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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Den Frauentag den Frauen?
Das netbib-Weblog macht ein Quotenfaß auf

 Rochus Wolff   6. Februar 2007
 8. MĂ€rz 2007, Interna, Netz

Anne Christensen vom netbib Weblog ruft fĂŒr den internationalen Frauentag am 8. MĂ€rz zu GastbeitrĂ€gen von Frauen auf:

netbib wird an diesem Tag nur BeitrÀge von Frauen veröffentlichen. Daher heute die herzliche Einladung an Sie, liebe Kolleginnen, durch Einsendung von GastbeitrÀgen mitzumachen. Teilen Sie Gedanken und Ideen zu bekannten netbib-Themen wie Web2.0, Internet, Wikis, Weblogs, Digitalisierung und Open Access mit uns, schicken Sie uns Fotos, Videos oder Podcasts oder stellen uns einfach Ihre Lieblings-Website vor.

Klaus Graf, ebenfalls im netbib-Team, ist ĂŒber die Aktion unglĂŒcklich und fĂŒhlt sich ĂŒbergangen. Er sieht in der Aktion die Anwendung untaugliche[r] Rezepte der 70er Jahre:

Gute Inhalte sind meines Erachtens unabhÀngig vom Geschlecht des Schreibers, der Schreiberin. netbib braucht zum Frauentag bestmögliche Inhalte, aber keinen Ausschluss von MÀnnern (das heisst nicht, dass MÀnner automatisch bessere Inhalte zu Frauenthemen bringen). Schwerpunkt ja, Verbot nein.

NatĂŒrlich hat er einerseits recht: wir machen hier am 8. MĂ€rz ja auch nicht fĂŒr “die MĂ€nner” dicht. Oder sollten wir vielleicht einen Ă€hnlichen Vorstoß machen und hier auch nur Texte von Frauen (nach welcher Definition?) veröffentlichen? Gibt es GastbeitrĂ€ge, macht jemand was? Denn es ist ja schon so, daß leider auch hier wie dort vor allem MĂ€nner (nach welcher Definition?) schreiben. FĂŒr den 8. MĂ€rz wĂ€re das also durchaus ein interessantes Experiment. Oder was meint Ihr?

(Ich persönlich halte ĂŒbrigens Frauenquoten keineswegs fĂŒr untauglich oder ĂŒberholt. Es wĂ€re besser, man kĂ€me ohne sie aus, aber Quoten, die nicht blind angewandt werden, sondern natĂŒrlich mit QualitĂ€tsanforderungen verbunden sind, sind ein Mittel, und sei es noch so unvollkommen, um die Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben.)

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63 Kommentare

(RSS-Feed fĂŒr Kommentare zu diesem Artikel)

  1. Ich persönlich halte ĂŒbrigens Frauenquoten keineswegs fĂŒr untauglich oder ĂŒberholt. Es wĂ€re besser, man kĂ€me ohne sie aus, aber Quoten, die nicht blind angewandt werden, sondern natĂŒrlich mit QualitĂ€tsanforderungen verbunden sind, sind ein Mittel, und sei es noch so unvollkommen, um die Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben.

    Was bedeutet denn Gleichstellung der Geschlechter? Reicht eine Gleichberechtigung, die ja de jure und de facto existiert nicht schon aus? Warum muss da unbedingt eine Gleichstellung her, wenn viele Frauen vielleicht gar nicht gleichgestellt sein wollen?

    Meiner Ansicht nach nutzen Quotenregelungen nur dazu, den Frauen, die sowieso schon Karriere machen, Vorteile zu verschaffen. Und das halte ich nicht nur fĂŒr unnötig, sondern auch ungerecht den KarrieremĂ€nnern gegenĂŒber. Frauen, die wegen dreifacher Babypause keine Karriere mehr machen können, nĂŒtzen Frauenquoten ziemlich genau gar nix. Erst recht nicht, wenn sie gar keine Karriere machen will.

