Atomenergie dient weder der Gesellschaft noch dem Klimaschutz
26. April 2008: 22. Jahrestag von Tschernobyl
22 Jahre liegt die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zurück – scheinbar lang genug, um die Atomkraft wieder zu diskutieren, AKW-Störfälle kleinzureden, die Risiken ad acta zu legen und sie gar als Retterin vor dem gefährlichen Klimawandel darzustellen. Jahrestage dienen dem Erinnern, gut so: denn die Atomkraft ist eine Risikotechnologie, die nicht der Gesellschaft und dem Klimaschutz dient. Viele Menschen erkennen die zweifelhafte PR der Atom-Lobby und lehnen die Atomenergie ab. Hierbei gehören Frauen zu den stärksten Kritikerinnen, wie Untersuchungen immer wieder belegen. Ihre höhere Risikosensibilität, ihre Kritik und ihre vorsorgenden Sichtweisen sind jedoch bis heute ein Potenzial, das nicht genutzt wird. Die Herausforderung der Geschlechtergerechtigkeit bei der Planung nachhaltiger Energieversorgung und beim Klimaschutz bleibt.
„Wir schöpften aus einem größeren Ideenpool, falls wir beide Sichtweisen – die der Frauen und die der Männer – bei Umweltgefahren, wie beispielsweise dem Klimawandel oder der Zerstörung der Artenvielfalt, besser berücksichtigen würden. Anderenfalls verlören wir nicht nur Ideen, Lösungsvorschläge und Visionen, sondern auch Unterstützung für eine starke Umweltpolitik.“
Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, in der genanet-Broschüre „weiblich, männlich, nachhaltig. Aufbruch in eine geschlechtergerechte Zukunft“
Der Jahrestag von Tschernobyl ist ein guter Anlass, die Atomenergie persönlich hinter sich zu lassen und den Stromanbieter zu wechseln: www.atomausstieg-selber-machen.de
Zum Weiterlesen: genanet / Ulrike Röhr: 20 Jahre Tschernobyl. Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden. BoD Norderstedt 2006.
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“Ihre höhere Risikosensibilität, ihre Kritik und ihre vorsorgenden Sichtweisen sind jedoch bis heute ein Potenzial, das nicht genutzt wird.”
-was für ein dummes geschlechterklischee!