Grün ist die Hoffnung
Wie ich schon hier erwähnt habe, war Grün eine der Farben der englischen Suffragette-Bewegung. Sie steht für die Hoffnung. Auch heute verbinden sich noch viele Hoffnungen mit der Frauenbewegung und dem Frauentag besonders. Der 8. März ist die Gelegenheit um auf heimische wie auch internationale Probleme aufmerksam zu machen. Eines der Größten Probleme dem Frauen heute begegnen ist immer noch Gewalt. Der 2006 veröffentlichte Bericht „violence against women“ ist dazu die beste Zusammenfassung. Er spricht sowohl die Häufigkeit, die Ursachen wie auch die Auswirkungen an.
Im Zusammenhang mit der Grünen-Kampagne gegen häusliche Gewalt und stärkere staatliche Unterstützung von Frauenhäusern hatte ich in Stuttgart heute viele Diskussionen dazu wie man Gewalt verhindern kann, wer Opfer von Gewalt wird und ob man Frauenhäuser angesichts des novelierten Gesetzes zum Schutz vor Gewalt noch braucht. Der Bedarf von Frauenhäusern wurde mit verschiedenen Argumenten bestritten. Zum Beispiel werden ja auch Männer Opfer von häuslicher Gewalt und er, der Standbesucher, habe kein Bedürfnis nach einem Männerhaus, also sei auch kein Frauenhaus nötig. Oder eine andere Spielart, da Männer auch Opfer wären und dass auch viel häufiger verschweigen, müssten wir erst darauf aufmerksam machen eh wir uns dafür einsetzten das Frauenhäuser mehr Geld bekommen. Oder das Argument, dass Frauenhäuser ja Geld bräuchten und wenn es ein Gesetz zum Schutz gegen Gewalt gibt, bräuchte man selbiges nicht ausgeben. Leider gab es auch wieder das Argument, dass die Frauen selber Schuld seien wenn sie in gewalttätigen Beziehungen seien, sie könnten ja einfach gehen.
Das alles sind klassische Pseudoargumente. Allerdings lohnt es sich die doch noch auseinander zu nehmen. Erstens haben verschiedene Menschen verschiedene Bedürfnisse. So kann die eine Person nicht in ein (Person)haus flüchten wollen, aber die andere schon. Auch der Zeitpunkt ist ab dem die Gewalt nicht mehr zu ertragen ist, ist für jede unterschiedlich. Das Männer auch Opfer häuslicher Gewalt werden ist kein Grund Gewalt gegen Frauen nicht an zu prangern. Das eine wird durch die Schwere des anderen nicht weniger schlimm. Jede muss für sich entscheiden, was sie ansprechen will, nicht jede kann für alles geradestehen.
Die letzten beiden Argumente sind schwerwiegenderen Fehlern unterlegen. Das „Gesetz zum zivilrechtlichen Schutz vor Gewalttaten und Nachstellungen“, wie das Gewaltschutzgesetz heißt, sieht den Schutz des Opfers vor und, dass dieses sich nicht auch noch aus dem gewohnten Umfeld entfernen muss. Das ist nach dem Vorsatz „Wer schlägt, muss gehen – das Opfer bleibt in der Wohnung“. Allerdings muss hier erst ein richterliches Urteil bestehen. Bis dieses geschieht, ist das Opfer weiterhin in (Lebens)gefahr. Frauenhäuser bieten die Möglichkeit schnell aus einer gewaltvollen Lebenssituation zu kommen. Sie bieten hilfe um die Notwendigkeiten zu bewältigen, die auftauchen, psychologische wie auch rechtliche Hilfe. Das Gewaltschutzgesetz greift erst viel später.
Nun noch zum letzten Argument: Nein, Opfer von sexuallisierter Gewalt sind nicht selbst Schuld. Nein, die meisten Beziehungen sind nicht so einfach, dass man schnell mal so aus ihnen heraus kommt. Dadurch, dass zwischen dem Opfer und dem Täter eine quasi- Liebesbeziehung besteht und teilweise gemeinsame Kinder exisitieren entsteht ein Spannungsverhältnis in der betroffenen Person, dass nicht so leicht zu lösen ist. Nur im zusammenwirken der verschiedenen Maßnahmen Bildung, Frauenhaus und Gewaltschutzgesetz können die schlimmen Konsequenzen von häuslicher Gewalt vermieden werden. Deshalb wünsche ich mir mehr Akzeptanz und mehr Geld.