  2. Da Gleichberechtigung de facto eben nicht existiert, kann auch noch keine Rede davon sein, daß Gleichstellung ein ĂŒberflĂŒssiges Konzept oder Ziel wĂ€re. Und wer keine Karriere machen will, muß ja auch nicht. Das hat mit Quoten aber auch gar nichts zu tun.

  3. Johannes, auf der einen Seite hast Du vollkommen Recht, auf der anderen aber liegt das Problem ja in der Tatsache, daß nie klar sein wird, was Gleichheit praktisch – ĂŒber das humanistische Ideal hinaus – angesichts der kleinen Unterschieds von MĂ€nnern und Frauen und ihren daraus resultierenden unterschiedlichen BedĂŒrfnissen eigentlich bedeuten soll.

    Auch das Gleichheitsgebot im Grundgesetz geht ja davon aus, daß man GLEICHES gleich, aber UNGLEICHES eben auch ungleich behandeln muß. Das wiederum ist eine Doktrin, die – obgleich logisch richtig – eben auch TĂŒr und Tor fĂŒr jede Art von positiver Diskriminierung (innerhalb der anderen Grundrechtsschranken) öffnet, wie man ja nicht zuletzt an der “aktiven” Gleichstellungspolitik sieht.

    Auch ist GleichbeRECHTtigung nicht immer so einfach zu handhaben: Wenn ich die Unbekannte wegen sexueller Nötigung anzeigen wĂŒrde, die mir kĂŒrzlich alkoholtrunken auf einer TanzflĂ€che deutlich zu nahe gekommen ist, wĂŒrde ich mich wohl nicht nur bei den Polizeibeamten lĂ€cherlich machen, sondern auch gleich eine “urban legend” schaffen – die vom Mann, der eine Frau wegen sexueller Nötigung in einem minder schweren Fall angezeigt hat.

    Letztlich war der Vorgang ja auch eher amĂŒsant als wirklich unangenehm – wie das wohl andere MĂ€nner in solchen Situationen auch sehen werden, auch wenn sie wie ich diese “konkludenten Angebote”, aus welchen GrĂŒndenn auch immer, zurĂŒckweisen.

    WĂ€re ich allerdings in einem solchen Zustand einer ebenso Unbekannten zu Nahe getreten, und hĂ€tte ihr ein ebenso konkludentes sexuelles Angebot unterbreitet, wĂ€ren rechtliche Folgen wohl nicht ausgeschlossen…

    GleichbeRECHTigung? Formal, ja. Faktisch, nein.

    Aber wÀre angesichts der offensichtlich unterschiedlichen Bewertung zum Beispiel solcher VorgÀnge durch mÀnnliche und weibliche Menschen eine auch faktisch gleichberechtigte Gesetzgebung in jedem Fall auch sinnvoll?

    Wir mĂŒssen wohl mit dem kleinen Unterschied, auch in der Gesetzgebung, leben, auch wenn das vielleicht unseren theoretischen AnsprĂŒchen von rechtlicher und gesellschaftlicher Ästhetik widerspricht.

  4. vielleicht hilft eine kurze meditation ĂŒber die wirkungen von “ausschlĂŒssen”? die idee, auch hier am 8.3. nur “frauen” (da nehmen wir doch gerne “biologistische” termini) schreiben zu lassen…
    …zeigt erstens sehr deutlich den kleinen bias dieses blogs
    …dĂŒrfte zweitens am 8.3. das blog mager ausfallen lassen, hauptschreiber rochus schweigt dann mal?
    … drittens: wĂŒrde mir die ehre zuteil, an dem tag unter meinesgleichen geschlechtsgenossen allein zu schreiben – ich kĂ€m mir etwas verarscht vor: darf “klein hansi” jetzt auch mal?
    …viertens: will mensch eigentlich mensch in der entwicklung fördern, soziale barrieren abbauen/ĂŒberwinden helfen oder die barrieren fĂŒr “die anderen” erhöhen und deren chancen minimieren? (selbst im namen von – in den geschlechterverhĂ€ltnissen unideologisch konkret zu erfragender – verteilungsgerechtigkeit)
    letztlich gibts noch die interessanten fragen:
    - (wo/wie) sind “frauen” im netz strukturell ausgegrenzt?
    - werden sie im genderblog “marginalisiert”?
    - (wie) kann dem entgegengewirkt werden?
    - brauchen wir eine quote fĂŒr nichtfeministische beitrĂ€ge?
    - was ist mit unseren tamilisch sprachigen mitmenschen aus sri lanka?

