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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Mit dem Spruch „Monogamie ist keine Lösung“ wurde ich bekannt. Von vielen aus der Freie-Liebe-Szene habe ich dafĂŒr Beifall erhalten, was mich sehr gefreut hat. Doch die Reduzierung dieses Spruchs auf die Liebe greift zu kurz, er war entstanden als Überschrift einer PresseerklĂ€rung. Diese wandte sich gegen eine ErklĂ€rung junger CSU-Abgeordneter, die sich vehement dafĂŒr aussprachen, das „traditionelle Familienmodell“ als „das einzig wahre“ anzusehen.

Mit einem solchen Familienbild jedoch werden nicht nur diejenigen, die „anders“ leben, diskriminiert – das trifft Regenbogen- und Patchworkfamilien, Alleinerziehende und alle anderen, die eben keine Lust auf Vater-Mutter-Kind haben.

Nein, das Bekenntnis zur vermeintlich so traditionellen Kleinfamilie zementiert vor allem die patriarchale Gesellschaft: Frauen sollen nach dem Willen jener jungen CSU-Abgeordneten am besten an Herd und Wickeltisch verbannt werden, wĂ€hrend Papa die Kohle heranschafft. Das ist nicht nur himmelschreiend ungerecht, sondern verschließt auch die Augen vor den gesellschaftlichen RealitĂ€ten: Eine moderne Wissensgesellschaft braucht die Ideen der gut ausgebildeten Frauen, sie kann es sich nicht leisten, diese Ideen zu verschenken.

Anstatt Ehegattensplitting und Elterngeld braucht eine moderne Gesellschaft ein flĂ€chendeckendes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen. In Kitas sollen die Kleinen aber nicht einfach aufbewahrt werden, sondern von frĂŒh an spielen, lernen und sich selbst erfahren. Nebenbei gesagt: Nur durch frĂŒhe Bildung und ein integratives Bildungssystem werden sich, das hat auch der neueste UN-Bildungsbericht wieder deutlich gemacht, die sozialen Ungerechtigkeiten aufbrechen lassen.

Langfristig wĂ€re ich fĂŒr eine Kita-Pflicht ab drei – aber erst, wenn eine ausreichende Zahl an gut ausgebildeten BetreuerInnen ausgebildet sind und allerorts die Infrastruktur hierfĂŒr geschaffen ist. Die Bundesregierung tut gut daran, endlich konsequenter auf frĂŒhe Kinderbetreuung zu setzen – jetzt mĂŒssen aber auch Taten folgen!

FĂŒr eine wirkliche Gleichberechtigung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt braucht aber noch mehr – das Beispiel VW mit seinen Lustreisen fĂŒr Lustgreise macht deutlich, wie mĂ€nnerbĂŒndlerisch es noch in vielen deutschen Chefetagen zugehen muss. Anstatt Old-Boys-Netzwerke braucht die deutsche Wirtschaft endlich Frauenquoten fĂŒr die Chefetagen!

Quoten sind realpolitische Instrumente zur Überwindung von Ungerechtigkeiten. Dass solche Quoten auch in der Privatwirtschaft ohne Probleme möglich sind, hat der norwegische Staat erst kĂŒrzlich bewiesen: Seit Anfang 2006 mĂŒssen norwegische Aktiengesellschaften mindestens 40 Prozent Frauen im Aufsichtsrat vorweisen. In einer Vorlaufsphase wurde den Unternehmen Zeit gegeben, ihre AufsichtsrĂ€te freiwillig zu quotieren. Flankierend baute Norwegen eine Datenbank von Frauen auf, die an einem solchen Posten Interesse hatten.

Quoten fĂŒr die Privatwirtschaft sind, wie das Beispiel Norwegen zeigt, somit kein „völlig abwegiger“ oder gar „verfassungswidriger“ Eingriff in den Markt, wie manche meinen mögen – im Gegenteil! Die „Förderung der Gleichberechtigung von MĂ€nnern und Frauen“ als Staatsziel findet sich an exponierter Stelle im Grundgesetz, nĂ€mlich in Artikel Drei: „Der Staat fördert die tatsĂ€chliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und MĂ€nnern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Ich meine, das wir Frauen weiterhin konsequent fordern sollten, was uns zusteht: Die HĂ€lfte der Macht, die HĂ€lfte der Verwirklichungschancen, die HĂ€lfte des Kapitals. Denn nicht weniger steht uns zu.

Julia Seeliger wurde im Dezember in den Parteirat von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen gewĂ€hlt. Sie wurde bundesweit bekannt durch die Parole “Monogamie ist keine Lösung”.
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42 Kommentare

(RSS-Feed fĂŒr Kommentare zu diesem Artikel)

  1. Ein ausreichendes Angebot an KiTas, so daß jeder, der möchte, sein Kind dort unterbringen kann? Ja!
    KiTa-Pflicht ab drei? Nein. Warum denn das auch??? Kindergartenpflicht, naja von mir aus, das ist ja aber auch nicht ganztÀgig. Aber KiTa? Warum soll ein Elternteil denn verpflichtet sein, sein Kind ganztÀgig in eine KiTa zu geben?

