Zum Internationalen Frauentag
Das Genderblog präsentiert ein kleines Schmankerl zum 8. März
Morgen wird weltweit der Internationale Frauentag begangen, der seit 1911 und seit 1921 regelmäßig am 8. März stattfindet. Auf verschiedene Veranstaltungen, Kundgebungen, Sendungen und Sendereihen sowie Aktionen, die anläßlich dieses Tages stattfinden, haben wir hier bereits hingewiesen – Last-Minute-Veranstaltungshinweise dürfen hier übrigens gerne in die Kommentare gesetzt werden!
Auch nur die bloße Überlegung, es dem netbib Weblog nachzutun, daß am morgigen Donnerstag nur Beiträge von Frauen veröffentlichen will, führte hier vor einem Monat zu wüsten Diskussionen, in denen von der Frauenquote bis hin zur Daseinsberechtigung des Feminismus und der Frage, wie es denn um die Unterdrückung der Männer stehe, alle Themen angerissen wurden, die der feministischen Bewegung und der feministischen Theorie von innen und von außen gestellt werden.
Die AutorInnen des Genderblog sehen vieles anders als manche der DiskutandInnen. Nicht nur, daß der Internationale Frauentag seine Berechtigung ebensowenig verloren hat wie der Feminismus – trotz aller positiven Entwicklungen, die für Deutschland das Statistische Bundesamt vermeldete. Ein Blick auf unser alltägliches Werkeln hier mag der einen oder dem anderen genügen, oder vielleicht ein Blick auf diese Karte, auf der ein Land umso größer dargestellt wird, je größer der Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Alphabetisierungsrate ist. Von Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern sind wir in Deutschland und weltweit noch ein ganzes Stück entfernt.
Wir halten es auch für durchaus tragbar, am morgigen Frauentag hier nur Frauen schreiben zu lassen, und haben noch einige Gastautorinnen gefragt, ob sie ebenfalls einen kleinen Text beisteuern möchten. Im Laufe des morgigen Tages werden ihre Texte hier im Genderblog nach und nach erscheinen. Es kommt wohl nicht von ungefähr, daß dabei, ohne daß es in dieser Hinsicht eine Vorgabe gegeben hätte, immer wieder die Frage nach der Bedeutung des Feminismus heute auftaucht – und die Frage von Elternschaft. Auch das Genderblog ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Diskurse. Daß in diesen feministische Anliegen wieder vermehrt diskutiert werden, ist immerhin etwas, über daß man sich morgen wirklich freuen kann.
(Die Zeit macht übrigens etwas vage Ähnliches, interessant Seltsames. Und dieStandard schreibt fleißig.)
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Hi Rochus!
Ich bin gespannt auf die Texte!
LG von
Zahnweh-Anja*grumml*
P.S.: Ist das Buch gut angekommen?
So finde ich das viel sympatischer ausgedrückt als “we’re biased”.
Unterschiedliche Meinungen in Bezug auf die gleiche Realität sind legitim und gut, manchmal sogar, wenn sie systematisch anders sind (“skewed”), wie hier. Aber “biased” bedeutet, Teile der Realität aufgrund einer spezifischen Agenda zu ignorieren. Und das von sich selbst zu behaupten, kommt letztlich einer Bestätigung vieler Kritiker gleich.
Oops, dürfen Männer hier heute überhaupt kommentieren?
Tobias, Du lehnst Dich weit aus dem Fenster, wenn Du sagen möchtest, daß das die anderen DiskutandInnen alle nicht tun. Und daß wir das tun, das möchte ich doch gerne en detail nachgewiesen und nicht nur so behauptet. Zumal “wir” ja keine monolithische Entität ist, die immer die gleichen Meinungen verträte.
Sollten wir etwa behauptet, die eine, wahre, objektive Autorität darzustellen, der man bitte folgen müsse? Das wäre verlogen; ist es doch gerade ein wesentlicher Erfolg auch der feministischen Wissenschaft gewesen, darauf hinzuweisen, daß es keinen Wahrheitsanspruch jenseits politischer und weltanschaulicher Positionen gibt.