  5. nachtrag: wenn ich mich als “frau” durch ausschluss der “mĂ€nner” am frauentag nicht verarscht vorkĂ€me, mĂŒsste ich’s ernst nehmen in der form, dass es mir zusteht “mĂ€nner” des feldes zu verweisen – nicht wegen unfairnes des “gegners” sondern qua geschlechtszugehörigkeit zu den “richtigen” ?
    puh, brauch ich hier viele anfĂŒhrungszeichen :-)

  6. Da meditiere ich gerne mit:

    - Die Verwendung des Begriffs “Frauen” ist nicht per se biologistisch.
    - Ja, dieses Blog ist biased. Parteiisch. Feministisch. Whatever.
    - Klar schwiege ich mal. Wenn sich Leute finden, die was Gutes schreiben…
    - “Klein Klara” darf hier jeden Tag. Ich schmeiße hier halt am meisten Arbeit hinein. Mein Problem, oder?

    (Und deswegen höre ich hier vorĂŒbergehend auf. Andere Arbeit will auch noch drankommen.)

  7. Da Gleichberechtigung de facto eben nicht existiert, kann auch noch keine Rede davon sein, daß Gleichstellung ein ĂŒberflĂŒssiges Konzept oder Ziel wĂ€re.

    Das ist eben eine ziemlich gewagte Behauptung, dass Gleichberechtigung de facto nicht existiert. Da werden dann immer irgendwelche Statistiken herangezogen, soundsoviel Prozent Frauen hier soundsoviel da. Frauen mit gleicher Ausbildung und gleicher Berufserfahrung verdienen weniger als MĂ€nner usw. usw.

    Es wird praktisch nie gefragt, woher diese Unterschiede kommen, sondern es wird einfach eine “Ungleichberechtigung” angenommen. Und die muss mit Gewalt ausgeglichen werden.

    Und wer keine Karriere machen will, muß ja auch nicht. Das hat mit Quoten aber auch gar nichts zu tun.

    Doch hat es. Es ist tatsĂ€chlich so, dass wer keine Karriere machen will, es nicht tun muss. Jetzt nehmen wir mal an, dass aus welchen GrĂŒnden auch immer mehr MĂ€nner Karriere machen wollen als Frauen. So kommt es, dass in FĂŒhrungspositionen mehr MĂ€nner zu finden sind als Frauen. Da macht es dann keinen Sinn mit Quoten draufzuhauen. Dann bevorzugt man einseitig die wenigen Karrierefrauen gegenĂŒber den vielen KarrieremĂ€nnern.

    NatĂŒrlich ist das jetzt eine Hypothese, dass mehr MĂ€nner als Frauen Karriere machen wollen. Aber diese Hypothese wurde nie so richtig wiederlegt. Oder kennt da jemand eine genaue Studie drĂŒber? Ich las jedenfalls kĂŒrzlich einen Artikel, der genau diese Hypothese unterstĂŒtzt hat.

  8. @rochus

    - wer darf denn dann z.b. den “frauentag” als “ehrentag” ansehen? mitfeiern können immer alle, aber wer ist das subjekt des frauentags?

    - ich finde es nicht selbstverstĂ€ndlich, dass “gender”blog profeministisch ist; ist ja nicht der femgenderblog, oder?

    entschuldige, da hab ich mich doof ausgedrĂŒckt. unterschwellig hĂ€tt ich gern rĂŒbergebracht, dass DU (frau??) das meiste hier reinsetzt – ich meine nicht, dass du schweigen sollst! auch wenn ich oft andre perspektiven einnehme, sind deine beitrĂ€ge fĂŒr mich oft anregend und informativ!

