Vortrag: Kunstkörper in der Literatur
Im Rahmen der TU-Ringvorlesung Technologien des Geschlechts (Programm als PDF) hält Dunja M. Mohr am kommenden Mittwoch, den 14. Februar 2007, ab 18.00 Uhr einen Vortrag zum Thema No Body is perfect. Kunstkörper in der Literatur. Die Veranstaltung findet an der TU Berlin im Hauptgebäude (Straße des 17. Juni 135) in Raum H 3004 statt.
Aus der Ankündigung:
Seit Jahrhunderten ist die technische Veränderung und Mechanisierung des Körpers, die künstliche Selbsterschaffung des Menschen oder die Schaffung eines gänzlich neuen Wesens, ein wohlbekannter Topos in der Literatur. Literarische Motive wie die des Golems, Frankensteins Monster, des Roboter, Androiden und des Cyborgs dokumentieren die extensive literarische Beschäftigung mit dem zu re-konstruierenden und bis zur Perfektionierung zu verändernden menschlichen Körper als Projektionsfläche von Begierden und Begehren. So wird in der selektiven Betrachtung des Körperbildes aus any body schnell ein no body und erst nach der Fragmentierung, Defiguration und Refiguration, Rekombination und Hybridisierung, dem Einsatz neuer (Teil-)Prothetiken und veränderter Oberflächengestaltung entsteht der neue Kunstkörper, der sich in einem Spektrum zwischen Superhuman und Monster bewegt. Mit dem technologischen Fortschritt wird aus dem illusionären Wunsch nach dem perfekten, idealen Körper, der Möglichkeit der Aneignung, Auswahl und Verwandlung, im Laufe der Jahrhunderte immer mehr eine greifbare Realität (oder aber der hyperbody der Hyperrealität).
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