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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Durchgegendert oder ganz am Anfang?
Zur „Frauenveranstaltung“ auf der re:publica

 Helene Hecke   7. April 2008
 Netz

„Nur wenige Themen gibt es, bei denen sich die sonst apathischen Gemüter der Leserinnen und Leser erhitzen: Vegetarismus, Rauchen und die Genderei“, schrieb mir neulich ein befreundeter Redakteur. Rauchen war wurst im Innenhof der re:publica. Starte aber mal so einen kleinen Testballon (unter 100 Veranstaltungen eine, die nur für Frauen ist) – und du wirst drei Tage lang viele erhitzte Gespräche führen.

„Wieso dürfen denn da keine Männer rein?“ – „Einerseits schreibst du, Frauenblogs werden nicht wahrgenommen, und dann schottet ihr euch extra ab?!“ – „Ist das denn nötig…?!“ – „Das ist so Achtziger!“ – „Das ist doch total undemokratisch / diskriminierend!“ – „Und wenn ich mich als Frau verkleide…?!“

Vielleicht hätte es die Optik der Konferenz aufgewertet, wären tatsächlich ein paar Drag Queens zu sehen gewesen. Meine Antwort aber war gleichbleibend unbefriedigend für die meisten: Es sollte nicht darum gehen, die Männer auszuschließen, sondern darum, ein paar der wenigen Frauen auf der Konferenz zusammenzubringen und möglicherweise kennen zu lernen. Sofern die Teilnehmerinnenzahl überschaubar genug ist, dass alle mal zu Wort kommen. Etwas interaktiver bitte als in den anderen Vorträgen. Leider wollte dogmatisch aufgefasst werden, was ganz pragmatisch gedacht war.

Strukturelle Unwucht

Es ist andererseits auch ganz entsetzlich oldstyle, die Genderfrage heutzutage noch am tatsächlichen biologischen Geschlecht festzumachen. Doch gerade bei der Re:publica oder in den Statistiken der Bloggerszene scheint es eine klitzekleine strukturelle Unwucht zu geben. Die Zahlen (PDF) sind gut abgehangen und bekannt: ca. Zweidrittel aller Weblogs werden von Frauen betrieben. Bei ihrer Präsenz in den Charts der A-Blogger ist das Verhältnis genau umgekehrt, nur sehr wenig bloggende Frauen sind gut verlinkt oder wahrgenommen. Auf der Blogger-Konferenz 2008 wurde der gefühlte Frauen-Anteil nun unterschiedlich eingeschätzt: Ein paar mehr oder weniger waren dabei als letztes Jahr, ganz schöne viele oder ziemlich wenig… Der Veranstalter hat leider keine genauen Zahlen. Im Programm ließ sich nachschlagen, wie aktiv die Bloggerinnen teilnehmen. Unter den ReferentInnen sind nur etwa 14 Prozent Frauen, dafür dominieren sie natürlich die knappe Redezeit in den anschließenden Diskussionen. Nein, dummer Scherz, tun sie nicht. Es bleibt repräsentativ. Die meisten trauen sich nicht so recht, vor die kritische Masse zu treten.

Der Veranstalter findet’s schade. „Wir hätten gern mehr Frauen dabei“, weiß aber nicht, wie man das die erreichen könnte. Die ersten Programmversionen haben mich persönlich auch nicht gerade gekickt. Zu Technik-affin, wenig politische Panels jenseits der generellen Schäuble-Kritik, außerdem die Eindrücke vom letztes Jahr: da sitzen doch nur die immergleichen Opinionleader auf den Podien – und zusätzlich eine eloquente Mercedes Bunz. Man ist total offen und anything goes. Das gemeinschaftliche Ausloten der neuen Kommunikation hat aber seinen ersten Reiz verloren. Und die Hierarchisierung von traditionellem Journalismus gegenüber „dilettantischen“ Bloggern scheint intern weitergegeben zu werden. Einige Wenige definieren relevante Standards verlinkungswürdiger Inhalte und Formen, der Rest nicht wirklich ernst genommen. Die Gesetze der Öffentlichkeit gelten nun mal für alle Medien. Es geht um Aufmerksamkeit und deshalb Rivalitäten. Nur „Bloggen“ ist kein politischer Konsens. Gemeinsamkeiten bewegen sich also auf dünnem Eis.