    HALLO FRAUEN, SCHREIBT MAL WAS!
    provokativ @ femfrauen:
    “klar schwiege ich mal. wenn sich leute finden, die was gutes schreiben…” wie isset? 8.3. genderblog@sleep oder…? ;-)

    ich mags genderblog. yepp, danke fĂŒr deine arbeit, rochus. momentan schmeißt du ja den genderblog quasi allein. wĂ€rs nicht gut, den blog fĂŒr mehr AUTORiNNEN zu öffnen, mehr kontroverse EintrĂ€ge, mehr spritzige und fundierte kommentare von allen seiten einzufangen?

  9. FrĂŒher war ich auch der Auffassung, dass Frauenquoten destruktiv sind, vor allem weil durch eben diese Frauenförderung ein Defizit auf Seiten der Frauen („sie schaffen es nicht alleine, ohne Quoten“) untermauert wird. Außerdem wollen vielleicht gar nicht so viele Frauen in beispielweise Politik oder wirtschaftliche FĂŒhrungsposition. Warum sie also dazu â€žĂŒberreden“?
    Heute sehe ich das entschieden anders. De jure und de facto wurden Frauen Jahrhunderte lang diskriminiert und ausgeschlossen. Frauenquoten stellen lediglich eine Möglichkeit dar, eben diese Diskriminierung und Ausschließung „rĂŒckgĂ€ngig“ zu machen. Ich sehe es als ein legitimes Ziel an, dass Frauen (die ja schließlich 50% der Weltbevölkerung ausmachen) auch 50% der gesellschaftlichen Teilhabe innehaben sollten.
    Ja, vielleicht wollen tatsĂ€chlich nicht so viele Frauen wie MĂ€nner in hohe politische oder wirtschaftliche Ämter. Aber fest steht, Frauen haben immer noch nicht die gleichen Chancen wie MĂ€nner eben diese Ämter zu ergreifen. Das liegt in erster Linie daran, dass Frauen nach wie vor eine Reproduktionsfunktion zugeschrieben wird, also die Aufgabe Hausfrau und Mutter zu sein. Aufgrund dessen stellt sich ihnen – im Gegensatz zu MĂ€nnern – immer noch die Frage „Kind oder Karriere?“ oder „Wie schaffe ich es Familie und Beruf zu vereinbaren?“. Erst wenn MĂ€nner sich die gleichen Fragen stellen und den gleichen Anteil an Haushalt und Kindererziehung ĂŒbernehmen, brauchen wir vielleicht (!) auch keine Frauenquoten mehr.
    Frauenquoten sind also nicht dazu dar, Frauen in Politik und Wirtschaft zu drĂ€ngen, sondern viel mehr, um es den Frauen, die sich dafĂŒr entschieden haben, leichter zu machen. Frauen sollen damit nicht bevorzugt werden, sondern lediglich die gleichen Chancen wie MĂ€nner erhalten.
    Im ĂŒbrigen gibt es ja den berĂŒhmten Satz, dass „Frauen bei gleicher (!) Qualifikation gefördert werden soll“ und dies nur „in Bereichen, in denen Frauen unterreprĂ€sentiert sind“. MĂ€nner sollen also keineswegs diskriminiert werden und schon gar nicht sollen qualifizierte MĂ€nner durch weniger gut qualifizierte Frauen ersetzt werden, nur weil sie eben Frauen und unterreprĂ€sentiert sind.

    „Denn es ist ja schon so, daß leider auch hier wie dort vor allem MĂ€nner (nach welcher Definition?) schreiben.“
    Also warum nicht an einem Tag im Jahr nur die Frauen reden und schreiben lassen? Stellt sich nur noch die Frage, ob die Frauen den internationalen Frauentag auch dazu nutzen werden, ihre Meinungen kund zu tun.
    Aber ich gebe auch den anderen Kommentatorinnen und Kommentatoren recht: Frauen sollten vor allem ermutigt werden zu schreiben. DafĂŒr muss man den MĂ€nnern das Schreiben nicht verbieten. Insofern wĂ€re ich fĂŒr eine ausdrĂŒckliche Aufforderung an alle Frauen, den internationalen Frauentag zu nutzen, um ihre Meinungen und Gedanken zu veröffentlichen.

