Eva reloaded: Pressestimmen
Eva Herman hat ein neues Büchlein herausgebracht, bzw. hat sie genau genommen gar nichts gemacht: sie hat Briefe bekommen, die zu einem Buch zusammengebastelt und wirft das ganze jetzt – gestern war die öffentliche Präsentation – als angebliches “Non-Profit-Buch” auf den Markt. Soll sie. Eine eigene Besprechung dazu wird es hier auch noch geben, vorweg schon einmal einige aktuelle Pressestimmen:
Daniel Haas ist auf Spiegel Online eher freundlich; sein Resümee ist, es habe sich die Erkenntnis eingestellt,
dass Herman tapfer die Werte eines bestimmten Milieus verteidigt, das den Sonderweg in grundsätzliche Wertedebatten als Ausweg aus den politischen und sozialen Verhältnissen versucht.
Carolin Jenkner war für den Tagesspiegel auf der Buchpräsentation und berichtet, daß Herman natürlich die Gelegenheit ergriff, in die aktuelle Diskussion um Kinderbetreuung einzugreifen – Wahlfreiheit erreiche man am besten durch ein Müttergehalt (das vor einiger Zeit bei Sandra Maischberger Thema war).
Zwischen 1200 und 1800 Euro Müttergehalt fordert sie. „Bravo!“, ertönt es aus der letzten Reihe des Raumes. Die Dame, die es gerufen hat, ist keine Journalistin, sondern ein Fan, den Herman selbst mitgebracht hat: ein Mitglied des Netzwerkes Familien, eines Vereins, der sich für ähnliche Ziele einsetzt wie Herman und den Erlös des Buches als Spende erhalten soll.
Der großartige Juan Moreno macht in der Süddeutschen Zeitung eher ein medientheoretisches bzw. aufmerksamkeitsökonomisches Faß auf (Thanks, Cordula!), und Christian Füller versucht es in einem in der taz erschienen offenen Brief an Eva Herman mit Ironie: Ich bin an Ihrer Seite, denn Sie sind der Messias, Sie sind in Wahrheit: Jesus.
Christine Badke hingegen hat das Buch bereits gelesen und regte sich deshalb im Kölner Stadt-Anzeiger schon vor ein paar Tagen über das anscheinend in intellektueller Hinsicht eher dürftige Druckwerk aus:
Die Einsendungen sind oft unfreiwillig komisch, und Hermans Einlassungen bieten den gewohnte Mix aus biologistischen Grundsätzen, religiösen Verweisen auf die geschlechtsspezifischen „schöpfungsgewollten“ Aufgaben, christlich-konservativer Kapitalismus-Kritik (Geld macht nicht glücklich) und abgestandene Küchentisch-Philosophien.
Und dann hat sie, anders als die anderen, doch einmal nachgesehen, wem denn da das “Non-Profit-Buch” eigentlich zum Profit gereichen sollte, und schreibt:
Der Erlös geht an das Netzwerk Familien e.V., das auf seiner Homepage Argumentationshilfen gegen von der Leyen bereitstellt und und Horrorszenarien gleichgeschlechtlicher Eltern ausmalt, unter anderem wegen der „erwiesenen“ Promiskuität von Homosexuellen.
Das sind jedenfalls schon einmal eine Reihe von guten Gründen, das Buch nicht zu kaufen. Eine ausführliche Besprechung gibt es, wie gesagt, demnächst hier.

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“Die neue F-Klasse” von Thea Dorn !!!!!
klug, stringent, gut zu lesen, informativ, neue und konkrete Identifikationsmodelle (mit und ohne Kind) … (nicht nur) nach der tumben Eva ein wahres Juwel