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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Prinzessin Horst

 Rochus Wolff   8. Oktober 2007
 Bücher, Elternschaft

Gelegentlich waren ja hier schon Kinderbücher einmal Thema – eines meiner Lieblingsbeispiele mit Gender-Thema fand aber bisher noch keine Erwähnung: Prinzessin Horst. Das lag vor allem daran, daß das kleine Werk – als Pixi-Buch erschienen – nicht ohne Weiteres bestellbar war und ich nicht auf ein vage theoretisch fluktuierendes Werk verweisen wollte.

Jetzt hat Carlsen sich der offensichtlich bestehenden Nachfrage gebeugt und Prinzessin Horst noch einmal als kleines, gebundenes Büchlein herausgebracht. Das Buch ist im Stil eines (von Kinderhand nachgezeichneten) Yellow-Press-Magazines gehalten und berichtet von der Geburt einer Prinzessin, die von ihrem Vater Horst genannt wird, weil er sich so sehr einen Jungen gewünscht hatte. Daraufhin kommen Männernamen für Mädchen auf einmal schwer in Mode… Ich finde die Idee sehr hübsch, weil sie ganz unernst thematisiert, wie arbiträr und letztlich geschichtlich bedingt die Namen für Männer und Frauen sind.

(Der ebenfalls auf den Markt geworfene Band 2 hat, soweit ich das nach kurzer Durchsicht sagen kann, mit dem ersten Buch nichts weiter zu tun – irgendwie ist auch Horst ein Thema, aber die Geschichte orientiert sich ein wenig (ürks) an Prinz Charles und Lady Di, und der Text ist eher schlecht als recht gereimt.)

Fallen Euch noch weitere gute Kinderbücher ein, die Geschlechterfragen thematisieren? Für kurze Inhaltsangaben und Beschreibungen wäre ich sehr dankbar.

 
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5 Kommentare

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  1. es gibt ne liste mit kinder/jugendbücher die wohl so anti-schönheitsnormen ausgerichtet sind..(und damit einhergehend wohl auch eher anti-geschlechterrollen) http://libr.org/juice/issues/vol2/LJ_2.40.html#8

    von der liste kenn ich nur bluest eyes, das ist aber sehr lesenswert…
    ” – ein Roman von Toni Morrison: The Bluest
    Eye (auf Deutsch: Augen so blau). Dort wird die Geschichte eines Schwarzen
    Mädchens erzählt, das an seinem Wunsch, blaue Augen zu bekommen, sowie am
    Rassismus der Weißen Dominanzgesellschaft körperlich und seelisch
    zerbricht.
    (anscheindend ist es auch besser, dass buch wenn möglich auf eng.zu lesen,da die deutsche übersetzung nicht gut ist) ”

    (gefunden hier: http://www.lookism.info/cgi-bi.....1151947580)

  2. wie arbiträr und letztlich geschichtlich bedingt die Namen für Männer und Frauen sind.

    Gibt es Menschen, die etwas anderes behaupten? Nicht, daß Namen ohne jede Bedeutung für das Individuum wären, das sie trägt – aber das klingt so, als ob es Leute gäbe, die ein vorkulturelles System zur geschlechtlichen Namensgebung behaupten. Gibt es die?

  3. Hm – kleine Kinder? Alle, die noch nie darüber nachgedacht haben und/oder keinen Linguistik-Grundkurs besucht haben? Nur zum Beispiel.

  4. naja und dann das hier einst erwähnte “papa und sein freund frank”…

  5. Lieber Rochus,

    Prinzessin Horst habe ich mir gleich bestellt.
    Hier noch ein Kinderbuch von Günther Feustel (Autor der “Fliegenden Windmühle” – die im Übrigen ja auch von einem tollen Mädchen handelt) “Der Drache mit der Pudelmütze”. Es handelt von einem Drachen, der, kaum 100 Jahre alt geworden, der Meinung ist, er müsste jetzt mal eine Prinzessin rauben. Er raubt sich Prinzessin Maxi, eine pferdebeschlagende Prinzessin. Maxi bringt den Haushalt des Drachen ordentlich durcheinander, so dass er sie nach 3 Tagen freiwillig wieder zum König zurückbringt. Sie war ihm einfach zu aktiv.

    Erschienen in der Reihe der PIXI-Bücher. Und hier in der Sonderausgabe der citibank.
    Vielleicht findest Du es ja irgendwo.

    Grüsse Diana

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