Susan Sontag: Leidenschaft der Vernunft
Ein Symposium am 16. Januar 2008
Die Heinrich-Böll-Stiftung lädt für den 16. Januar 2008 zu einem Symposium Leidenschaft der Vernunft über Susan Sontag ein – Anlaß ist der 75. Geburtstag der 2004 verstorbenen Intellektuellen.
Das Symposium findet von 13 bis 19 Uhr statt (der Eintritt ist kostenlos), für die sich um 20 Uhr anschließende Filmvorführung von Godards 2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß werden fünf Euro Eintritt fällig.
Aus der Ankündigung:
Susan Sontag war New Yorkerin, doch im Grunde überall zu Hause. In ihrem Leben und Werk versuchte sie stets, die Mannigfaltigkeit der Welt zu erschließen. In vielen Ländern hat sie sich nicht nur schreibend, sondern auch existentiell engagiert: von Bosnien über Israel und Palästina bis Vietnam.
Sontag war eine radikal heutige, geistesgegenwärtige Intellektuelle mit universellen Interessen. Allem Neuen gegenüber offen, verhalf sie unentdeckten Künstlern in Literatur, bildender Kunst und Film zu weltweiter Anerkennung. Vor allem als Photographie-Theoretikerin und Filmkritikerin hatte sie eine Pionierrolle inne. Ihre brillante Analyse- und Formulierungsfähigkeit verband sich mit den ästhetischen Präferenzen einer hoch gebildeten Persönlichkeit. Einem allzu elitären Kulturbegriff misstrauend, behielt sie sich eine wache Aufmerksamkeit für die Stil- und Codierungslust der Popkultur bei. Susan Sontag verband Geist und Glamour in wohl einmaliger Weise.
Wie nicht wenige linksliberale Intellektuelle ostjüdischer Herkunft vertrat sie offensiv das alteuropäische Bildungsideal in der Neuen Welt, der sie stets als solidarische Kritikerin begegnete. Von Auschwitz nachhaltig traumatisiert, rang Sontag als “nichtjüdische Jüdin” um die verteidigenswerten Errungenschaften des Alten Europa. Nicht zuletzt deutscher Literatur und Musik galt die leidenschaftliche Liebe der 2004 verstorbenen Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels.
In einem halbtägigen Symposium auf der Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung soll der Versuch gemacht werden, die vielen Seiten dieser herausragenden Figur der jüngeren Zeitgeschichte zu beleuchten.
Geplanter Ablauf:
13.00 Begrüßung durch Heinrich-Böll-Stiftung, Einführung durch Richard Faber und Christine Holste (Berlin)
13.30 Carolin Ehmke (Berlin): “Die Kriege anderer betrachten: Susan Sontags Blicke auf die entfesselte Gewalt”
14.15 Reinhard Brenneke (Luxembourg): “Kein Revolutionstourismus: Sontags Reise nach Hanoi”
15.00 Pause
15.30 Thomas Meyer (München): “Sontags nichtjüdisches Judentum linksliberaler Couleur”
16.15 Olaf Briese (Berlin): “Wider die Panikmache. Über Sontags Krankheits-Essays”
17.00 Pause
17.30 Rainer Zimmermann (München): “Sontags Science-Fiction-Studie in heutiger Perspektive”
18.15 Karin Bruns (Linz), NN
19.00 Pause
20.00 “2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß” (Jean-Luc Godard, 1967)Informationen: Jan Engelmann, Tel. 030-28534-252, E-Mail: engelmann@boell.de
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