  10. De jure und de facto wurden Frauen Jahrhunderte lang diskriminiert und ausgeschlossen. Frauenquoten stellen lediglich eine Möglichkeit dar, eben diese Diskriminierung und Ausschließung „rĂŒckgĂ€ngig“ zu machen.

    Die jahrhundertelange Diskriminierung der Frau kann man nicht mehr “rĂŒckgĂ€ngig” machen. Die meisten Opfer der Diskriminierung sind bereits tot. Was du da forderst klingt in meinen Ohren nicht nach Wiedergutmachung sondern nach Rache. Und das sollte niemand nötig haben.

    Aber fest steht, Frauen haben immer noch nicht die gleichen Chancen wie MĂ€nner eben diese Ämter zu ergreifen.

    Beweis durch Behauptung. Ich finde diese Behauptung höchst zweifelhaft.

    Das liegt in erster Linie daran, dass Frauen nach wie vor eine Reproduktionsfunktion zugeschrieben wird, also die Aufgabe Hausfrau und Mutter zu sein. Aufgrund dessen stellt sich ihnen – im Gegensatz zu MĂ€nnern – immer noch die Frage „Kind oder Karriere?“ oder „Wie schaffe ich es Familie und Beruf zu vereinbaren?“. Erst wenn MĂ€nner sich die gleichen Fragen stellen und den gleichen Anteil an Haushalt und Kindererziehung ĂŒbernehmen, brauchen wir vielleicht (!) auch keine Frauenquoten mehr.

    Ich als Mann muss mir die gleichen Fragen stellen. Wie kommst du darauf, dass es nicht so wĂ€re? Ich muss mich genauso entscheiden zwischen Kind und Karriere. Es ist nur so, dass sich MĂ€nner eben eher fĂŒr Karriere entscheiden und Frauen eher fĂŒr Kind. Und Frauenquoten werden daran genau gar nix Ă€ndern. Die werden nĂ€mlich nur denjenigen Frauen nĂŒtzen, die sich sowieso fĂŒr Karriere und gegen Kind entschieden haben. Und die haben keine geringeren Chancen auf FĂŒhrungspositionen als MĂ€nner sie haben.

    Also warum nicht an einem Tag im Jahr nur die Frauen reden und schreiben lassen?

    Dann mĂŒsste man konsequenterweise auch am WeltmĂ€nnertag den Frauen das schreiben verbieten.

  11. @Johannes

    “Die jahrhundertelange Diskriminierung der Frau kann man nicht mehr “rĂŒckgĂ€ngig” machen. Die meisten Opfer der Diskriminierung sind bereits tot. Was du da forderst klingt in meinen Ohren nicht nach Wiedergutmachung sondern nach Rache. Und das sollte niemand nötig haben.”

    Nein, mir geht es keinesfalls um Rache. “RĂŒckgĂ€ngig machen” war vielleicht eine missverstĂ€ndliche Wortwahl. Wie wĂ€re es mit: Diskriminierung beenden und Gleichstellung fördern (was kurzfristig auch ĂŒber positive Diskriminierung, sprich Frauenquoten, erreicht werden kann)? TatsĂ€chlich sind unsere gesellschaftlichen Strukturen sehr fest gefahren und nur langsam zu Ă€ndern. In vielen Köpfen gibt es immer noch geschlechtsspezifische Rollenvorstellungen und Stereotypisierung. Leider reicht da ein Gesetzt, das besagt, dass Frauen und MĂ€nner gleich gestellt sind, nicht aus.

