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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Vor diesem Profi wird gewarnt

 Rochus Wolff   7. August 2007
 Film

Einerseits in sehr eigener Sache, andererseits wirklich gender-relevant: Vor dem Besuch des Films Der Date Profi möchte ich nicht nur wegen des orthographically challenged deutschen Verleihtitels warnen, sondern vor allem, weil er nicht komisch ist und extrem seltsame Männlichkeitsbilder versammelt (scoundrels, allesamt). Daß ihn das unter einem ganz bestimmten Blickwinkel schon fast wieder interessant macht, habe ich in meiner Kritik bei critic.de kurz darzulegen versucht.

 
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Ein Kommentar

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  1. Rochus,

    zynische Bestandsaufnahme des modernen Mannes in der Krise

    Ja, ich finde das auch gar nicht uninteressant. Aber was mich – nicht zuletzt angesichts der Kritik – wirklich interessieren würde, hat mehr mit der angesprochenen “Krise” zu tun. Ich habe bei der Lektüre Deiner Text hier eigentlich nicht den Eindruck bekommen, daß Du von eine “Krise des modernen Mannes” ausgehst.

    Vielleicht ist das genderblog als feministisches Blog ja trotz des vermeintlich inkludierenden Titels einfach nicht der Ort für dieses Thema, aber interessieren würde mich schon sehr, ob und wie und wo Du eine Krise der Männlichkeit verortest und ob und wie und wo Du im Falle des Bejahens einer Krise Ansatzpunkte für die Behebung siehst – davon ausgehend, daß es kein Ziel selbst radikalen Feminismus sein sollte, mit der männlichen Identität auch gleich die Männer zu zerstören.

    Ich selbst sehe übrigens keine wirkliche “Krise der Männlichkeit” sondern ganz normale kulturelle Evolution, die im Zusammenspiel mit Biologie verhaltenspsychologische Inkongruenzen erzeugt, bei Männern wie Frauen. Die ganzen Dating-Selbst-Hilfen halte ich daher zwar – wie Du – für einen Teil der Beschreibung des gegenwärtigen Problems, aber möglicherweise eben auch für einen Teil der “Lösung”, sofern der Begriff anwendbar ist.

    Ich glaube ja, daß die Feuilleton-Diskussion die Bedeutung der Frauenbewegung für die Veränderung der Geschlechterbeziehungen in den letzten 30 Jahren im Vergleich zu anderen Variablen, insbesondere den “herrschenden Produktionsverhältnissen”, überschätzt, aber in diesem speziellen Fall denke ich, daß man aus feministischer Sicht nicht unterschätzen sollte, was es bedeutet, daß eine von Männern geführte Diskussion über männliche Schwächen und – letztlich – genderbedingte Probleme jetzt in der Öffentlichkeit stattfindet.

    Da hat sich eine Menge geändert.

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