Get Skinny!
Nichts Neues im Westen
Neulich war ich im Land der (un)begrenzten (Un-)Möglichkeiten. Dort bewies sich, was viele Studien besagen: Mehr als 2/3 der AmerikanerInnen sind laut BMI-Berechnung übergewichtig oder fettleibig (siehe OECD Gesundheitsdaten von 2007 (pdf)). Man könnte also einen gelassenen Umgang mit “zu vielen Pfunden auf den Rippen” bei der hohen Anzahl an Übergewichtigen erwarten. Oder zumindest die freudige Kenntnisnahme, dass Übergewicht nicht gleich ungesund und sowieso nicht automatisch selbst verschuldet ist . (Na endlich :-) !!
Trotz der vielen Übergewichtigen (beziehungsweise so klassifizierten) traf ich bei meinen ausgiebigen Shoppingtouren immer wieder auf Size Zero (Größe 0, entspricht der europäischen Frauengröße 32). Dies ist verwunderlich, denn ich nehme mal an, dass die “Normalgewichtigen” (das übrig gebliebene Drittel) nun kaum alle Size Zero tragen. Das lässt sich aber ändern, zumindest laut Aufforderung eines Klamottenladens namens “Strawberry”: “Get skinny!” (Nimm ab!)

Lieber dünn als dick also – nichts Neues im Westen!
Neu war mir allerdings, dass Homosexualität gar nicht mehr so ein Tabu-Thema darzustellen scheint. Nach dem Erstarken der christlichen Rechten besonders durch die Bush-Administration sieht es erst einmal nicht so aus, als würden in nächster Zeit mehr Bundesstaaten same sex marriage zulassen . (Außerdem befürchtet man heutzutage wieder, dass die Roe vs. Wade Entscheidung des Supreme Courts aus dem Jahre 1973, welches Abtreibung legalisiert, zurückgenommen wird.)
Trotzdem sorgt man sich anscheinend (und glücklicherweise!) über die Gesundheit von Homosexuellen. Erstaunlich außerdem, dass hier homosexuelle Afroamerikaner dargestellt werden, obwohl man diesen schon immer Homophobie unterstellte, was in empirischen Studien zumindest teilweise widerlegt wird (pdf – Punkt 3.2) . Das Institute for Gay Men’s Health wirbt mit folgendem Poster für safer sex:

gesehen in Chelsea, Manhattan
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Roe vs. Wade hat Abtreibung nicht legalisiert, das kann ein Gericht gar nicht. Sie haben (lediglich) den (staatlichen) Eingriff in die Entscheidung ob eine Schwangerschaft ausgetragen wird oder nicht als Verletzung der verfassungsrechtlich geschützten Privatsphäre aufgefasst.
Eine absolut geniale Argumentation, wie ich finde. Es geht einzig und allein um die körperliche Autonomie der Frau, nicht darum ob der Fötus schon Leben darstellt oder nicht. So kann das eine auch nicht gegen das andere “aufgewogen” werden.
Wenn der Supreme Court bestimmt, dass das von den Einzelstaaten initiierte Verbot von Abtreibung verfassungswidrig ist, heisst das meines Erachtens juristisch ausgelegt, dass Abtreibung legal ist. Die Beweggründe für eine Legalisierung sind da zweitrangig – legal ist legal, auch wenn fraglich argumentiert.
Du hast aber in dem Sinne Recht, dass die Einzelstaaten noch Einfluss auf bestimmte Restriktionen wie z.B.: Wie lange darf man abtreiben? oder sogar: Aus welchen Gründen darf man abtreiben? haben.
Die Entscheidung von South Dakota beispielsweise, Abtreibung illegal zu machen, ist verfassungswidrig
(nachzulesen z.B. hier: http://www.nytimes.com/2006/03.....rtion.html oder hier: http://www.focus.de/politik/au.....05832.html )
Sicher ist “Verbot von Abtreibung verfassungswidrig ist, heisst das meines Erachtens juristisch ausgelegt, dass Abtreibung legal ist” richtig, jedoch kommt die Legalität nicht durch das Gerichtsurteil, sondern durch die Gesetzgebung, wo die Verfassung nun mal ein “normales” Gesetz übertrumpft.
Ich glaube wir reden aneinander vorbei. Ein Gericht wendet immer nur die geltende Gesetzeslage an. Legal war Abtreibung auch vor Roe vs. Wade. Nur war es so nicht umgesetzt.
Allerdings verschwimmen in einem Rechtsystem das auf Präzedenzfällen beruht die Grenzen. Was einiges an Konfusion auslöst.