So richtig saftige Kontroversen werden dann auch wenig offen oder argumentativ ausgetragen. Die Bloggerszene konditioniert seltsame Mentalitäten in Rudelbildung, neigt weniger zur Selbstironie. Wenn es böse kommt, kriegt man es mit den Heckenschützen zu tun. Ach was, „die Bloggerszene“ gibt es nicht. Es ist nur einfacher, sich wiederum in Klischees zu räkeln. Eine re:publica spiegelt doch nur einen kleinen Ausschnitt aus den Blogs (nämlich die, die sich zu Wort melden und kein Problem mit Sponsoren haben). Und die Blogs spiegeln nur einen kleinen Ausschnitt der Gesellschaft. Inklusive gesellschaftlichen Wohl- oder Unwohlseins. Ob jemand selbstzweifelfrei und selbstbewusst das Wort ergreift, ist aber auch nicht wirklich beliebig.

So referiert im gutgefüllten großen Saal ein grauer Pullover über Porno 2.0.. Mit dem weltkeksbewegenden Ansatz, welches Portal am kundenfreundlichsten ausgestattet ist. Sicherlich kann sich die Porno-Industrie freuen, durch kommerzielle Oberweiten-Evaluation technische Entwicklungen vorangetrieben zu haben. Ich denke dennoch, User-Portale wie YouPorn böten auch anderen Gesprächsstoff aus Rezipientensicht. Der Referent cursort derweil kichernd über die Objekte seiner Vergleichsstudie und aus dem Publikum kommt immerhin die Subjektfrage: „Gibt es so etwas auch für Frauen?“ — sein Vortrag endet mit dem Bild eines Penis geschmackvollen Männerakts und hat nicht ein schmutziges Wort benutzt. Anderes Thema.

Bloggerinnen: Selbstschutz und Selbstinszenierung

Wozu diese Frauenveranstaltung, wurde ich gefragt. Aus reiner Neugier. Warum ohne Männer? Siehe oben. Wollt ihr die Männer ausschließen? Siehe noch mal oben. Und was ist die Fragestellung innerhalb solchen Rahmens? Der Veranstalter riet zu plakativem Titel. Ich hätte lieber etwas, das meine Fragen umfasst und Antworten offen hält. Etwas ortsfremd auf einer Konferenz, die in anderen Panels mit frontaler Fertigkost arbeitet. Präsentieren oder kommunizieren? Ein kurzes Eingangsstatement (Wahrnehmung von „Frauenblogs“) schien sinnvoller als Aufhängung zur Diskussion – und falls diese nicht zustande käme, wäre da noch ein Theorie-Teil verfügbar gewesen zum Thema „Ideologie der Selbstinszenierung“.

War aber nicht nötig und auch nicht möglich. Zunächst, weil die erste halbe Stunde im Minutentakt die Tür in unserer Mitte auf- und zuging, das Gesagte ständig unterbrochen wurde. Bewusst oder unbewusst konnten sich viele nicht entscheiden, da- oder wegzubleiben oder wollten doch wenigstens mal gucken, ein nachsichtiges Lächeln zeigen?! Interessanterweise taugt ein Vortrag mit Pausetaste tatsächlich dazu, das Schweigegelübde aufzubrechen. Es wurde recht bald „interaktiv“. Reihum schilderten die Teilnehmerinnen ihre Blogerfahrungen, Motivationen und Schwierigkeiten. Sei es in Firmenblogs, Strickblogs (wörtlich gemeint), mit politischen, satirischen oder auch „Tagebuch“-Formaten. Ein paar Aspekte wie folgt:

  1. Fast alle bloggenden Frauen haben einen erhöhten „Selbstschutzbedarf“ und gehen weniger skrupellos, sondern sehr vorsichtig mit der Selbstveröffentlichung um. Was auf der Hand liegt. Kaum eine Frau kann sich sozialen Mehrwert davon versprechen, im Netz mit vollem Namen, Bild und heruntergelassener Hose aufzutreten. (Es sei denn, sie möchte sich als Suicide Girl oder anderswo als user-generated Pinup etablieren.) Über das Paradox von Öffentlichkeit und Überwachung hinaus gelten ähnliche Regeln wie auf der Straße: lieber ein wenig unsichtbarer sein, als sich Belästigungen aussetzen. Formen des Selbstschutzes sind variabel und geradezu programmatisch: z.B. Pseudonyme (auch bekannte Bloggerinnen wie Lanu schreiben von hinter dem Gartenzaun), andere vermeiden allzu brisante Themen, noch andere möchten zwar bloggen, aber gar nicht die Herausforderung eines riesengroßen Leserkreis auf sich laden.
  2. Bemerkenswert: es waren mehrere Teilnehmerinnen dabei, die bisher nicht bloggen, sondern sich erst einmal über das Bloggen informieren und Vorbehalte ausräumen wollten. Diese gingen zum Teil wieder in Richtung Selbstschutz: wieviel Privatheit ist preiszugeben? Respektabel eine andere Aussage: „alle meine Kinder bloggen, ich kann damit nichts anfangen und möchte mehr darüber wissen“. Am ehesten auszuräumen wohl die technische Hürde: wie setze ich ein eigenes Blog auf? Denn selbst wenn es niedrigschwellige Hoster gibt, sind doch ein paar technische Details nicht allen auf Anhieb geläufig. (Das betrifft übrigens nicht nur das Klischee von der „schlecht einparkenden“ Frau sondern auch viele Männer, wie mir Herr Olbertz später bestätigte.) Vielleicht keine dumme Idee, auf Konferenzen ein paar Einsteiger-Panels anzubieten.
  3. Sehr viele unterschiedliche Erwartungen kann so eine kurze Veranstaltung nicht bedienen. Destilliert werden allerdings Themen, die auf künftigen re:publicen vielleicht nicht mehr fehlen.
  4. Manche der vorgestellten Blogs kannte ich vorher nicht. Deren Betreiberinnen auch nicht. Persönlicher Gewinn also, doch mal etwas von den Frauen selbst zu hören. Ein bisschen schade nur, dass die Veranstaltung erst am Ende der Konferenz stattfand, sonst hätte sich einige Gespräche noch fortsetzen können. Aber dafür haben wir ja Blogs.

Fazit

Grundsätzlich war interessant, dass der kleine Nebenwiderspruch innerhalb der Konferenz so viel Aufhebens macht. Wütende Reaktionen zum Teil von Frauen, denen das Ganze zu blöde war. Nach einigen Semestern Genderstudies sind bestimmte Schlagworte schon fast allergieauslösend? Wir sind komplett durchgegendert und haben das nicht mehr nötig. Vielleicht sind sie im Berufsleben noch nicht mit genug Karacho an die gläserne Decke geknallt, die unbesehen auch für alle Medien und ebenso Blog-Communities gilt. Vielleicht ist es unschick — bei aller Aufgeklärtheit – subjektive Fragen politisch zu wenden. Ganz sicher sind die meisten Frauen nur zu feige oder zu dumm, sich in der Netzöffentlichkeit ausreichend zu Wort zu melden? Es gibt keine strukturellen und inhaltlichen Differenzen, alles nur noch eine Frage der Konstruktion in dieser Generation? Vielleicht sind auch gerade Bloggerinnen stolz auf einen gewissen Einzelkämpfer-Ethos mit Kommentarfunktion? Gleiches gilt für eine Veranstaltung, die genau den ungenutzten Freiraum thematisiert und insofern von manchen als „konzeptionslos“ und „dilettantisch“ verlacht werden muss.