Und worauf hoffst du? Woran möchtest du heute besonders erinnern?
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Beim Gewaltschutzgesetz ergeht die richterliche Entscheidung sofort (innherhalb von Stunden), ohne Beweisaufnahme.
Ich habe nichts gegen Frauenhäuser, nur finde ich einen feministischen Ansatz fehl am Platze. (Und daher auch nicht unterstützungswürdig)
Häusliche Gewalt ist viel komplexer, als krude Theorien vom Patriarchat weismachen wollen. Insbesondere die Gewalt von Frauen gegen Kinder wird so völlig ausgeblendet.
Schrieb die taz vorgestern – was wird da ausgeblendet? Die Mehrheit der Täter sind Männer, die Mehrheit der Opfer Frauen; und weiter unten ist zu lesen, daß Frauen in diesen Auseinandersetzungen seltener zu Waffen greifen.
Auch darf wohl davon ausgegangen werden, daß mindestens in der Hälfte der Fälle, bei denen Kinder als Opfer betroffen sind, auch Männer die Täter sind.
Was sollte denn hier an “einem feministischen Ansatz” (worin besteht der?) fehl am Platze sein?
Die Aussagefähigkeit der Kriminalitätsstatistik sollte bekannt sein, sie kann nur einen Teil der Realität abbilden. Man kann über die männliche Viktimisierung in der BRD nur spekulieren, sie wird gar nicht erforscht. Eine Pilotstudie von 2004 legt eine ähnlich hohe Viktimisierung wie bei Frauen nahe, die Hauptstudie wurde (deshalb?) nicht beauftragt.
Der Vorwurf ist nicht, dass die Kriminalitätsstatistik Kinder als Opfer weiblicher häuslicher Gewalt ausblendet, der Vorwurf ist, dass der Feminismus dies in weiten Strecken tut. Kinder werden auch in der offiziellen Politik um häusliche Gewalt nur als sekundäre Opfer von “Männergewalt” wahrgenommen, häusliche Gewalt wird explizit als Gewalt zwischen Erwachsenen definiert.
Selbstverständlich gibt es in hohem Maße auch männliche Gewalt gegen Kinder, das habe ich gar nicht abgestritten. Gewalt gegen Kinder dürfte in einer gewaltgeladenen Beziehung der Eltern von beiden Elternteilen ausgehend eher die Regel sein.
Ein Ansatz, der häusliche Gewalt als strukturelles Element des Patriarchats begreift, kann die Ursachen (z.B. Gewalterfahrung bei Opfer und Täter in der Kindheit, fehlende Konfliktlösungskompetenz, [narzisstische] Persönlichkeitsstörungen etc., jeder Fall hat seine eigene Dynamik) nicht erfassen. Da müssen Sozialpädagogen, Psychologen und Kriminalisten – und nicht FeministInnen – ran. Das Schlagen von Frauen wird auch in tradierten Männlichkeitsbildern als Ausdruck von unmännlicher Schwäche wahrgenommen. Ein “Mann” ist souverän und hat seine Emotionen unter Kontrolle.
Man kann natürlich das Patriarchat als Wurzel allen Übels auf der Welt ausmachen..
Die Situation einer von einem prügelden Mann finanziell abhängigen Frau war (ist) natürlich fatal, da kommt die gesellschaftliche Struktur ins Spiel, klar. Da hat sich aber einiges getan, niemand ist seinem Partner mehr auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Mittlerweile geht es doch eher darum, warum die entsprechenden Angebote oft nicht angenommen werden, und das ist das Feld der Sozialpädagogen. Migrantenfamilien sind wieder ein anderes Thema.
Dem Feminismus muss man natürlich zugutehalten, dass das Thema ans Tageslicht gezerrt wurde. Ich verstehe aber die allergische Reaktion nicht, wenn Frauen auch als Täterinnen benannt werden, es sollte doch eigentlich gerade im Sinne des Feminismus sein, wenn der Mythos von der qua Geschlecht friedfertigen Frau verschwindet. Will man hier auf das Konzept der Geistigen Mutterschaft für die Gesellschaft aus der Anfangszeit der Frauenbewegung um 1900 zurückgreifen?
Aus dem Debakel um den sexuellen Missbrauch von Kindern hat der Feminismus scheinbar nichts gelernt. Das Thema wird von feministischer Seite einfach nicht mehr angesprochen. (Weil es ist politisch nicht mehr verwertbar ist?) Der damit einhergehende erhebliche Glaubwürdigkeitsverlust ab Ende der 90er Jahre wird lieber als Backlash verbucht, anstatt sich mit oft allzu einfachen Feindbildern auseinanderzusetzen. Es gibt keine Männerfeindlichkeit im Feminismus, das hat mann schon immer behauptet, alles Propaganda. Ein klassisches Totschlagargument.