    “Ich als Mann muss mir die gleichen Fragen stellen. Wie kommst du darauf, dass es nicht so wĂ€re? Ich muss mich genauso entscheiden zwischen Kind und Karriere. Es ist nur so, dass sich MĂ€nner eben eher fĂŒr Karriere entscheiden und Frauen eher fĂŒr Kind. Und Frauenquoten werden daran genau gar nix Ă€ndern. Die werden nĂ€mlich nur denjenigen Frauen nĂŒtzen, die sich sowieso fĂŒr Karriere und gegen Kind entschieden haben. Und die haben keine geringeren Chancen auf FĂŒhrungspositionen als MĂ€nner sie haben.”

    Es ist sehr lobenswert und erfreulich, wenn Du Dir Gedanken darĂŒber machst, ob Dir eine berufliche Karriere wichtig ist oder Du lieber Hausmann und Vater sein möchtest. Ich denke nur, dass das bisher nicht der Regelfall ist. Das zeigt sich auch daran, dass bisher weniger als 5% der VĂ€ter Elternzeit nehmen. Hast Du Dir schon mal darĂŒber Gedanken gemacht, wodran das liegen könnte? Ja, vielleicht möchten Frauen lieber als MĂ€nner bei ihren Kindern zu Hause bleiben. Aber warum ist das so? Ist es vielleicht möglich, dass MĂ€dchen und Jungen unterschiedlich sozialisiert werden?

    “Dann mĂŒsste man konsequenterweise auch am WeltmĂ€nnertag den Frauen das schreiben verbieten.”

    Falls Du es in meinem letzten Kommentar ĂŒbersehen hast: Meiner Meinung nach sollten Frauen lediglich dazu aufgefordert werden, diesen Tag zu nutzen, um ihre Meinungen und Gedanken nieder zu schreiben. Trotzdem halte ich es nicht fĂŒr falsch, darĂŒber nachzudenken, ob an diesem Tag in einigen Foren lediglich BeitrĂ€ge von Frauen veröffentlicht werden sollten – angesichts dessen, dass sonst die BeitrĂ€ge von MĂ€nnern in der Mehrzahl sind.

  12. was kurzfristig auch ĂŒber positive Diskriminierung, sprich Frauenquoten, erreicht werden kann

    Bedeutet also, Diskriminierung ist genau dann positiv, wenn MĂ€nner diskriminiert werden. Ich weiß nicht, ob mir durch solche Argumentation die Frauenbewegung sympathisch wird. Wenn so argumentiert wird, dann denke ich immer, dass es mehr um Rache geht, als um wirkliche Gleichberechtigung an der breiten Basis. GlaubwĂŒrdig lĂ€sst sich so eine Forderung nach Gleichberechtigung nicht vertreten, finde ich.

    Hast Du Dir schon mal darĂŒber Gedanken gemacht, wodran das liegen könnte? Ja, vielleicht möchten Frauen lieber als MĂ€nner bei ihren Kindern zu Hause bleiben. Aber warum ist das so? Ist es vielleicht möglich, dass MĂ€dchen und Jungen unterschiedlich sozialisiert werden?

    Ich hab mir oft ĂŒberlegt, woran das liegt. Und ich habe auch einige Antworten darauf. Und ja, wahrscheinlich liegt es unter anderem an der unterschiedlichen Sozialisierung von Jungen und MĂ€dchen. Aber in einer Sache bin ich mir ziemlich sicher: Durch Frauenquoten wird man daran nicht das geringste Ă€ndern.

    Diese Frauenquoten machen das ganze eben so unglaubwĂŒrdig. Es wird immer gesagt, man will Stereotypen ĂŒberwinden, Geschlechterrollenbilder lockern, bessere Vereinbarkeit von Familie und Karriere und das alles. Alles Ziele, die ich voll unterstĂŒtze. Und was tut man? Frauen, die sowieso schon emanzipiert sind und gute Jobs haben, mit Frauenquoten in Spitzenjobs heben. Keiner alleinerziehenden Mutter ist irgendwie durch Frauenquoten geholfen. Keiner Mutter, die im Konflikt zwischen Kind und Karriere steht, wird durch Frauenquoten irgendwie geholfen. Geholfen wird durch Frauenquoten vorallem den Kinderlosen, die sich sowieso nie die Frage nach Kind und Karriere gestellt haben.

