Anzeige

Anzeige

Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

War ja nicht alles schlecht bei Eva Herman

 Rochus Wolff   12. September 2007
 Anti-Feminismus, Bücher

Hitlers Frau - ahoi polloi

Inhaltlich hat zur Debatte um Eva Hermans seltsame Wahrnehmung des Nationalsozialismus Felix Schwenzel eigentlich schon alles gesagt, was man dazu sagen müßte:

die wertschätzung der nazis für mütter war ja relativ eingeschränkt. mütter die nicht der richtigen „rasse“ angehörten oder „erbkrank“ waren wurden nicht so doll wertgeschätzt, sondern vergast, zwangssterilisiert oder für medizinische experimente misbraucht und gequält.

Da sieht auch eine Entschuldigung seltsam aus, wenn man die Aussagen vorher auf Nachfrage noch bekräftigt hat: als fürchte Frau Herman die Konsequenzen ihrer Aussage, nachdem ihr aufgefallen wurde, daß die nicht so ganz koscher waren. Zumal sich mir nicht ganz erschließen will, was das “Gegenteil eines Nazis” sein soll. Immerhin paßt dieser sprachliche Lapus ziemlich genau in den Ton und Sprachfluß ihrer “Sachbücher” hinein.

Daß Thea Dorn da was ahnte, ist ja im Übrigen nicht neu. Dennoch gibt es vereinzelt Stimmen, die sie verteidigen:

Man sollte meinen, dass eine Mitarbeiterin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine eigene Meinung haben und äußern darf. Es hat einen schalen Beigeschmack, wenn ausgerechnet im öffentlich, rechtlichen Dienst eine unliebsame Meinung unterbunden wird.

Nun hat im Übrigen natürlich jedeR das Recht “sich zum Horst zu machen”, wie Mariam Lau das so schön formuliert. Dieses Recht hat Frau Herman ja auch gehabt und wahrgenommen. Aber sie muß dafür nicht auch noch mit einer Talkshow belohnt werden.

Ansonsten lassen wir einfach – ein kleiner Rückblick sei gestattet – Desirée Nick zu Wort kommen, die die Schriften der “unsägliche Hobby-Antiemanzipatorin” schon ausführlich kommentiert hat.

(Cartoon mit freundlicher Genehmigung von ahoi polloi)

 
Teilen 
 
-->

7 Kommentare

(RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel)

  1. Ich denke ja immer noch, daß die zunehmende öffentliche Diskussion von feministischen Themen, ob nun als “neuer” Feminismus oder alter oder irgendwas dazwischen, im wesentlichen auf Eva H., ihre Pop-Weisheiten, und die Erkenntnis, daß das alles eben so nicht mehr ins 21. Jahrhundert passt, zurückgeht. Das macht sie irgendwie schon zur “Meta-Feministin” (http://tapsmedia.de/battleofth.....eministin/).

    Jetzt ist aber gut. Alles andere ist Nachtreten.

  2. Wie misst man eigentlich, ob irgendwas eine “zunehmende öffentliche Diskussion” ist? Sind diese Themen nicht schon IMMER in den Medien, nur mit wechselnden Rollenbesetzungen? Obwohl ich noch nicht uralt bin, ist mein Eindruck, dass Frauen IMMER SCHON total unterschiedlich waren und NIE müde wurden und werden, sich deswegen gegenseitig so richtig einzuheizen. Immer mal steht eine auf, zurzeit gerade Eva Herman, und behauptet im Namen der Frauen zu sprechen, wofür sie dann von (vielen) Frauen richtig aufs Näschen kriegt. Umgekehrt passiert das Gleiche mit Alice Schwarzer. Frauen sollten einfach mal aufhören, “Wir Frauen” zu sagen, wenn sie ICH meinen, vielleicht wird das dann alles verständlicher. Aber vielleicht auch langweiliger. ;-)

  3. Ich bin weiß Gott kein Anhänger von Eva Hermans Biologismus.

    Man kann ihr zurecht, aufgrund ihrer Äußerungen, eine Verklärung und Verharmlosung des Nationalsozialismus vorwerfen.