Richtig großartig ist natürlich, wenn sich diese Frauen aus gelinder Wut die Mühe machen, sich überhaupt zu Wort zu melden – oder gar eigene Vorträge anzumelden. Die Möglichkeiten ihrer Öffentlichkeit auf verschiedenen Ebenen ausloten. Um nichts anderes sollte es gehen.

Helene Hecke studierte in Bremen und Paris Geschichte, Sozialwissenschaften und Germanistik. War ab 1993 freie Journalistin (Tageszeitungen, Zeitschriften, Hörfunk), ab 1997 Redakteurin (Fachzeitschrift und Buchverlag), dann gern wieder selbständig als Lektorin im Buchbereich, schreibt gelegentlich für Ästhetik & Kommunikation, Telepolis, Fachzeitschriften, Tageszeitungen.

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6 Kommentare

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  1. Für mich war die Veranstaltung zunächst vom Titel her interessant, obwohl ich nicht genau wusste, was da auf mich zukommt. Den Begriff “Strickblogs” hatte ich zuvor auch noch nie gehört. Sehr wohl ist mir aber zum Beispiel der Begriff des “Fashion Blogs” sehr bekannt. In einer populären Frauenzeitung, der Jolie, ist in der aktuellen Aprilausgabe ein Artikel über “Die coolsten Fashion Blogger”, allesamt Frauen. Auch hat mir der Vortrag von Anita Pavić Pintarić (Zadar, Kroatien): “Phraseologie in kroatischen und deutschen Modeblogs” auf der Tagung “Deutsche Sprachwissenschaft in Italien” im Februar diesen Jahres sehr gut gefallen. Und mit diesen Vorbildern im Kopf bin ich in den Vortrag von Frau Hecke hinein gestolpert, der mich dann doch wieder ein wenig desillusioniert hat.

    Es geht nicht darum, dass manche Begriffe “allergieauslösend” auf mich wirken, auch wenn ich mich seit neun Semestern mit Gender Studies auseinandersetze. Mir ist klar, dass Frauen viel weniger bei gleicher Qualifikation verdienen als Männer (siehe Maisschberger, Sendung vom 01. April). Mir ist klar, dass viele Frauen mit der Doppelbelastung (Kind und Karriere) kämpfen. Mir ist klar, dass in unserer Gesellschaft die Gleichstellung von Mann und Frau noch lange nicht erreicht ist.

    Aber ein “Frauenquatschclub” ist für mich keine Lösung… Vielleicht gehöre ich zu den “Einzelkämpferinnen”, die glauben, wenn sie einen Mann gefunden haben, der den Haushalt als gemeinsame Pflicht erachtet und bereit ist, auch die Elternzeit zu nehmen, sei die Welt schon in Ordnung. Und wenn sie es dann noch schaffen, sich in der (von Männer dominierten) Medienwelt (lautet der aktuelle Titel des Medienmagazins journalist nicht: “Journalismus wird weiblich”?) durchzusetzen, sei die Welt perfekt.

  2. Danke für diesen informativen Beitrag zur Veranstaltung!

    Ich bin trotzdem immer noch kritisch, wenn es um den Ausschluss von Männern bei dieser Art von Veranstaltungen geht. So lange das biologische Geschlecht ausschlaggebend für Exklusion/Inklusion ist, ist dies für mich immer kritisch zu betrachten. Ich nehme an, dass jede/r, der/die diese Veranstaltung besuchen wollte, zu diesem Thema sensibilisiert ist. Ich finde es wichtiger, dass Männer genauso zu “Frauen”-Themen geladen werden und mitdiskutieren, damit diese ein Bewusstsein für dieses Thema gelangen. Ich habe leider das Gefühl, dass Frauenveranstaltungen mehr zu Trotzreaktionen und Unverständnis führen – und dies ja wie beschrieben nicht nur bei Männern. Ich verstehe, dass Frauen auch einfach mal unter sich sein möchten und ihre Erfahrungen als Bloggerinnen teilen möchten. Ich glaube halt einfach nicht, dass ein paar interessierte anwesende Männer dies gestört hätte. Wer nichts von Feminismus hält, wäre wahrscheinlich eh nicht gekommen.