Also ich werte den Text des statistischen Bundesamtes eher als Bestätigung dafür, dass Gleichberechtigung weitgehend erreicht ist. Ich kann da beim besten Willen keine tatsächliche Benachteiligung von Frauen rauslesen. Auf der Landkarte ist Deutschland so klein, dass man es gar nicht richtig finden kann. Gerade was Bildung angeht, laufen wir in Deutschland ja Gefahr, dass Männer benachteiligt sind oder werden. Man kann ja öfters über die unterschiedlichen Schulischen erfolge von Mädchen und Jungen lesen. Und da zeigt sich ja eine Benachteiligung der Jungen.
witzig, männers. während (w)ihr hier die zeit opfert und diskutiert im namen von “gender” quasi auf dem gebiet feministischer deutungshoheit, überholen euch die subjekte der unterdrückung mal ganz geschmeidig – weil sie sich nicht kümmern um so ein blödes “männerkonstrukt” wie universale gerechtigkeit und vielleicht genau in diesem moment ihren bildungsvorsprung ausbauen. wahrscheinlich sind sie aber einfach an haus & herd gekettet…
… auf alle fälle schön, dass ihr auch mal beiträge von sonst marginalisierten armen frauen bringt (wie hast du, rochus, denn kollegin annabell preussler eigentlich die ganze zeit vom bloggen abhalten können? einen gruß auch an vanessa, anja, sonja, diana und regina)!
ich wäre übrigens eindeutig für eine quote beim genderblog: mehr als jeder 2. bericht und kommentar MUSS von einer “frau” kommen – im zweifelsfall wird eine liste abgearbeitet…
diesen kleinen bissigen comment KANN ich mir nicht verkneifen.
ansonsten lausche ich heute gerne mal den frauen.
und: weltweit kann noch viel für bessere chancen von frauen getan werden, ganz klar und ohne ironie. in diesem sinne grüße ich alle frauen! schreibt doch mal mehr hier im genderblog. ich möchte öfter lesen, was ihr meint!
ich finde diese “ZEITansage” wirklich u n m ö g l i c h! Nur weil’s um Frauen geht, werden Negativschlagzeilen ausgespart? Weil Frauen ja so sensibel, emotional und friedlich sind? Tut mir leid, so gut einige der in dieser Ansage verfassten Ideen auch sind, DAS ist wirklich peinlich…
Mensch Frauen! Unser Tag…
Manche Frauen bekommen Blumen zum Frauentag, vor allem in Osteuropa.
Das finden Fleurop & Konsorten eine ganz tolle Idee. Manche Frauen
wollen aber keine Blumen, z.B. weil sie die billig verschenkten Rosen
an die Arbeitsbedingungen der Mädchen …
Das habe ich allerdings nirgendwo behauptet.
Also das “we’re biased”, das ja im “we” sowohl das monolithische Kollektiv der Autorenschaft wie auch die redaktionelle Einseitigkeit beinhaltet, stammt, wenn ich mich richtig erinnere, von Dir – aber ich weiß leider nicht mehr, in welchem Kommentarthread das was.
Naja, sagen wir so, der moralische Führungsanspruch wird ja schon betont – es geht schließlich bei allem vermeintlich um “Gerechtigkeit”. Und die Sache mit dem Fehlen von absulten Wahrheiten ist zwar kein theoretisches Eigengewächs des Feminismus, aber ja, es wurde von der Bewegung und ihrer Philosophie popularisiert. Nichtsdestotrotz ist es heute meines Erachtens für die wesentlichste Schwachstelle der Gendertheorie verantwortlich: der Tatsache, daß biologische Eigenheiten der Geschlechter NAHEZU ausschließlich als von politischen und gesellschaftlichen Prozessen (und ihrer Konstruktion) abhängige Variable gesehen werden, nicht aber als diese beeinflussende unabhängige Variable.
Es wäre wichtig, die Auswirkungen der wechselseitigen Beziehungen zu erforschen um wirkliche Gleichheit zu schaffen, statt andauernd aus einer spezifischen historischen Situation heraus entstandene soziologische Mythen zu verteidigen die in ihrer konstruktiven Radikalität immer ein Zerrbild der Realität sein werden.
Während das Genderblog und netbib nur wenige und nur mäßig spannende Posts zustandebrachten, wurden Frauentehmen von Männern in ARCHIVALIA in 21 Posts thematisiert. Außerdem gabs als 22. Eintrag eine Bilanz mit kurzem Blick auf andere Blogs
http://archiv.twoday.net/stories/3414611/
6 Beiträge von Frauen zum Frauentag – das sagt eigentlich alles.