  13. @caro

    bleiben wir mal konkret. worum gehts?
    a) einen knicks vor dem frauentag machen und ein zeichen setzen?
    b) die beteiligung von “frauen” am bloggen hier zu erhöhen?

    zu a)
    welches zeichen (fĂŒr “mĂ€nner”/”frauen”) wird durch einen ausschluss von “mĂ€nnern” gesetzt?

    zu b)
    ziel verfehlt durch falsche wahl der methode

    warum schreiben “frauen” weniger? und noch dazu in einem recht feministischen blog???? und wenn sie weniger schreiben, wer ist dazu aufgefordert was zu Ă€ndern? ist es rochus’ schuld, dass sie sich so wenig beteiligen, weil er soviel posted?

    wie wÀrs damit:
    wir zwangsverpflichten “frauen” zum bloggen! denn ich finde es ausgesprochen ungerecht, dass soviele “mĂ€nner” hier produktiv sein mĂŒssen! ;-)

    und wie wĂ€r’s, am frauentag den frauentag zu thematisieren?
    oder (adĂ€quat dann auch zum mĂ€nnertag ) mal nur eintrĂ€ge zu posten, in denen “frauen” wert geschĂ€tzt werden.

    zu den allgemeinen starren geschlechterverhÀltnissen:
    meinst du nicht, dass es vielleicht Ă€hnliche (psychische, kulturelle, politische, wirtschaftsstrukturelle etc.) mechanismen AUCH fĂŒr mĂ€nner gibt, die sie in ihrer entfaltung behindern? warum sollte es ein guter weg sein, frauen positiv zu diskriminieren und mĂ€nnern gleichzeitig ihre “verhaltensstarre” vorzuwerfen? ist da vielleicht ein teilweise lĂ€ngst ĂŒberholter gedanke an “mĂ€nnliche ĂŒberlegenheit” am werke?

  14. @evoleak

    Ja, Du könntest damit recht haben, dass durch den Ausschluss mĂ€nnlicher BeitrĂ€ge am Frauentag ein falsches Zeichen gesetzt wird. Aber auch gute Frage: Warum bloggen Frauen weniger, vor allem, wenn es doch schon um feministische Themen geht. Leider weiß ich darauf auch keine Antwort. Meinst Du denn, das wir es einfach so belassen sollten? MĂ€nner bloggen halt mehr, Frauen weniger. Oder sollte doch nach Möglichkeiten gesucht werden, Frauen zum Schreiben zu ermutigen?

    Dass es auch MĂ€nner schwer haben in manchen Bereichen bestreite ich nicht. Und natĂŒrlich mĂŒssen sich MĂ€nner auch mit Rollenklischees, Geschlechtszuschreibungen usw. rumplagen. Sicherlich gibt es auch MĂ€nner, die viel lieber ihre Kinder erziehen wĂŒrden als 60 Stunden die Woche im BĂŒro zu sitzen, sich aber als Mann gezwungen fĂŒhlen, die mĂ€nnliche ErnĂ€hrerrolle zu ĂŒbernehmen.
    Mein Ziel war es nicht, das Bild zu vermitteln, dass Frauen die armen UnterdrĂŒckten sind und MĂ€nner die bösen UnterdrĂŒcker ;-)

  15. Ich fordere definitiv Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft:

    Ich fordere:

    - dass Frauen genau so of wie MĂ€nner am Arbeitsplatz ums Leben kommen.

    - dass Frauen genauso oft wie MĂ€nner sich in Drogen flĂŒchten.

    - dass Frauen genauso oft sich selbst das Leben nehmen.

    - dass Frauen genauso oft wie MĂ€nner in den Knast wandern.

    - dass Frauen genauso oft auf der Straße vegetieren.

    - dass Frauen genau so oft wie MĂ€nner in Chefetagen anzutreffen sind.

    Ich fordere Gleichstellung!