  2. Nö, das ist fĂŒr mich ne Frage von sozialer Gerechtigkeit. Wir mĂŒssen die Welt nicht immer aus der AltbaubewohnerInnen-Perspektive sehen.

  3. Ah verstehe.
    Gut, da kann ich mich drauf einlassen.

    Danke fĂŒr die Anmerkung.

  4. In einem Stimme ich mit dir ĂŒberein. Kitas fĂŒr alle ab drei ist wunderbar. Ehegattensplitting und eventuell Elterngeld weg ist auch gut. Aber ich bin vehement gegen Frauenquoten.

    Mehr Frauen in FĂŒhrungspositionen, kein Problem, solange sie sich in fairem Wettbewerb mit anderen eben auch mĂ€nnlichen Bewerbern befinden. Und Frauenquoten torpedieren diesen fairen Wettbewerb. Es ist nicht so, dass Frauen nach der HĂ€lfte der Macht greifen. Sie wollen sich nicht die HĂ€lfte der Macht erstreiten, sie wollen sie vielmehr per Quote geschenkt haben.

    Da du ja Mitglied der GrĂŒnen bist: Ich war schockiert, als ich mir auf der Webseite Eurer Partei das Frauenstatut der GrĂŒnen angeschaut habe. Das ist doch Sexismus pur. Zu diesem Zeitpunkt war in meiner Stadt gerade Wahlkampf und ich habe mit einem von den GrĂŒnen am Wahlkampfstand gefragt, ob das wirklich ernstgemeint ist, weil ich das einfach nicht glauben konnte. Seit ich wahlberechtigt bin habe ich grĂŒn gewĂ€hlt, bis ich auf das Frauenstatut der GrĂŒnen gestoßen bin. Und solange das so da steht, sind die GrĂŒnen fĂŒr mich nicht mehr wĂ€hlbar.

  5. Ich meine, das wir Frauen weiterhin konsequent fordern sollten, was uns zusteht: Die HĂ€lfte der Macht, die HĂ€lfte der Verwirklichungschancen, die HĂ€lfte des Kapitals. Denn nicht weniger steht uns zu.

    Da werden aber viele GrĂŒne Frauen auf die Barrikaden gehen, wenn sie sich wirklich nur mit der HĂ€lfte zufrieden geben mĂŒĂŸten… ich zitiere aus dem GrĂŒnen Frauenstatut:
    http://www.gruene.de/cms/theme.....e_grue.htm

    § 1 MINDESTQUOTIERUNG

    Wahllisten sind grundsĂ€tzlich alternierend mit Frauen und MĂ€nnern zu besetzen, wobei den Frauen die ungeraden PlĂ€tze zur VerfĂŒgung stehen (MindestparitĂ€t).

    Frauen können auch auf den geraden PlÀtzen kandidieren.

    Reine Frauenlisten sind möglich.

    Sollte keine Frau fĂŒr einen Frauen zustehenden Platz kandidieren bzw. gewĂ€hlt werden, entscheidet die Wahlversammlung ĂŒber das weitere Verfahren. Die Frauen der Wahlversammlung haben diesbezĂŒglich ein Vetorecht entsprechend § 4 des Frauenstatuts.

    Ich bin mit fast sicher, daß es irgendwann mal einem Mann nicht mehr zu peinlich ist, das auf seine Grundrechtstauglichkeit hin ĂŒberprĂŒfen zu lassen…

    Mehr Freiheit erreicht man nicht im ĂŒbrigen nicht durch mehr Zwang, sondern durch die Anerkennung alternativer Lebensmodelle. Das gilt fĂŒr “Regenbogenfamilien” genauso wie fĂŒr das klassische Modell. Durch reverse diskursiver Diskriminierung von vermeintlich klassischen, aber doch deutlich seltener gewordenen LebensentwĂŒrfen schafft man nur vermeintliche “MĂ€rtyrer” vom Typ Eva Herman.

    Alle Quotentheoretiker und Opferfeminismusprotagonistinnen soltlen entlich kapieren, daß junge CSU Abgeordnete in diesen Fragen nicht mehr die Mehrheitsmeinung kundtun. Dann sollten aufhören, Diskriminierung zu schreien, wenn sie genau das selbst fordern. Ehrlichkeit in der Debatte wĂŒrde allen Beteiligten gut zu Gesicht stehen und uns allen weiterhelfen.

    Ist Polygamie eigentlich eine Lösung? In – ich glaube es war Usbekistan oder Kirgisistan – wurde die nĂ€mlich gerade wieder eingefĂŒhrt… ;)

  6. wow. auf dass jeder tag frauentag sei: so viel weibliche kommentarbeteiligung ist ja eher selten.

  7. Danke, Tobias, dass du das verlinkt hast. Am haarstrÀubendsten finde ich:

    § 4 FRAUENABSTIMMUNG UND VETORECHT

    Da bekomme ich GĂ€nsehaut, wenn ich das lese.

  8. “Durch reverse diskursiver Diskriminierung…”
    wo genau siehst du denn die bitte?

