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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Eine Selbstverständlichkeit
Feminismus-Wochen: Der Beitrag von Elena Mora

 Elena Mora   9. März 2008
 8. März 2008, Feminismus

Für mich bedeutet Feminismus heute eine Selbstverständlichkeit. Gehört zum gesunden Menschenverstand. Die Gleichberechtigung ist nur auf dem Papier erreicht worden. Männer versuchen immer noch, die Frauen „unsichtbar“ zu machen. Dünn sollen sie sein, sexy, die Beine so, das Gesicht so, der Bauch so. Uns wird nichts geschenkt.

Feminismus heute bedeutet für mich auch unbequem werden, so wie so viele Frauen vor uns es getan haben, zur Reflexion über die Frauenwelt beitragen.

Ich bin halt nicht alleine auf der Welt. Es geht vielen Frauen und Mädchen schlecht, nur weil sie Frauen sind. Damit will ich mich nicht abfinden.

Feminismus ist für mich auch, dass ich mich nicht nur frage, was ziehe ich heute an, sondern im Gegenteil, dass ich mir rein theoretisch überlegen darf, ob wir uns das Patriarchat überhaupt wirtschaftlich leisten können (angesichts der Kosten für Kriege, Ausrüstung, Männergewalttätigkeit, Klimakatastrophe, Arbeitslosigkeit, Ausbeutung der 3.Welt, Kinderarbeit, Menschenhandel, usw.).

Ich denke Feministinnen sollen heute laut fragen dürfen: Wie sozial sind die Männer? Wie sozial ist die deutsche Wirtschaft? Ist die Modedesignerproduktion noch ernst zu nehmen?

Brauchen „nur“ die Frauen ein Gewissen zu haben? Wie sozial ist die Männerpresse? Wer lässt Pornografie wuchern? Warum appellieren die Männer nicht zur Vernunft und Solidarität mit den Frauen in die eigenen Reihen?

Elena Mora, gebürtige Spanierin, ist Übersetzerin und lebt in Schwäbisch Hall.

 
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2 Kommentare

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  1. Der einzige Satz dem ich zustimmen kann ist: “Es geht vielen Frauen und Mädchen schlecht, nur weil sie Frauen sind. Damit will ich mich nicht abfinden.”

    Ansonsten empfinde ich das ganze Statement als hoch ideologisch und auch als persönliche Beleidigung. Ich befürchte Statements wie dieser beschädigen das an sich wichtige Projekt des Feminismus.

    Ich bin als Mann nicht gewillt mir pauschal Verantwortung für so ziemlich alles schlechte auf der Welt (“Kriege, Ausrüstung, Männergewalttätigkeit, Klimakatastrophe, Arbeitslosigkeit, Ausbeutung der 3.Welt, Kinderarbeit, Menschenhandel”) zuschreiben zu lassen.

    Ich bin weder gewalttätig, noch Militarist, noch handele ich mit Menschen.
    Typisch “weibliche” Produkte werden ebenso auf dem Rücken der 3. Welt produziert und verbrauchen auch Energie.

    Sind Frauen sozialer mit der 3. Welt? Ist es besser auf den Schlachtfeldern dieser Welt als Mann dahingemetzelt zu werden? Ist der Konsum von “normaler” (also nicht erzwungener, nicht gewaltverherrlichender) Pornographie verurteilenswert?

    Frau Mora, wenn Sie wirklich dieser Meinung sind, muss ich Ihnen (und ich bedauere dies wirklich) sagen, dass ich Ihre Form des Feminismus unter keinen Umständen unterstützen will und kann.

  2. Die Frage im 5 Absatz sollte eigentlich lauten: “Sind Frauen wirklich solidarischer mit der 3. Welt?” Ich bitte dies zu entschuldigen.

Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.



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