“Ein starker Mann ist selbstbewusst und emotional präsent”
Das in der Online-Ausgabe hinzu gesetzte Bild ist zwar zum Thema eher etwas bizarr, aber unbedingt lesenswert ist das Interview mit Jürgen Krabbe in der heutigen taz zu Männerbildern und Gewalt, das auch auf die Frage kultureller und biologischer Differenzen zu sprechen kommt:
In letzter Zeit wird viel über das archaischere Männerbild vieler Zuwanderer geredet. Gibt es da einen entscheidenden Unterschied?
Es gibt kulturelle Unterschiede. Aber ehrlich gesagt: Das grundlegende Männerbild “Du musst groß und stark sein, dich durchsetzen und zu Hause die Hosen anhaben”, das ist überall sehr ähnlich. Die meisten Väter leben ihren Söhnen nicht vor, wie man Konflikte gut lösen kann. Im Gegenteil, sie geben Männermythen weiter, weil sie vor ihrem Sohn als Held dastehen wollen. Das tun die Deutschen nur in anderer Weise als die Anatolier.
[...] Gerade ist die These von der genetischen Unterschiedlichkeit der Geschlechter groß in Mode.
Das ist doch sehr oberflächlich. Jungen spielen nicht mit Puppen, heißt es immer. Das ist eine geschlechterblinde Sichtweise. Alle Jungen haben eine Puppe, nämlich den Teddy. Der wird ab einem bestimmten Alter dann versteckt, wenn die Freunde zu Besuch kommen, und das sicher nicht aus genetischen Gründen. Jungen wird heute noch oft Sensibilität aberzogen. Wenn eine Mutter zu mir sagt: Der Junge weint so oft, der ist so sensibel, dann möchte ich sagen: Seien Sie doch froh! Viel zu viele Jungen werden zu hart gemacht.
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