disziplinen an Bedeutung gewonnen hat, in jeweils lokalen Kontexten als eigenes Fach unter dem Verlust von Personal und Finanzierung leiden, ist vielleicht nicht neu, wenn man sich ein wenig in universitären Kreisen bewegt. Auch ein gewisser (hochschul-)politischer Backlash mag da eine Rolle spielen.

Angela McRobbie hat sich bereits im März im Guardian mit der Situation der “women’s studies” an den britischen Hochschulen beschäftigt; ein Artikel in der taz vom vergangenen Dienstag verweist nun auf die derzeitige Lage an den Hamburger Hochschulen.

Was denkt Ihr, ist da ein “hausgemachter” Niedergang zu beobachten, ist es doch eher die politische Großwetterlage – oder eben der “Erfolg”, der die Geschlechterforschung überall verankert und damit überflüssig macht?

(Mit Dank an Ilka und Steff.)

 
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3 Kommentare

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  1. leider leider glaube ich, der “erfolg” ist am wenigsten schuld am niedergang der gender studies. ich würde zumindest nicht sagen, dass gender-fragen überall verankert sind oder selbstverständlich mitbehandelt werden – wenn, dann übernehmen das spezialisierte personen, die unter diesem gesichtspunkt berufen wurde, aber ich vielen disziplinen beschränkt es sich doch auf eine erwähnung unter “postmoderne, feministische und sonstige schräge ansätze”

    ansonsten: in hamburg ist es zu teil wirklich ein hausgemachtes problem, aber die politische großwetterlage trägt ihren teil ebenso bei, wie veränderte studienbedingungen und herangehensweisen der studierenden. gender studies war ja eher ein fach in dem leute zufällig oder nach längerem suchen gelandet sind, und ich schätze die heutigen jüngeren studierenden so ein, dass sie zielgerichteter und planender ins studium gehen und jobfragen definitiv mehr gewicht haben.

    würde mich interessieren wie andere das sehen.

  2. Ich glaube, dass das Problem darin liegt, dass sich die meisten erst während des Studiums mit Gender-Inhalten auseinandersetzen. Und dann sind sie schon in einem Studiengang drin. Fächer, die einen reizen, aber von denen man noch nicht ganz überzeugt ist, studiert man nur im Nebenfach, aber so was gibt es ja dank Bologna nicht mehr.

    Insofern finde ich die lokale Lösung in Münster ganz gut, auch, wenn das bestimmt nicht alle hier so sehen. Kein eigener Studiengang, dafür Kooperation aller in diesem Bereich Lehrenden (das einzige, was da noch fehlen würde, wäre eine Art interdisziplinäre Arbeitsstelle…) und die zur Verfügung Stellung eines interdisziplinären Gender-Moduls für die Bachelor-Leute. So kann man eine Menge Leute erreichen, welche dann im Laufe ihres Studiums (wenn sie denn dank diesem Rumgereforme überhaupt noch Schwerpunkte bilden können) sich stärker daauf konzentrieren können…

    Bei mir hat das (als noch-Magister-Student) auch funktioniert…

  3. Ich finde die Aufteilung der Gender Studies auf die einzelnen Disziplinen überhaupt nicht gut. Gerade der wichtige interdisziplinäre Ansatz, der der Konzeption als eigenem Fach ja mit zugrunde liegt, geht dadurch total verloren und der “fachspezifische Tunnelblick” ist meiner Meinung nach nicht ungefährlich (wie ich in meinem Fachbereich auch immer wieder zu spüren bekomme)…

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