  9. Ich bin auch fĂŒr Quoten, fĂŒr MĂ€nnerquoten bei Gleichstellungsbeauftragten, damit der Genderfaschismus endlich aufhört, Ungerechtigkeiten immer nur bei den Frauen zu entdecken, mĂ€nnliche Benachteiligungen dagegen einfach vom Tisch zu wischen.

  10. Ich sehe die reverse diskursive Diskriminierung darin, daß die Deutungshoheit ĂŒber “Gerechtigkeit” – ein uns allen am Herzen liegendes Konzept, sonst wĂŒrden wir hier nicht diskutieren – im GeschlechterverhĂ€ltnis von einer bestimmten Gruppe von – zumeist – Frauen gehalten wird, die “Freiheit” und “Gleichberechtigung” sagen, aber gleichzeitig jede Entscheidung von Frauen gegen das von Ihnen bevorzugte Beziehungs- und Familienmodell mit RĂŒckgriff auf das unĂŒberprĂŒfbar im Äther herumschwirrende “Patriarchat” als letztlich erzwungen und unfrei diskreditieren.

    Es mag ja noch angehen, sich darĂŒber zu empören, daß junge CSU Abgeordnete ein Statement fĂŒr ihre alternde WĂ€hlerschaft abgegeben haben – auch wenn die Empörung mindestens eben so selbst-referentiell ist. Aber ob eine Frau sich fĂŒr oder gegen Karriere entscheidet, ist *KEINE* moralische Entscheidung und sollte ihr und ihrem Partner (ihrer Partnerin) ĂŒberlassen bleiben. Genauso wenig wie eine arbeitende Mutter deswegen gleich eine “Rabenmutter” ist sollte sich eine Frau, die zuhause geblieben ist, nicht als VerrĂ€terin bei ihren “Schwestern” fĂŒr die vermeintliche Perpetuierung des Patriarchats entschuldigen mĂŒssen. Das ist aber leider – nicht mal selten – der Fall, insbesondere bei jungen Akademikerinnen.

    Und das soll keine reverse Diskrimninierung sein?

  11. Hallo

    ich zitiere aus meinem Artikel:

    Quoten sind realpolitische Instrumente zur Überwindung von Ungerechtigkeiten.

    Es geht nicht ums Prinzip. Es geht darum, Ungerechtigkeiten abzubauen.

  12. Quoten sind realpolitische Instrumente zur Überwindung von Ungerechtigkeiten.

    Und genau das stimmt eben nicht. Welche Ungerechtigkeiten sind das und wo werden diese ĂŒberwunden? Ich bezweifle schon die Existenz der Ungerechtigkeiten. Quoten sind kein Instrument zur Überwindung von Ungerechtigkeiten, Quoten sind Ungerechtigkeit.

  13. Und noch mal *schwups*

    Aber ob eine Frau sich fĂŒr oder gegen Karriere entscheidet, ist *KEINE* moralische Entscheidung und sollte ihr und ihrem Partner (ihrer Partnerin) ĂŒberlassen bleiben.

    Hm, ich nehme das mal schon so an, dass Du nicht meinst, dass der Partner entscheiden soll, ob eine Frau Karriere machen möchte oder nicht. Es gibt ja auch das schöne Beispiel, wo der Partner entscheidet, wo die Frau das Wahlkreuz macht.

    Zum Thema Wahlfreiheit: Da finde ich es auch bezeichnend, dass jetzt, in der KiTa-Debatte, immer davon gesprochen wird, dass die Frauen Wahlfreiheit haben sollen, ob sie Kind oder Karriere wĂ€hlen. Plötzlich entdecken darĂŒber hinaus Konservative die Kritik an der Lohnarbeit fĂŒr sich.

    Interessant.

  14. Da sind in jĂŒngerer Zeit groteske Theorien von KĂŒhlschrĂ€nken und Familien in Umlauf, und eine hippe, junge Nachwuch-GrĂŒne stellt politische Forderungen bezĂŒglich “Familie” basierend auf ihren herzlichen Erfahrungen aus ihrer WG. Der Witz: Familien sind inzwischen tatsĂ€chlich so leicht aufzulösen wie WGs – zumindest fĂŒr Frauen.

    Das Konservative gegen die schöne, neue Familienwelt Sturm laufen ist zu begrĂŒĂŸen. Aber man(n) sollte auch aus MĂ€nnersolidaritĂ€t heraus dem “progressiven” GewĂ€sch, welches die “traditionelle” Familie in die hinteren BĂ€nke verweist, genauer unter die Lupe nehmen.

    Denn was jedem Mann klar sein sollte: Die Mutter-Kind Bindung wird – selbstverstĂ€ndlich – nicht angetastet.

    Wenn hier Familien zu nicht-bestĂ€ndigen, variablen GrĂ¶ĂŸen erklĂ€rt werden, dann ist es eine unausgesprochene SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass der Vater zur variablen GrĂ¶ĂŸe wird, die als abschaffbar oder austauschbar gesehen wird.

