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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Warum eigentlich dieser Frauentag?

 Annabell Preussler   8. März 2007
 8. März 2007

Als ich noch in der DDR zur Schule ging, gab es am internationalen Internationalen Frauentag immer eine kleine Blume für die Schülerinnen. Genauso wie es am „Tag des Lehrers“ immer Blumen für die Lehrpersonen gab, am Kindertag kleine Geschenke für alle Kinder und am Muttertag für die Mutter. Mir fallen spontan noch viele Möglichkeiten ein, was es denn noch für Ehrentage geben könnte. „Lesben- und Schwulentag“ zum Beispiel. Oder „Tag der Fußballerinnen“. Die Liste könnte lang werden.

Heute bekomme ich keine Geschenke mehr zum Frauentag, warum auch? Dass ich weiblich bin, ist ja nicht mein Verdienst. Wahrscheinlich gibt es global gesehen sogar jede Menge Frauen, die sich wünschen, eben keine solche zu sein. Eine Gratulation wäre hier gänzlich fehl am Platz. Wie ist das mit dem Frauentag? Bedeutet er im Umkehrschluss, dass alle anderen Tage eben Nicht-Frauentage sind?

„Dauernd diese Frauenthemen und das Gerede um Diskriminierung…“, denken sich jetzt sicherlich einige. „Wie schön wäre es doch, wenn das mal langsam aufhören würde.“ Was soll ich sagen? Ich stimme zu. Auch ich freue mich auf demn Tag, an dem die Gleichstellungsbeauftragten feierlich aus dem Amt entlassen werden, wenn nämlich in Sachen Gleichstellungsarbeit alles erreicht worden ist. Wenn Frauen weltweit die Chance auf Bildung bekommen. Wenn Männer und Frauen gleiche Rechte und Pflichten haben und das gleiche Geld für die gleiche Arbeit bekommen. „Jaja, also doch wieder die Frauenthemen“, denkt Ihr. Nein, mir geht es nicht darum, Frauen in besonderem Maße zu fördern, sondern eine Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu erzielen und im Sinne von Gender Mainstreaming den Geschlechteraspekt auf allen Ebenen mitzudenken. Aber: solange es ein Ungleichgewicht der Geschlechterverteilung gibt und solange der Status von Frauen und Männern unterschiedlich ist, solange halte ich es auch für wichtig, in Frauenförderung zu betrieben, wenn Frauen unterrepräsentiert sind, und auf bestehende Diskriminierung aufmerksam zu machen.

Es lebe der 8. März!

Annabell Preussler arbeitet als wissenschaftliche Angestellte an der FernUniversität in Hagen im Lehrgebiet Bildungstechnologie. Nach dem Diplom-Pädagogik-Studium war sie an der Universität Dortmund beschäftigt. Dort war sie ein Jahr lang stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte (wie jetzt wieder an der FernUniversität in Hagen) und während des Studiums als studentische Frauenbeauftragte und AStA-Referentin für Frauen- und Lesbenpolitik tätig.

 
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4 Kommentare

(RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel)

  1. Internationaler Frauentag…

    Heute ist internationaler Frauentag. Warum ich den nach wie vor gut finde, hab ich im Genderblog geschrieben.

    ……

  2. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Gleichberechtigung – warum auch?
    Aber was ich nicht mag, wenn ein Unrecht durch ein anderes ersetzt wird. Und das ist bei manchen gleichstellungspolitischen Dingen leider der Fall.

  3. Hagen findet den Frauentag prima, weil dann auch immer an ihn gedacht wird!

  4. Dann ist meine Karte wohl angekommen :-)

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