Ein weiter Weg zur Meritokratie
Im Interview mit Kerstin Kellermann erledigt Abigail Solomon-Godeau den Post-Feminismus als nicht feministisch und argumentiert, warum der Feminismus weder Vergangenheit sei noch aufgegeben werden dürfe:
Die Frau glaubt an die individuelle Selbstbestimmung, an ihre eigene Zukunft, dass sich die Welt wirklich um Leistung dreht, das eine Frau so gut sein kann wie jeder Mann – aber das sind Fantasien! Aber die sind schon als Fantasien entlarvt, denn die Welt ist keine „Meritocracy“, auf keinem Level. Meritocracy bedeutet, dass die Leute dafür belohnt werden, wenn sie etwas leisten. Dass es eine Belohnung für Leistung gibt. Sie verdienen die Belohnung: Die klügsten Leute kriegen die besten Positionen an der Akademie, die Kompetentesten kriegen …, die, die am härtesten arbeiten … Aber so funktioniert unsere Gesellschaft nicht.
Lesenswert, wenn auch sicher nicht in allen Punkten unter FeministInnen völlig konsensfähig. Ob der “Post-Feminismus” oder der “Individualfeminismus”, die sie beide angreift, wirklich so apolitisch und ahnungslos sind, darf immerhin bestritten werden. Allerdings kann man Solomon-Godeaus Position verstehen, daß sie sich, was die politische Situation und die strukturellen Machtverhältnisse angeht, gewaltig irren (könnten).
Any thoughts? (Mich interessieren hier nur feministische Positionen, danke.)
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Hallo,
Ich hoffe mein Kommentar erfüllt den Anspruch eine feministische Position einzunehmen.
Da ich “nur” 25 Jahre alt bin, kann ich nicht auf die Zeit vor mir eingehen, sondern nur erzählen, wie ich es im Moment sehe. Ich kann in einigen Punkten Frau Solomon-Godeau übereinstimmen. Ich lebe in Wien und sehe viele Frauen die sagen: “ Ich brauche keinen Feminismus, ich bin doch gleichberechtigt. Ich bin doch keine Männerhasserin.”
Es ist meiner Meinung nach den Medien doch sehr gelungen dem Wort Feminismus ein negatives Image anzuhängen.
Der glaube an eine Meritokratie ist gleichzeitig auch in den Köpfen vieler Frauen fest verankert.
Einen Postfeminismus gibt es meiner Meinung nach auch nicht, da es wirklich noch weit ist, bis eine Gleichberechtigung über diese Welt gekommen ist.
Ihr Wunsch, dass der Feminismus nicht ein monolytische sein solle, ist auch der meine. Leider sehe ich hier in Wien bei einigen feministischen Bewegungen eine Entwicklung in diese Richtung. Frei nach dem Motto, du musst … um ein/e Feminist/in zu sein.
Ich weiß jetzt nicht ob der Kommentar, dass ist was Ihr euch erhofft habt. Des ist halt , was mir dazu einfällt. Halt auch ziemlich zusammenhanglos.