Leider belohnt unsere Gesellschaft auf kurze Sicht Politik mit einfachen Feindbildern, insbesondere wenn sie auf tradierte Mythen aufsetzt. Die Kategorie Geschlecht schafft man so nicht ab.
P.S.: Die Mehrzahl der Gewaltverbrecher hat eine dunklere Hautfarbe, und was soll das aussagen? Tss, tss.
@Nikolaus:
“Der Feminismus” macht ja schon mal gar nichts, “der” ist nämlich weder homogen noch ein Agens, eine handelnde Person im ursprünglichen Sinne. FeministInnen werden Gewalt gegen Kinder sicher nicht ausblenden – das ist schlichtweg Unsinn. Daß das nicht immer als explizit feministisches Thema debattiert wird – na und? Es ist ein Thema, das inzwischen glücklicherweise viel Öffentlichkeit hat, und FeministInnen haben stattdessen eben, das ist ihr gutes Recht, einem Thema Öffentlichkeit verschafft, das früher keine hatte: nämlich der Gewalt gegen Frauen in Beziehungen.
Ich sehe die allergische Reaktion nicht, hier nicht und anderswo nicht. Zumal es ja nicht so ist, als ob der “Mythos von der qua Geschlecht friedfertigen Frau” ein explizit feministischer sei – zwar haben diese Position auch einige (aber wirklich bei weitem nicht alle) FeministInnen geteilt, aber der Ursprung ist durchaus historisch sehr viel älter und hat viel mit den Geschlechterverhältnissen in der (patriarchalen) bürgerlichen Gesellschaft zu tun.
Naja, interessant ist aber schon, daß vor allem dann differenziert und differenziert argumentiert wird, wenn es um für den “Feminismus” problematische (und vielleicht unangemessene) Pauschalierungen geht, selten aber an anderer Stelle. Und wenn es “den Feminismus” nicht gibt, was bedeutet es dann ein “feministisches” Weblog zu sein. Müßte die Formulilerung dann nicht noch präzisiert werden?
“Der Feminismus” ist die Gesamtmenge aller FeministInnen, der ich gar keine Homogenität unterstellt habe. “In weiten Strecken” bezieht sich explizit auf eine Teilmenge.
Gewalt gegen Kinder wurde im großen Rahmen um 1968 thematisiert, Gewalt gegen Frauen ab ca. mitte der 70er Jahre. Gut, 1968 war früher.
Gewalt gegen Kinder wird in dem Zusammenhang durchaus thematisiert, sogar mit ziemlicher Regelmäßigkeit: Als “Männergewalt gegen Frauen und ihre Kinder”.
Es ist selbstverständlich das gute Recht von FeministInnen, häusliche Gewalt als “Männergewalt gegen Frauen und ihre Kinder” zu thematisieren. Es ist ja auch Roland Kochs gutes Recht, Jugendgewalt als Ausländergewalt zu thematisieren.
Der Mythos von der qua Geschlecht friedfertigen Frau wurde natürlich, ebenso wie so ziemlich alles was wir als “weiblich” empfinden, maßgeblich im frühen Bürgertum geprägt.
Ich finde, ein kluger Feminismus stellt seine politische Identität nicht dadurch her, dass er ohne Not Weiblichkeitsmythen bemüht. Das “Feministische Dilemma” sollte bekannt sein. Diese Mythen werden aber mit jeder pauschalen negativen Aussage zu Männern bemüht: “Frau” ist zwangsläufig das, was “Mann” nicht ist.
Wenn häusliche Gewalt singulär als “Männergewalt gegen Frauen und ihre Kinder” dargestellt wird (wenn ein Kind geschlagen wird, dann sehr oft zugleich von beiden Elternteilen), und wenn Frauen die einmal in ihrem Leben “wütend wegeschubst” wurden, als Gewaltopfer gezählt werden (so kommt die Zahl, derzufolge jede vierte Frau Oper von “Männergewalt” ist, zustande) dann wird das Bild von Gewalttätigkeit als essentiell männliche Eigenschaft konstruiert.
Konstruiert, und nicht festgestellt. Aber Vorurteile werden ja immer als statistisch verbrämte “Wahrheit” empfunden.