    Die Mutter kann sagen: “Ich werd jetzt alleinerziehend” oder “Patchwork? aber nicht ohne meine Kinder!” – nicht der Vater! Bei diesen ganzen schönen, neuen Welt-GeschwĂ€tz handelt es sich um nichts weiter als eine massive Diskriminierung der VĂ€ter.

  15. Hi

    Wenn hier Familien zu nicht-bestĂ€ndigen, variablen GrĂ¶ĂŸen erklĂ€rt werden, dann ist es eine unausgesprochene SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass der Vater zur variablen GrĂ¶ĂŸe wird, die als abschaffbar oder austauschbar gesehen wird.

    Die Mutter kann sagen: “Ich werd jetzt alleinerziehend” oder “Patchwork? aber nicht ohne meine Kinder!” – nicht der Vater! Bei diesen ganzen schönen, neuen Welt-GeschwĂ€tz handelt es sich um nichts weiter als eine massive Diskriminierung der VĂ€ter.

    Entschuldige mal, die deutsche RealitÀt sieht anders aus: Da sind Frauen materiell arm, weil allein erziehend, weil sich die MÀnner aus der Verantwortung ziehen.

    Bitte mal vorsichtig mit solchen MÀnnerhasser-Verschwörungstheorien!

  16. Wenn hier Familien zu nicht-bestĂ€ndigen, variablen GrĂ¶ĂŸen erklĂ€rt werden, dann ist es eine unausgesprochene SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass der Vater zur variablen GrĂ¶ĂŸe wird, die als abschaffbar oder austauschbar gesehen wird.

    Vorsicht! Der Vater wird nicht als komplett abschaffbar gesehen. Ein Aspekt des Vaters soll ja bestehen bleiben: das Zahlen.

    Entschuldige mal, die deutsche RealitÀt sieht anders aus: Da sind Frauen materiell arm, weil allein erziehend, weil sich die MÀnner aus der Verantwortung ziehen.
    Bitte mal vorsichtig mit solchen MÀnnerhasser-Verschwörungstheorien!

    Schon witzig, dieser Absatz mit dem Schlusssatz. Du bestĂ€tigst da ja gerade die MĂ€nnerhasstheorie: “Die MĂ€nner sind schuld, die MĂ€nner ziehen sich aus der Verantwortung.”

  17. Verantwortung? Allein-erziehend?

    Der Begriff “Verantwortung” induziert, dass man(n) auch Rechte an jenem “Objekt” hat, fĂŒr welches man “verantwortlich” ist. Und was die VĂ€terrechte in Deutschland angeht – und das wird auch von der Mehrheit der Bevölkerung so gesehen – so sind solche kaum existent.

    Weiterhin wird die Mehrheit der Scheidungen von Frauen eingereicht. Eine kleine Tatsache, die ihre kausale Kette oben etwas durcheinanderbringt.

    Was die Nachtrennungssituation angeht, so sieht es hier tatsĂ€chlich katastrophal aus – fĂŒr MĂ€nner. Die Selbstmordrate unter TrennungsvĂ€tern schnellt auf das Sechsfache hoch. Ein Punkt, ĂŒber den gewiss jeder informiert wĂ€re, wenn dies bei Frauen der Fall wĂ€re.

    Im Übrigen haben Sie mir nicht inhaltlich geantwortet, sondern sind von meiner These der rechtlichen Diskriminierung von VĂ€tern auf Nachtrennungssituation ausgewichen.

    Also zurĂŒck: Inwiefern werden die Rechte von VĂ€tern in einem Diskurs, welcher “Alleinerziehend” oder “Patchwork-familien” als zukunfstrĂ€chtig preist, gewahrt?

  18. es sind die menschen, die einen schaffen…

    aus einem artikel im genderblog der gleichberechtigung (jaja: die gute alte quotendisko) fordert wird eine trollfarm mit kastrationsangst. soetwas hat das genderblog wirklich nicht verdient.

    ……

  19. Ich fordere ebenfalls Gleichberechtigung – allerdings fĂŒr VĂ€ter. Dass sich manche davon so bedroht fĂŒhlen, dass sie mit gehaltvollen Argumentationen von KastrationsĂ€ngsten reagieren und dementsprechend rumtrollen und Andeutungen machen, dass eine Zensur erwĂŒnscht wĂ€re, ist nicht meine Problem.

  20. “Anstatt Ehegattensplitting und Elterngeld braucht eine moderne
    Gesellschaft ein flĂ€chendeckendes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen.”

    Das ist erstmal eine Behauptung ohne Beweis – es steht ja nicht mal
    eine BegrĂŒndung dar. Ich hĂ€tte gerne erklĂ€rt, warum eine Familie (mit
    z.B.Papa, Mama, Tochter, Sohn) mit “traditioneller” Rollenverteilung
    (ein Partner verdient, sagen wir, 4000EUR/Monat, der andere kĂŒmmert
    sich um die Kinder) mehr Steuern zahlen soll als eine Familie mit
    “neuer” Rollenaufteilung (beide Partner verdienen 2000EUR/Monat).
    Beide Familien mĂŒssen mit 4000EUR fĂŒr 4 Personen im Monat leben, wieso soll
    das zweite Modell steuerlich bevorzugt werden?

