“Nein das muss ich nicht. Ich bin Feministin”
Gestern fand an der Uni Stuttgart, im Rahmen der Spiegel Online Reihe Spiegel Gespräch-live an der Uni, ein Interview von Seyran Ates durch Barbara Supp statt. Im reißerischen Stil des Spiegels war das Interview mit „Multikulti-ein Irrtum auf Kosten der Frauen?“ betitelt.
Seyran Ates nennt sich selbst Deutschländerin türkisch-kurdischer Abstammung, hat Juristerei studiert und war 9 Jahr lang Anwältin. Dazu engagiert sie sich politisch, z.B. in der Deutschen Islamkonferenz. Im Oktober ist ihr neues Buch „Der Multikulti-Irrtum“ erschienen, daher auch der Titel.
Sie fing, geleitet durch Fragen, an zu beschreiben wie die Situation von Frauen und Mädchen aus Migrationshintergründen heute in Deutschland ist. Dabei schilderte sie sowohl Einzelfälle, als auch Studien und Berichte. Entgegen den Erwartungen de meisten Zuhörer, suchte sie die Ursache von Ehrenmord, Gewalt und Zwangsheirat nicht in Religion sondern in den traditionellen patriarchalischen Strukturen. Diese, so Ates, werden durch ein Nebeneinander der Kulturen nur noch gestärkt. EineUrsache dieser Parallelgesellschaften sieht sie in der Multikultibewegung der 60 und 70 Jahre. Die „Multikultis“ wollten ein buntes kulturelles Nebeneinander, da sie als Alternative nur die pure Assimilation sahen. Weder das eine noch das Andere ist wünschenswert. Assimilation zerstört den Reichtum der mitgebrachten Kultur, während ein Nebeneinander Isolation und Verstärkung traditioneller Strukturen bringt, zum Nachteil der Selbstbestimmtheit, besonders in sexueller Hinsicht, der Frauen. Solche Parallelgesellschaften gibt es jedoch überall auf der Welt, in der Hinsicht sei Deutschland weder besser noch schlechter als andere Länder. Ein Lösung soll auch international gesucht werden. Sie betonte auch wie wichtig Integrationsmaßnahmen außerhalb der Migrationsgemeinschaft sind. Die Frauen müssen raus aus ihrer „verschlossenen Welt“ und „anders erleben“ lernen. Dies gilt besonders für die Mütter und Schwiegermütter, die nicht erkennen können, dass ihre Töchter anders glücklicher leben könnten. Für diese älteren Frauen scheint es keine Alternative zu ihrer traditionellen Lebensweise zu geben. In diesem Zusammenhang ist auch ein Zitat gefallen, dass mir Türen zu ganz neuem Verständniss öffnet: „Die Ehre des Mannes trage ich zwischen meinen Beinen“ fiel um den Beriff „Şeref“ zu erklären. Gegen Ende des Gesprächs wurde sie noch gefragt ob sie den Frauenrechte mit dem Koran begründen kann, bzw. muss. Darauf antwortete sie verschmizt „Nein das muss ich nicht ich bin Feministin“
Ergänzend zu den Fragen von Frau Supp wurden noch einige Publikumsfragen angenommen, diese kamen von einer Kopftuchträgerin eine Reihe vor mir die sich über Frau Ates’ Wunsch eines Kopftuchverbotes an öffentlichen Orten echauffierte, sowie von zwei muslimischen Studenten die meinten sie müssten erklären, dass der Islam Gewalt gegen Frauen auch verbietet und dass sie sich doch nicht über die Ehrenmorde an Frauen aufregen soll, da Männer von selbigen ebenso betroffen seien. Letzteres ist natürlich vollständiger Humbug. Und selbst wenn. Soll ich aufhören das Leck an meinem Boot zu flicken nur weil deines auch voll läuft?
Das ganze Interview wird sicher bald im Spiegel oder auf SPON zu finden sein, vielleicht auch nur eine Version die der Redaktion in den Kram passt. Für mich habe ich aus dem Interview aber folgendes mitgenommen: Es fehlt nach wie vor an geeigneten Maßnahmen zur Integration, z.B. ein Einwanderungsgesetz. Dazu kommt eine langsame aber stetige Politisierung des Islam hin zum Islamismus, eine Entwicklung, die der Selbstbestimmtheit von Migrantinnen sicher nicht zuträglich ist. Wir müssen weiter darüber reden und Toleranz gegenüber Menschenrechts- und Grundgesetzesverletzungen auf Null fahren. Toleranz gegenüber andern Lebensweisen ist ja schön und gut wenn sie denn selbst gewählt sind.
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