Lila steht für Gerechtigkeit
„Mögen alle Frauen ihr Potential erreichen.“ Schrieb ich letztes Jahr zum Internationalen Frauentag in mein Blog. Es war auch der Tag an dem ich zum ersten mal verstand was der Unterschied zwischen Geschlecht und Gender ist. Seit dem hat sich für mich viel verändert, ich habe dazu gelernt. Weil ich gerade dabei bin von Veränderungen und Entwicklungen zu sprechen, und ich euch, liebe LeserInnen, nicht mit langweiligen persönlichen Geschichten… äh… langweilen will, auch der Frauentag hat eine lange Entwicklungsgeschichte hinter sich, welche 1910 begann.
Vielleicht sollte ich sogar noch ein Stückchen weiter ausholen bis 1791 in Frankreich, als Olympe de Gouges die „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ veröffentlichte, eine Reaktion darauf, dass Frauen aus der neuen Gesellschaft der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ausgeschlossen waren. Immer wieder flammten in den Jahrzehnten drauf die Forderungen nach einem Frauenwahlrecht auf. Zum Beispiel in England, wo 1908 die „Women’s Social and Political Union“ unter den Farben Lila, Weiß und Grün aktiv war. Das Lila Stand für die Gerechtigkeit und wird auch heute noch so benutzt. In Deutschland kam die Forderung nach Wahlrecht erstmals mit der Revolution von 1848 auf. Nach dem Ende der Revolution wurde jedoch erstmal ein allgemeines Politikverbot für Frauen erlassen, dass erst 1908 fiel.
Zwei Jahre später fand in Kopenhagen bei der Sozialistischen Internationalen Clara Zetkins Vorschlag eines Internationalen Frauentages eine starke Resonanz. Sie hatte sich von Protesten sozialistischer Frauen in den USA beeinflussen lassen. Erstmals gab es dann 1911 einen Frauentag, um für Frauenwahlrecht und gegen gesetzliche Diskriminierung zu demonstrieren. Kurz vor Beginn des ersten Weltkrieges 1914 vereinigten sich in Deutschland erstmals die bürgerliche und die arbeiterliche Frauenbewegung im Nationalen Frauendienst, einer Wohltätigkeitsorganisation die Frauen an der “Heimatfront” unterstützte. 1918 erlangten Frauen in Deutschland endlich das Wahlrecht. Fortan wurde der Frauentag genutzt um auf diverse soziale Misstände aufmerksam zu machen.
Zwischen 1933 und 1945 war der Frauentag, unter anderem aufgrund des sozialistischen Ursprungs verboten. Aber auch nach dem zweiten Weltkrieg belebte sich der Frauentag in seiner politisch aufrührenden Form nicht wirklich wieder. In Ostdeutschland mutierte er zu dem ideologischen Feiertag an den ich mich noch, Ende der 80er Jahre, erinnern kann. Es wurden die Arbeiterinnen in besonders harten, männlichen Berufen gelobt und wir, als Klasse, luden unsere Mütter ein um sie zu feiern und ihnen im Unterricht angefertigte Karten zu übergeben. In Westdeutschland wurde der Frauentag mit der zweiten Welle der Frauenbewegung aus seinem Los als Muttertag befreit. Seit 1975 veranstaltet auch die UN jährlich zum 8. März eine Feier und hat seit 1977 den Tag als Internationalen Frauentag anerkannt.
Seit einigen Jahren gibt die UN jährlich ein Thema samt Hintergrundinformationen aus. Dieses Jahr steht es unter der Überschrift „Investing in Women and Girls“. Damit wären wir dann auch wieder bei dem was ich letztes Jahr geschrieben habe. Der UN-Text zeigt; nicht nur Frauen profitieren, wenn diese ihr volles Potential erreichen können.

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Mit Verlaub: Der Nationale Frauendienst war nicht dazu da, um für Frieden zu agieren, sondern um Frauen für den Kreig zu mobilisieren (Heimatfront)
Da dreht sich Clara Zetkin gerade um Grab um, glaube ich..
*rotwerd* Das kam ja ganz anders raus als es sollte. Manchmal hat gegenlesen schon was für sich.
…
Wenn ich jetzt verstehen würde, welchen Kurzschluss es in meinem Hirn gegeben hat, damit ich das so umgedreht hat. Es tut mir Leid. Entschuldige bitte.