    TatsÀchlich bedeutet eine Abschaffung des Ehegattensplittings genau
    das, was immer dementiert wird: den Ehepartnern soll nicht die Wahl
    gelassen werden, welches Familienmodell sie leben wollen. Ohne
    Ehegattensplitting hat man keine Alternative zum Doppelverdienermodell,
    wenn man den (durch das Kind sowieso schon eingeschrÀnkten) Lebensstandard
    einigermaßen halten will.

    Daß durch mehr bzw. ausreichend KiTa-PlĂ€tze bessere Möglichkeiten
    fĂŒr Doppelverdiener geschaffen werden sollten, steht außer Frage.
    Aber die “traditionelle” Familie durch die HintertĂŒr abzuschaffen,
    ist nicht der richtige Weg, und fÀnde mit Sicherheit auch keine
    Mehrheit in der Bevölkerung. Deswegen spricht es ja auch keiner
    aus.

    Es spricht also nichts dagegen, daß Kinder schon bald in eine
    KiTa gehen – sofern sie dort spielen, lernen und sich selbst
    erfahren (genau das, was sie zu Hause in dem Alter auch tun).
    Womit wir bei der Frage wĂ€ren, wieviele Betreuer denn dafĂŒr
    nötig sind. Denn in Schweden, unserem großen Vorbild, werden,
    so hört man, teilweise bis zu 20 Windelkinder von gerade mal
    2 Mitarbeitern betreut. Daß die Kinder dann schlechter als
    zuhause betreut werden, ist eigentlich ziemlich offensichtlich.
    Aber genau da wollen wir hin, oder?

    Ich wiederhole mich: gegen gut betreute KiTas ist nichts einzuwenden.
    Aber die werden nicht kommen, schon gar nicht, wenn die Mehrheit
    der Kleinkinder dort betreut werden soll. Was man bekommen wird,
    sind Abstellanlagen fĂŒr die Kinder. Eine Chance fĂŒr vernĂŒnftige
    KiTas hat man nur, wenn man den Eltern die Wahl lÀsst, wie sie
    ihre Kinder betreuen. Und das bedeutet wiederum: Ehegattensplitting
    und Elterngeld.

    Zu den Quotenregelungen: eine Aufsichtsratsquote ist zwar nicht
    gerade gerecht, aber sie dĂŒrfte auch nicht besonders schaden.
    Man sollte sich aber hĂŒten, Quoten dort einzufĂŒhren, wo (anders
    als in Politik oder Vorstandsetagen) Fachkompetenz wichtiger ist
    als rhethorisches Geschick. Das wÀre doch ein gravierender
    Wettbewerbsnachteil.

    Und abschließend gefragt: wo bleiben eigentlich die Forderungen
    nach einer Frauenquote bei den gesellschaftlich weniger hoch
    angesehenen Berufen, z.B. bei der MĂŒllabfuhr? Das machen hier
    ausschließlich MĂ€nner, wo bleiben die Frauen? Sie könnten es
    doch tun, schließlich hört man ĂŒberall, daß Frauen schon lĂ€ngst
    all das können, was MÀnner auch können. Im Gegenzug zur 40%-Frauenquote
    bei der MĂŒllabfuhr könnten die verbleibenden MĂŒllarbeiter dann
    eine 40%-Quote bei VerkÀuferjobs aufbauen. Allerdings schleicht
    sich bei solchen geschlechterausgleichenden Maßnahmen der Verdacht
    ein, daß es durchaus angenehmer sein könnte, acht Stunden im
    GeschĂ€ft mit den Kolleginnen zu ratschen als frĂŒh um sechs bei
    Wind und Wetter eine schwere MĂŒlltonne nach der anderen zu wuchten.
    Womit wir bei der Antwort auf die Frage am Anfang dieses Absatzes
    wÀren.

    An Johannes:
    Auch ich habe bei inzwischen 5 Bundestags- 4 Landtags- und
    einigen Kommunalwahlen mein Kreuz fast immer bei den GrĂŒnen
    gemacht. Seit ich Familie habe und das Frauenstatut kenne,
    ist es damit vorbei. Allerdings werde ich ganz sicher nicht
    zur CSU wechseln (das geht dann doch nicht) – die einzige
    Lösung fĂŒr mich ist, daß ich, wie schon bei der letzten
    Landtagswahl, nicht mehr wÀhlen gehe. Insofern schaue ich
    mir das Trauerspiel aus der Ferne an, und versuche, irgendwie
    zurecht zu kommen.

  21. Hm, ich nehme das mal schon so an, dass Du nicht meinst, dass der Partner entscheiden soll, ob eine Frau Karriere machen möchte oder nicht. Es gibt ja auch das schöne Beispiel, wo der Partner entscheidet, wo die Frau das Wahlkreuz macht.

    Ich meine, daß diejenigen, die es angeht, gemeinsam eine fĂŒr sie sinnvolle Lösung finden sollen, ohne daß diese moralisch aufgeladen ist. Weder in die eine, noch in die andere Richtung.