Ähnliches gab es in den 90er Jahren, als angeblich jeder vierte (scheint eine beliebte Zahl zu sein) Vater seine Töchter vergewaltigte. (Glücklicherweise hat sich bei den in dem Bereich arbeitenden Feministinnen mittlerweile ein differenzierteres Bild etabliert. Täterinnen werden ausdrücklich wahrgenommen, mein Respekt für das reflektierende Engagement)
Wie gesagt, die Gesellschaft lohnt’s natürlich kurzfristig. Dann sich aber bitte nicht über die liebe Eva empören. Es spielt keine Geige, ob man den Umweg über das Konstrukt “die Männer” geht, um Weiblichkeitsmythen zu huldigen.
Aber es gibt ja gar keine Männerfeindlichkeit im Feminismus. Böser Backlash, der dem Feminismus so ein negatives Image verpasst. Die Frauen, die sich distanzieren sind alle dumm und haben keine Ahnung, Propagandaopfer.
@Rochus: Danke das du mich vertreten hast während ich mich der kühlen Logik der Phosphorchemie gewidmet habe.
Allgemein finde ich es sehr spannend, dass zu einem Beitrag in dem ich fordere, dass eine bestimmte Menschengruppe die sich subjektiv in einer Gewaltsituation befinden, aus der sie alleine nicht herauskommen, Hilfe angeboten wird, eine Diskussion darüber ergibt ob Frauen gegen andere Menschen Gewalt ausüben.
Guten Morgen Nicholas! Es gibt Frauen die werden geschlagen. Deshalb nehme ich mir am Weltfrauentag das Recht heraus auf diese Frauen aufmerksam zu machen. Dabei treffe ich überhaupt keine Aussage darüber ob Frauen auch schlagen. Alles was ich getan hab ist, meine Erfahrungen an einer Veranstaltung zu schildern die forderte diesen Menschen zu helfen und dann diese Forderung noch einmal zu bekräftigen.
Ich weiß, dass der Friedfertigkeitsmythos eben solcher ist. Das ist ein Thema mit dem ich mich schon sehr lange herumtrage, jedoch noch keine angemessene Formullierung für finden konnte.
Ich weiß, dass die meisten Beziehungen zu komplex sind um sie auf Männergewalt gegen Frauen zu reduzieren, deshalb habe ich auch die Subjektivität von Gewalt erwähnt.
Ich weiß, dass es kaum Studien darüber gibt wie und von wem und wann im Leben Männern häusliche Gewalt wiederfährt. Leider bin ich Chemikerin und nicht Soziologin sonst könnte ich so eine Studie in Angriff nehmen. Wenn es dir so wichtig ist, dann schreibe doch selber einen Artikel in dem du Gewalt gegen Männer thematisierst *UND* Lösungsvorschläge aufzeigst.
Nicholas, du tust als seist du nicht in der Lage selber zu agieren. Du bist ein Mensch der mindestens mal so erwachsen ist (Ich formulier das so, weil ich nicht weis wie alt du bist. Du könntest genauso gut 16 wie auch 35 sein. Ich mag da keine Aussage drüber treffen, vermute aber letzteres.), dass er sich mit dem Thema Gewalt unter Menschen auseinander setzen kann und dazu sogar noch Daten herauskramt. Was hindert dich daran selber aktiv zu werden? Ein Männerhaus zu gründen? Dafür zu proterstieren, dass Gewalt gegen Männer und Jungen im speziellen thematisiert wird?
Dass “häusliche Gewalt als strukturelles Element des Patriarchats” begriffen wird widerspricht doch überhaupt nicht der Aussage, dass es eine Gewaltkreislauf gibt, in dem Menschen dazu erzogen werden Gewalt auszuüben.
Gruß Paula.
Paula, das Einzige, was ich zu Deinem Artikel gesagt habe war, dass eine richterliche Entscheidung sofort ergeht, und daß ich Frauenhäusern gegenüber keine grundsätzlich negative Haltung habe, aber einen subjektiven Ansatz für die praktische intervention als nicht geeignet erachte. Du scheinst ja da gar nicht so weit von entfernt zu sein.
Die Diskussion zwischen mir und Rochus ging um die Behandlung des Themas im Allgemeinen. Und da nehme ich mir das Recht heraus zu kritisieren, dass tradierte Stereotypen bemüht werden, offenbar um dem Thema Popularität zu verschaffen. Das halte ich – neben dem negativen Männerbild, das dabei entsteht bzw. verstärkt wird – auch aus feministischen Erwägungen heraus für unklug.