    Ob es der Aufarbeitung der Geschichte des dritten Reiches und der Wahrnehmung seiner Opfer dienlich ist, ihren Biologismus in die Nähe des Biologismus der Nationalsozialisten zu stellen, wage ich zu bezweifeln. Daß sie selbst Anlass gegeben hat finde ich nebensächlich, es geht dabei gar nicht um ihre Person.

    Von Felix Schwenzels “Die 68-er sind die Juden von Heute” – geseier mag ich am liebsten gar nicht reden, zeigt er doch damit, daß sein Kenntnisstand über den Nationalsozialismus sich in etwa auf Augenhöhe mit dem der lieben Eva bewegt.

    Wenn es Frau Dorn gar nicht so leicht fällt, zwischen Hitlers “Mein Kampf” und Hermans “Eva Prinzip” zu unterscheiden, dann haben sich offenbar drei getroffen.

    Jeden Biologismus mit Nationalsozialismus zu konnotieren ist auch eine Form der Verharmlosung und Ver-Klärung.

  4. “this video is no longer available”

    :-(

  5. Journalist oder Inquisitor?

    Die Abendsendung am 9. 10.07 im ZDF mit J.B. Kerner war keine Talkshow, es war eine Inquisition reinsten Wassers unter der Prämisse: Widerruf oder Liquidation.

    Es ist ein einmaliger Vorgang, dass der Gast einer Fernsehsendung vor laufender Kamera hinausgeworfen und in einer derartigen Weise gedemütigt worden ist.

    Der Befragungsstil von Herrn Kerner war nicht an der grundsätzlichen Frage ausgerichtet, die Frau Herman thematisiert und über die man sicher unterschiedliche Auffassungen haben kann. Es ging Herrn Kerner offenbar nur darum, Frau Herman den Widerruf zu einigen unglücklichen und missverständlichen Formulierungen zu drängen und als das nicht gelang, kurzen Prozess zu machen.

    Dass Frau Herman vorgeführt sollte, zeigt schon die Auswahl der von jeder Sachkenntnis ungetrübten Diskutanten, da niemand das Buch gelesen hatte – offensichtlich der Moderator auch nicht. Den Schuldspruch brachte das Tribunal schon mit in die Sendung.

    Die Spitze journalistischen Unvermögens war, dass Herr Kerner sich als unfähig erwies, die erpresserische Inszenierung von Frau Berger zu erkennen und dem in dieser Form provozierten Rausschmiss von Frau Herman nachkam.

    Wer als Moderator mit unbequemen Gästen nicht anders umzugehen weiß, als diesen die Tür zu weisen, hat sich fachlich und menschlich disqualifiziert. Das ist kein kritischer, sondern ganz miserabler Journalismus mit deutlich inquisitorischen Zügen.

    Kerner: „Das Fernsehgericht tagt!“ garantiert nie mehr auf meinem Bildschirm.

    Friedhelm Wardenbach

  6. Nein, Herr Wardenbach, Sie irren. Herr Niggemeier hat da genauer zugeschaut.

  7. Herr Wolff weiß natürlich genau wer sich irrt, und hat schon Anfang September mit der lieben Thea die Prosecco-Korken knallen lassen. (Meinetwegen auch: Den Messwein getrunken)

    Es wird mitnichten der letzte Auftritt der lieben Eva gewesen sein.

    Dass sie sich angeblich in einer Opferrolle einkuscheln soll ist nach der Kampagne, die gegen sie gefahren wurde absurd.

    Danke liebe “Leitmedien”, danke lieber deutscher Feminismus – Die ihr alle bereitwillig von der Springerpresse abschreibt. Wenn die liebe Friede den Konzern leitet ist scheinbar alles gut.

    Die Zukunft ist nicht weiblich, die Zukunft ist konservativ. *kotz*

    P.S.: Um den deutschen Feminismus tut es mir nicht wirklich leid. Wo ist da auch die Differenz zu der lieben Eva? Ja ja, die Alphamädchen werden die Welt retten, und wenn das Matriarchat eingeführt ist dann haben wir uns alle lieb. Uns fehlt einfach die Bindung zu Mutter Erde, da sind die ersten drei Jahre einfach prägend so irgendwie so..

Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.



WordPress · Login für AutorInnen · Impressum

URL dieser Seite: http://genderblog.de/index.php/2007/09/12/war-ja-nicht-alles-schlecht-bei-eva-herman/
blogoscoop