    Zum Thema Wahlfreiheit: Da finde ich es auch bezeichnend, dass jetzt, in der KiTa-Debatte, immer davon gesprochen wird, dass die Frauen Wahlfreiheit haben sollen, ob sie Kind oder Karriere wÀhlen.

    Sollen sie denn nicht? Vielleicht wollen sie ja auch was dazwischen – vielleicht wollen ja auch MĂ€nner was dazwischen?

    Plötzlich entdecken darĂŒber hinaus Konservative die Kritik an der Lohnarbeit fĂŒr sich.

    Interessant.

    Ja, das ist es, und daraus ergibt sich eine *immense* politische Chance, unsere Sozialsysteme aus der Vergangenheit zu heben. Negativsteuer oder Grundlohn sind plötzlich keine Instrumente aus dem Werkzeugkasten der DKP mehr sondern von Forschungsinstituten und der ZEIT diskutierte Modelle, die Wahlfreiheit ermöglichen können – das Ende von Hartz IV und wirkliche Freiheit in der Lebensgestaltung hĂ€ngen mit dieser Frage (und die mit der wahrgenommenen demographischen Situation) eng zusammen. Bei aller Notwendigkeit von mehr Kinderbetreuungsangeboten, wenn die vermeintliche Links hier mit zuviel Staat und zumindest moralischem Zwang argumentiert, wie ich es aus Deinem Statement herauslese, dann wird sie eine der grĂ¶ĂŸten Chancen zur Modernisierung unseres Landes mit Argumenten aus der Vergangenheit vertun.

    Das Risiko ist sicher bedeutend.

  22. Jungs, achtet bitte auf die gendergerechte Verteilung der Kommentare hier. Es kann ja wohl nicht angehen, dass ihr euch hier breitmacht und mit euren Argumenten die lieben DiskutantINNEN vergrault. Bessert euch gefÀlligst!

  23. Die HÀlfte vom Kapital? Mir kommen die TrÀnen.
    Der Blick in ein gewöhnliches Kaufhaus genĂŒgt, um zu sehen, welchem Geschlecht (erheblich) mehr VerkaufsflĂ€che eingerĂ€umt wird. Warum nur?

    Aber hier stellt frau sich gern weiterhin blind gegenĂŒber subtilen VerhĂ€ltnissen, welche schon vor langer Zeit Eingang in VolksmĂ€rchen gefunden haben.

    MĂ€dels, wann nehmt ihr endlich den Daumen aus dem Mund.

  24. War’s das jetzt, oder kommt noch eine fundierte Gegenrede der Autorin?

  25. Zum Thema Kita-Pflicht:
    Ich finde es faszinierend, wie zwar schon alleine die BegĂŒnstigung der ‘traditionellen’ Strukturen kritisiert wird, aber dann die eigene Vorstellung so gut ist, daß sie zur Pflicht erhoben werden soll. Da ist die BefĂŒrwortung unterschiedlicher Vorstellungen dann zu ende. Ich denke nicht, daß mir eine Kita-Pflicht ab drei irgendwie gut getan hĂ€tte und ein eigenes Kind wĂŒrde ich auch selber erziehen wollen und nicht mit drei Jahren “abgeben” mĂŒssen.

  26. Ich meine, das wir Frauen weiterhin konsequent fordern sollten, was uns zusteht: Die HĂ€lfte der Macht, die HĂ€lfte der Verwirklichungschancen, die HĂ€lfte des Kapitals. Denn nicht weniger steht uns zu.

    Beim Lesen drĂ€ngen sich mir dabei gleich die Kategorien “wir” – die MĂ€nner – und “ihr” – die Frauen – auf. Fördert solch eine Formulierung nicht gerade das Schubladendenken, das es abzuschaffen gilt?
    Ich denke, es ist das Ziel Chancenungleichheit, Vorurteile, etc. abzuschaffen und nicht von der anderen Seite her einfach eine prinzipielle Gleichverteilung der Macht zwischen zwei Gruppierungen zu fordern. Es gibt viele Kriterien, nach denen sich die Menschen aufteilen lassen. Warum zum Beispiel nicht verlangen, daß das Durchschnitsalter der “Machtinhaber” dem Durchschnittsalter der Bevölkerung entspricht? Oder zwischen nicht BrillentrĂ€gern und BrillentrĂ€gern?

  27. Ja, wo bleibt sie, die wortgewaltige grĂŒne Gegenrede? Oder ist schweigen seeliger denn reden?

    Soviel zu “schweigenden MĂ€nnern” und “eloquenten Frauen”, kurz: Schema F(eminismus).

  28. Das “Wir-die-Guten-Ihr-die-Schlechten”-Gequatsche hatten wir schon so oft – es endete immer in der Katastrophe. Es geht nur um Rechthaberei und Ideologie. Aber hier entzaubert sich das Gequatsche eben selbst ganz eindeutig.