Nochmal gelesen:
Wenn Dir die Richtung nicht gefällt, die die Diskussion genommen hat: Warum beschwerst Du Dich nicht bei demjenigen, der Quantitäten von männlicher und weiblicher Gewalt ins Spiel gebracht hat?
Wie gesagt, das mit dem Ausblenden von Frauengewalt bezog sich auf manche feministische Ansätze in Bezug auf Frauenhäuser – Und das war wiederum meine Begründung für die von Dir kritisierte Zurückhaltung bei der Unterstützung von Frauenhäusern. Gefällt es Dir nicht, wenn man sich Gedanken darüber macht, was Du schreibst?
Häusliche Gewalt als Element des Patriarchats – Hm. Wenn man das auf der Makroebene so sieht, und nicht davon ausgehend Individuuen beurteilt, dann kann ich damit leben. Wenn man häusliche Gewalt aber als ein wesentliches Mittel begreift, mit dem das Patriarchat durchgesetzt wird – Dann geht das in meinen Augen am Problem vorbei.
@Nikolaus: Erstmal, bitte ich dich um Entschuldigung, dass ich deinen Namen so verhunzt habe.
Dann, dass das was ich schreibe diskutiert wird finde ich gut. Jedoch habe ich mir Mühe gegeben im Artikel meine eigene Meinung offen bezüglich der Geschlechter von Opfer und Täter zu beschreiben. Bei dem was andere mir an den Kopf geworfen haben … Da kann ich wenig machen.
Beim nochmal lesen ist mir aufgefallen, dass ich an zwei Stellen Frauenhaus geschrieben habe, wo ich auch Personenhaus hätte schreiben können. Wenn das ausreicht damit der Vorwurf, ich würde Frauengewalt ausblenden, gerechtfertigt ist… Mea Culpa.
Und das Thema Frauengewalt hast doch eindeutig du angefangen.
In deinem letzten Kommentar, hast du das Thema häusliche Gewalt im Patriarchat noch einmal angesprochen. Darauf würde ich gerne Antworten, jedoch in einem eigenen Artikel, den ich dann heute spät oder morgen online stelle.
Liebe Grüße Paula.
Unklar.
Welcher Teil?
Der “feministische Ansatz” bezog sich auf das Konzept der meisten Frauenhäuser, und nicht auf Paula Schramm.
Jetzt muss ich nochmal sagen: Unklar.
Ich hatte das schon so verstanden, dass du den “feministischen” Ansatz in Frauenhäusern bemängelst.
Mir persönlich geht es ja ehr um den “persönlichen” Ansatz, dass die Menschen die Hilfe brauchen auch Hilfe bekommen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das auch der Ansatz der meisten Frauenhäuser.
Wenn du dich nochmal, in Bezug auf den letzten und vorletzten Kommentar, erklären würdest, wäre ich dir sehr verbundnen.
Paula.
Wo nimmst Du das her? Ich habe durchaus verstanden (ich kann lesen) das es in Deinem Artikel um Frauenhäuser ging. Ich habe geschrieben: “Ich habe nichts gegen Frauenhäuser”
Wo habe ich Dir vorgeworfen, Du würdest “Frauengewalt” (ein blöder Begriff eigentlich) ausblenden? Das ist mir Unklar.
Ein persönlicher Ansatz ist ja schön und gut, nur muss ein Frauenhaus erheblich mehr leisten, als Räume zur verfügung zu stellen.
Nein du hast nicht gesagt, dass ich Frauengewalt (Ja wirklich ein blöder Begriff) ausblenden würde. Ich hatte nur den Eindruck, dass im Lauf der Diskussion deine anfängliche Aussage immer mehr auf mich bezogen war. Genau genommen habe ich mich angegriffen gefühlt. Ob das deine Intention war ist dafür auch primär irrelevant, denn ich habe mich bemüßigt gefühlt, mich zu verteidigen. Wenn du dich wiederum durch meine Reaktion angegriffen fühlst, möchte ich diese Stelle nutzen um das auszuräumen. *friedenspfeifehinhalt*
Habe ich das denn richtig verstanden, dass auf deiner Seite Interesse daran besteht häusliche Gewalt und
den bösen Wolfdas Patriarchat zu diskutieren?Das es in dem Artikel um Frauenhäser geht liegt daran, dass es diese real gibt und Männerhäuser nur als theoretisches Konstrukt.
