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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Tagung: Was ist das Neue an der neuen Linken?

 Rochus Wolff   27. März 2007
 Ankündigungen, Politik, Veranstaltungen

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lädt zu einer Tagung unter dem Titel Was ist das Neue an der neuen Linken? Gesellschaftsanalyse aus Geschlechtersicht für den 28. April 2007 (11-16 Uhr) in ihre eigenen Räumlichkeiten am Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin.

Gesellschaftsanalyse aus Geschlechtersicht zu betreiben bedeutet, Ökonomie und gesellschaftliche Naturverhältnisse, Staat, (internationale) Politik, Kultur und Lebensweisen – mithin die gesamte Gesellschaft – in den Blick zu nehmen. Eine neue Linke, die sich dieser Herausforderung stellt und in ihren Analysen Geschlecht als zentrale Strukturkategorie von Gesellschaft begreift, kann so erstmals eine umfassende Perspektive solidarischer Vergesellschaftung gewinnen. Dazu muss sie in ihren Analysen von den veränderten Konstellationen und Widersprüchen ausgehen, die sich im neoliberalen Kapitalismus herausgebildet haben.

Die Frage, wie eine Gesellschaftsanalyse, die sich am Konzept der gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse orientiert im Einzelnen zu bewerkstelligen wäre, und an welche Überlegungen aus der Frauen- und Geschlechterforschung hierfür angeknüpft werden kann, soll auf der Arbeitstagung diskutiert werden. Im Besonderen geht es um den Zusammenhang von Geschlechterverhältnissen und Privatisierung sowie um die Auseinandersetzung mit postkolonialen feministischen Perspektiven auf soziale Gerechtigkeit. Den Abschluss bildet ein kritisch feministischer Blick auf das Programmatische Eckpunktepapier einer neuen Linkspartei.

Wie die Ankündigung vermuten läßt, wirkt auch das Programm eng an den Interessen der (nicht einer) “neuen” Linkspartei ausgerichtet. Ob der Blick, der da im letzten Satz angekündigt wird, dann wirklich ein äußerst kritischer sein wird, muß sich natürlich noch zeigen.

 
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Ein Kommentar

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  1. Schon faszinierend, wenn die Linkspartei “umfassende solidarische Vergesellschaftung” und die “Widersprüche” im “neoliberalen Kapitalismus” schwadronieren. Was das Ganze mit Gleichberechtigung etc. zu tun hat wird nicht klar, kann aber bei dieser Partei nicht weiter verwundern.
    Die Linkspartei versteht sich wie die politische Linke allgemein, als progressiv, vertritt dabei aber sozialkonservative Positionen -Reformen? Lieber nicht…..
    Der Begriff “neoliberal” ist in etwa so sinnvoll wie neodemokratisch.
    Von “solidarischer Vergesellschaftung” zu sprechen unterschlägt die Tatsache, dass die Linkspartei bei praktischer Umsetzung ihrer Vorschläge selbst entscheiden könnte was solidarisch konkret bedeutet. Ergebnis: Macht.
    “Wenn man sich gegen die Anwendung von Zwang zur Erzielung einer gleichmäßigen Verteilung ausspricht, bedeutet das nicht, daß man diese nicht wünschenswert findet. es ist jedoch wesentlich für die Erhaltung einer freien Gesellschaft, anzuerkennen, daß auch berechtigte Wünsche keine zureichende Rechtfertigung für die Anwendung von Zwang sind.” Friedrich August von Hayek: Die Verfassung der Freiheit, Tübingen 1971, S. 107.

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