    Ja, Sven K., du hast Recht: es ist ein Trugschluss, zu glauben, bei genereller Kindergartenpflicht ab zwei, drei Jahren wĂ€re soziale Gerechtigkeit erreicht. Elemininieren, einebnen, wegstutzen – das kann die Frau Seeliger mit ihren jungen Jahren schon sehr gut. Den eigenen Lebenswandel anderen aufzwĂ€ngen, grenzt an GrĂ¶ĂŸenwahn und Idiotie.

  29. Meine Herren,

    Langfristig wĂ€re ich fĂŒr eine Kita-Pflicht ab drei – aber erst, wenn eine ausreichende Zahl an gut ausgebildeten BetreuerInnen ausgebildet sind und allerorts die Infrastruktur hierfĂŒr geschaffen ist.

    Und da Sie ja alle der Meinung sind, daß das nie was wird, braucht man sich ĂŒber die Kita-Pflicht ja auch nicht aufzuregen.

    Und liebes Alphatierchen, die These von “schweigenden MĂ€nnern” und “eloquenten Frauen” hat mit Feminismus ja wohl nichts zu tun. Eher schon, daß das Diskussions- und Redeverhalten von MĂ€nnern in der Öffentlichkeit dazu geeignet ist, Frauen in der Öffentlichkeit zum Schweigen zu bringen – fĂ€llt Ihnen was auf? (Ach MĂŒllerchen sagte sowas schon? Ist’s womöglich Absicht? Sehen Sie, eben.)

    Wie ĂŒbrigens auch die VerkaufsflĂ€che in KaufhĂ€usern nichts ĂŒber die Verteilung des Kapitals nach Geschlechtern aussagt. “Kapital” ist dann nĂ€mlich doch ein Begriff, der ein wenig anderes als nur das bloße Geld im Portemonnaie meint. Und selbst dieses korreliert nicht unbedingt mit der VerkaufsflĂ€che.

    Aber das Argument werde ich mir merken, vielleicht gar einrahmen. Wer weiß, wann man es mal gebrauchen kann.

  30. “Und liebes Alphatierchen, die These von “schweigenden MĂ€nnern” und “eloquenten Frauen” hat mit Feminismus ja wohl nichts zu tun. Eher schon, daß das Diskussions- und Redeverhalten von MĂ€nnern in der Öffentlichkeit dazu geeignet ist, Frauen in der Öffentlichkeit zum Schweigen zu bringen.”

    Na da ist deine Kollegin, Rochus, Astrid von Friesen aber anderer Meinung:

    “Schuld sind immer die anderen! Die Nachwehen des Feminismus. Frustierte Frauen und schweigende MĂ€nner”

    Mehr auf amazon.

  31. Und liebes Alphatierchen, die These von “schweigenden MĂ€nnern” und “eloquenten Frauen” hat mit Feminismus ja wohl nichts zu tun. Eher schon, daß das Diskussions- und Redeverhalten von MĂ€nnern in der Öffentlichkeit dazu geeignet ist, Frauen in der Öffentlichkeit zum Schweigen zu bringen – fĂ€llt Ihnen was auf? (Ach MĂŒllerchen sagte sowas schon? Ist’s womöglich Absicht? Sehen Sie, eben.)

    Schon ‘ne schwache Vorstellung irgendwie. Ich hatte jetzt gehofft, dass GrĂŒnenpolitikerin Julia Seeliger hier das Frauenstatut der GrĂŒnen kommentiert. Tut sie offenbar nicht.

    NatĂŒrlich sind jetzt wieder die bösen MĂ€nner schuld, die durch ihr Diskussions- und Redeverhalten die armen Frauen zum Schweigen bringen. Mir kommen gleich die TrĂ€nen. Ist irgendwie symptomatisch fĂŒr weite Bereiche des Feminismus. Da wird einerseits auf Gleichbehandlung gepocht “Gleicher Lohn fĂŒr gleiche Arbeit”, was auch immer “gleiche Arbeit” sein mag. Aber wenn man dann Frauen in der Diskussion wie MĂ€nner behandelt, dann ist es auch böse, weil es die Frauen “zum Schweigen” bringt.

  32. schweig. wir halten ein gedenkjahr ab fĂŒr unsere stummen schwestern.

  33. ..also dass ausgerechnet der genderblog von ziemlich eifernden Machos ĂŒberlaufen wurde-denkwuerdig.

  34. yeah- das patriarchat siegt!
    nein, mal im ernst, wen und warum, beschreibst du als “machos”? bring dich ein, schreib was! wir besitzen alle nicht die weisheit, sondern spielen/kĂ€mpfen/reden darum. ich mag gern deine stimme hören!

  35. ..also dass ausgerechnet der genderblog von ziemlich eifernden Machos ĂŒberlaufen wurde-denkwuerdig.

    Wo siehst du hier “ziemlich eifernde Machos”?

  36. Ehegattensplitting klingt ja irgendwie spannend, ist aber sicher nicht im Sinne der Freien Liebe gemeint! Wie aber Besitzdenken und alte Moralvorstellungen politische Lösungen, kann man/frau erst beurteilen, wenn man/frau einmal auf der anderen unmoralischen Seite gestanden ist und den ganzen moralischen Ballast ĂŒber sich ergehen lassen musste.