    Gruß, Magda

  3. @Magda
    Naja, wie sensibilisiert die Re.Publica-Umgebung ist, kannst du bei Sensibelchen wie Herrn Basic grade nachlesen. Ein bisschen Polarisierung scheint zu reichen, um eine Menge Verachtung zutage zu fördern. Und wenn du die Argumentation konsequent fortführst, dürften wir irgendwann auch nicht mehr allein aufs Mädchenklo (Just kidding).
    Ein paar interessierte anwesende Männer hätte vielleicht nicht gestört, aber Raum eingenommen. Sie hatten doch die ganze restliche Konferenz beinahe ausschließlich für sich und keiner kam auf die Idee, Genderthemen da reinzutragen. In jeden Schützenverein ist es übrigens weniger problematisch, mal ein Damenkränzchen abzuhalten.

    @MediaStar
    Sicherlich eine Frage des eigenen Anspruchs. Und beim Durchsetzen geht es vielleicht auch darum, wieviel Energie dazu nötig ist unter den traditionellen Bedingungen.

  4. Ich war zwar nicht auf der Konferenz, aber über die komischen Blogreaktionen zum Workshop bin ich hierher gestolpert.

    Die Diskussion über reine Frauenveranstaltungen ist wirklich uralt, und ich denke: Offensichtlich scheint bei manchen Frauen (immer noch) ein Bedarf danach zu bestehen. Woher auch immer dieser Bedarf rührt: Schließlich wird niemand zur Teilnahme verpflichtet, woher rührt dieser Spott und die Wut (und die Angst?) darüber, die bei manchen durchschimmert?

    Ein wenig Plauderei aus meinem persönlichen Nähkästchen: Ich bewege mich (vermutlich anders als viele Bloggerinnen) in einem sehr stark männerdominierten Umfeld. Ich beneide jede Frau (ehrlich!), die, sei es, weil sie da weniger sensibel ist, sei es, weil sie einfach mehr Glück hat, noch nie unter einer Spezialbehandlung aufgrund ihres Geschlechtes leiden musste. So mag ich gelegentlich reine Frauenveranstaltungen total gerne. Das entspannt mich sehr, mich mal eine zeitlang nicht für mein Geschlecht rechtfertigen zu müssen, bzw. ständig aggressiv meine Kompetenz beweisen zu müssen, um so der – erstmal, aufgrund meines Geschlechts – angenommenen Inkompetenz entgegenzutreten.
    Einmal war ich bei einem als reine Frauenveranstaltung angekündigten Treffen auf einem Kongress mit extrem großem Männerüberhang. Ich kam 5 Minuten zu spät, überraschend saßen neben den 40 Damen auch 3 Herren im Saal. Die in den ersten zwanzig Minuten ca. 90% der Redezeit bestritten. Bis meine mit mir zu spät gekommene Begleiterin mal anfragte, wieso sich die Herren im Saal befanden. Die waren halt so da, und nach kurzer Diskussion wurden sie per Konsens rausgeworfen. Sicher nicht repräsentativ, aber ich bin seitdem echt weniger aufgeschlossen, (unbekannte) Männer mitdiskutieren zu lassen, wenn es um sensible Genderproblematiken inklusive Frauenbenachteiligung geht. Zumal bei Kongressen die Zeit ja knapp und das Programm voll ist.

  5. Symptomatisch fand ich für die re:publica, dass dort Themen einfach wegfielen, die sich jenseits des (in diesem Artikel sehr gut beobachteten und beschriebenen) Konsens bewegten. Außer Vorratsdatenspeicherung, aber das fällt unter den Konsens in diesen Kreisen. Also 1x Veranstaltung zu Gender, 1x zu Wertkritik. Der politische Diskurs wurde weitestgehend ausgespart, obwohl das sicher interessant geworden wäre. Naja. Bitte nächstes Jahr ebenfalls ein Panel zu Feminismus für Jungs organisieren.

  6. Danke Helene für den klar stellenden Text!

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