Wie würdest du denn daran gehen, häusliche Gewalt praktisch zu bekämpfen? Oder sollte das vielleicht nicht unser Ziel sein, sondern allen Teilhabenden gleiche Möglichkeiten der Verteidigung/des Angriffs geben?
Frauenhaus bedeutet für mich viel mehr als nur “Räume zur Verfügung stellen”, sondern schließt weitere Hilfestellungen ein.
Ich fürchte, dann würden wir uns alle bald den Kopf einschlagen.
Ich habe zu dem Thema kein wirkliches Wissen, aber ich hätte Ideen. Man könnte an Schulen (natürlich für Alle) Gewalt- und Konflikttrainings durchführen. Dort lernt man, sowohl seine eigenen Aggressionen zu kontrollieren, als auch damit umzugehen, wenn gewalttätig zu werden droht, egal ob zu Hause oder auf der Straße. Das wäre natürlich nur vorbeugend.
Wenn man lokal solche Kurse für Erwachsene anbietet, dann kriegt man so vielleicht das eine oder andere Opfer aus seiner Isolation. Die meisten Opfer schämen sich, wenn sie so ein Angebot wahrnehmen müssen sie sich ja erstmal nicht “Outen”. Die Schwelle wäre nicht so hoch.
Jedenfalls müssen Ressourcen bereitgestellt werden, und das ist eine Frage von Politik. Ich bin nicht so begeistert davon, dass das Thema immer in der Genderdebatte auftaucht, das Polarisiert – So kriegt das Thema wahrscheinlich weniger Unterstüzung, als es möglich wäre.
Ja, was kann man persönlich tun. Man kann sich über die bestehenden Angebote imformieren, und diese Informationen in seinem Umfeld verbreiten. Vielleicht kommt ja so bei betroffenen etwas an. Das Problem ist ja leider völlig unsichtbar.
..Kommentar verschwunden. Dauert offenbar ein wenig.
Hm… in der Moderationsque steht nix. WordPress ist allerdings nicht 100% sicher was Text speichern angeht. Es tut mir leid.
Okay, in kürze nochmal. Mein Wissen zu dem Thema hält sich in Grenzen, aber so wie ich das Überblicke:
- Die praktische Arbeit gehört in die Hände von Fachleuten
- Zur Vorbeugung: Konflikt- und Gewalttrainings an Schulen, Konfliktlösungskompetenzen, Aggressionskontrolle und den Umgang mit bedrohlichen Situationen lernen
- Das gleiche für Erwachsene lokal anbieten, vielleicht nehmen Betroffene dieses Angebot wahr, sie müssten sich nicht outen und es wäre ein erster Schritt aus der Isolation
- Ressourcen eine politische Frage, Polarisierung als Gender-Thema verringert möglicherweise breite Zustimmung.
- Jeder kann sich über bestehende Angebote informieren und diese Information in seinem Umfeld verbreiten, damit ein breites Wissen zu diesen Angeboten entsteht. Überhaupt das Thema öfter diskutieren.
- Man müsste herausfinden, warum das Thema so ein Tabu (nicht als Politikum, sondern für die Betroffenen selbst) ist. Ich glaube, eine sachliche Aufklärung zu den Ursachen wirkt der Scham entgegen. Überhaupt: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung. Sachlich, möglichst wenig dämonisierend. Das halte ich für fast das Wichtigste.
So, jetzt ist der Kommentar wieder da – sorry. Der Spamfilter hier frißt seit geraumer Zeit viele Kommentare, ohne Sinn und Verstand. Ich hoffe das demnächst auf neuem Webspace beheben zu können, werde aber zur Migration noch eine Weile nicht kommen.
Bis dahin im Zweifelsfall bitte: etwas Geduld. Ich bin nicht 24/7 online, um das immer nachzusehen, und derzeit bin ich derjenige, der die Kommentare aus dem Filter wieder herausholen kann. (Während ich online bin, sehe ich regelmäßig nach.)
Ah, alles da.
Deine Ansätze gefallen mir. Jedoch muss das Thema politisch an irgendeiner Stelle angesprochen werden. Bisher haben das vor allem Frauen getan, etwas das sicher in einem Rückkopplungskreislauf damit steht, dass das Thema fest in der Genderpolitikecke steckt.
Zum Enttabuisieren, ich glaube, dass gelingt nur, wenn man alle Faktoren anspricht, die im Spiel sind. Nicht dämonisierend aber dennoch auf Gefühle eingehend.
Danke für die schlußendlich freundliche Diskussion.