    Plötzlich wir dir klar, Lösungen mit vielen Möglichkeiten und AnsĂ€tzen sind gar nicht möglich, da die Zweierbeziehung eine unumstĂ¶ĂŸliches Tabu ist, auch fĂŒr die GrĂŒnen und auch wenn die gesellschaftliche RealitĂ€t dem gar nicht mehr entspricht. (Leider geht die Entwicklung in Richtung einer Vereinsamung – der Singel als der wirklich freie Mensch)

    FĂŒr mich ist durch meine Neuorientierung sehr schnell klar geworden, freie SexualitĂ€t und Liebe ist nur möglich, wenn wir uns alle fĂŒr das Wohl der Kinder verantwortlich fĂŒhlen. Das ist eigentlich der aller Anfang aller SolidaritĂ€t.

    Vielleicht sollte jeder berufstĂ€tige Mensch dazu vergattert werden einmal in der Woche fĂŒr einen Nachmittag Kinder an seinen Arbeitsplatz mitzunehmen (fĂŒr alle Aufheuler: es ist nur ein Gedanke!), dann wĂŒrden schnell viele neue Möglichkeiten geschaffen.

    lg Alfred

  37. tagelange funkstille. falls ich nicht danebenliege, wĂŒnsche ich dir, rochus einen entspannten (verdienten!) urlaub. aber so’nen kleinen seitenhieb kannich mir ja doch nicht verkneifen: ist das genderblog opfer des großen maskulistischen schweigens geworden? wer blockt eigentlich gerade all die beitrĂ€ge von frauen hier? wo sind eure stimmen, frauen, mĂ€dels, alpha-mĂ€dchen?

    FORDERN, was uns zusteht…

    ich kann leider keinen eigenen beitrag starten, wĂŒrde aber gern mehr ĂŒber das ausbleiben der beitrĂ€ge der bloggerinnen erfahren.

  38. Wie sagte noch Ursel v d Leyen: Die Zeit der Alpha-Tierchen ist vorbei.

  39. Wie Alfred geschrieben hat, vielleicht sollte jeder BerufstĂ€tige einmal Kinder am Arbeitsplatz….Ă€hnliches gibt es bereits in einigen skandinavischen LĂ€ndern, so dass dort, wenn keine Tagesbetreuung möglich ist, die Kinder eben am Arbeitsplatz sind. Die dadurch verlorene Arbeitszeit wird an anderen Tagen einfach wieder ausgeglichen…
    Übrigens was das Thema Gleichberechtigung angeht, Jungen brĂ€uchten insbesondere im Kindergarten und in der Grundschule Möglichkeiten Sport zu treiben und Lesehilfen, da sind die MĂ€dels “uns” nĂ€mlich statistisch betrachtet voraus.

  40. Übrigens was das Thema Gleichberechtigung angeht, Jungen brĂ€uchten insbesondere im Kindergarten und in der Grundschule Möglichkeiten Sport zu treiben und Lesehilfen, da sind die MĂ€dels “uns” nĂ€mlich statistisch betrachtet voraus.

    Ich denke, dass das der falsche Weg wÀre.

    Der statistisch gemessene Vorsprung der MĂ€dchen beim Lesen und ĂŒberhaupt beim Lernen in der Schule kommt nicht daher, dass die MĂ€dchen da irgendwie besser wĂ€ren und die Jungen deswegen Förderung brĂ€uchten. Er kommt daher, dass die Inhalte im Kindergarten und im Grundschulunterricht auf die Interessen der MĂ€dchen zugeschnitten sind.

    Es wird dort zu viel Schöngeistiges gemacht und zu wenig Technisches. Man sollte mit den Kindern weniger Saltzteig backen und dafĂŒr mehr solche Sachen wie Radwechsel am Fahrrad. Weniger Schattentheater, Siebdruck, etc, dafĂŒr Fischertechnik, Stromkreisexperimente und dergleichen.

    Auch bei den Leseinhalten nicht den Focus auf zwischenmenschlichen Kram legen, sondern mehr Technik mit einbeziehen.

    Das zumeist weibliche Lehrpersonal mĂŒsste dann zwar wahrscheinlich nochmal auf Fortbildung. Vielleicht stört sich auch der ein oder andere daran, dass solche Maßnahmen die Jungs freut und die MĂ€dchen sich drĂŒber Ă€rgern. Aber ich denke, dass sowas dazu fĂŒhrt, dass die Jungs mehr Spaß an der Schule haben, weil die Schule dann nicht nur die Interessen der MĂ€dchen berĂŒcksichtigt, sondern auch die der Jungs. Und dann wĂ€ren die Jungs in der Schule aufmerksamer und damit auch erfolgreicher.

    Und das wÀre ein Schritt zu mehr Gleichberechtigung.

  41. [...] “Fordern, was uns zusteht” – mein Beitrag im Genderblog vom 8.3.2007 [...]

  42. [...] das Genderblog habe ich einen Artikel geschrieben, der ab 18 Uhr online gehen wird. Jetzt ist er online. Dort findet Ihr aber auch viele andere Artikel, unter anderem auch diesen von Paula [...]

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