    GrĂŒĂŸe

    Mirko.

    p.s.: Die ganzen Gender-Forscherinnen sind allesamt Sexistinnen.

  16. Die ganzen Gender-Forscherinnen sind allesamt Sexistinnen.

    Nicht alle, aber sehr viele. Aber das ist dann positive Diskriminierung, positiver Sexismus.

  17. *kopfschĂŒttel* das niveau der Diskussion (vor allem zu nĂ€chtlihcen Zeiten) schockiert mich – und so was in einem angeblich feministischen Blog.

    Mirko sollte mal ein paar Definitionen nachlesen, was Gleichstellung wirklich bedeutet.

    Und den WeltmĂ€nnertag mit dem Internationalen Frauentag zu vergleichen ist ja auch eher schwach – der MĂ€nnertag ist ja eigentlich ein MĂ€nnergesundheitstag und hat weder die historische Bedeutung noch die politische, die der Internationale Frauentag hat. (das erinnert mich stark an MĂ€nner in FĂŒhrungspositionen, die bei erfolgreichen Frauenförderungsmaßnahmen und langsam steigenden Frauenanteilen dann immer anmerken, dass es bald wohl auch MĂ€nnerförderung geben muss…)

    …usw…

  18. Ja doch, das Niveau sinkt gelegentlich, aber ich bitte doch darum, die politischen und intellektuellen PrÀferenzen der Kommentierenden hier nicht dem Blog zuzuschlagen. Es gibt hier einiges an Publikum, das wir uns nicht ausgesucht haben.

  19. @Kirstin

    *kopfschĂŒttel* das niveau der Diskussion (vor allem zu nĂ€chtlihcen Zeiten) schockiert mich – und so was in einem angeblich feministischen Blog.

    zum von dir angenommenen besonders hohen niveau feministischer blogs schaust du mal einige bloglinks hier durch. propagandistische highlights sind u.a. http://blog.hannelore.org/ (z.b. zum thema “patriarchat”) oder luise puschs “ich bleib bei meiner welterklĂ€rung aus den 80ern des letzten jahrtausends” z.b. unter http://www.fembio.org/biograph.....ommen-hat/

    Und den WeltmÀnnertag mit dem Internationalen Frauentag zu vergleichen ist ja auch eher schwach

    was bedeutet, dass mĂ€nner sich nicht in vergleichbarem maß arikulieren dĂŒrfen, weil sie ja eben nicht “benachteiligte” sondern dominante nutznießer und profiteure sind.
    vorschlag zur selbsterfahrung: nimm dir mal einen punkt von mirko fĂŒr eine woche vor (in großstĂ€dten eignet sich das thema obdachlosigkeit sehr gut fĂŒr den einstieg). versuch, in der zeit die perspektive eines mannes einzunehmen. schreib ein paar wichtige punkte auf. tausch dich spĂ€ter mit einem mann darĂŒber aus, der nicht deine jetzige sichtweise teilt (z.b. mirko?)

    @rochus

    Es gibt hier e i n i g e s an P u b l i k u m, das wir uns nicht ausgesucht haben.

    schade, dass andersdenkende hier beschimpft werden. oder was meinst du noch mit den

    intellektuellen PrÀferenzen

    dieses “publikums”?
    ĂŒbrigens wĂŒrde ich gern aus diesem lager in das der autorInnen wechseln. denn beitrĂ€ge zu kommentieren ist sicher viel einfacher als selbst welche zu schreiben. und außerdem finde ich, dass gute vorlagen fĂŒr fundierte feministische kritische kommentare in diesem blog fehlen. (und beitrĂ€ge, bei denen vielleicht auch mal viele zustimmen und nicht in alte grĂ€ben sich verziehen)

    ich bin bereit und wĂŒrd mich freuen, ab und an einen teil der arbeit und der verbalen prĂŒgelbelohnung zu ĂŒbernehmen :-)

  20. @Kirstin

    Vielen Dank fĂŒr Deine UnterstĂŒtzung ;-)

  21. Und den WeltmĂ€nnertag mit dem Internationalen Frauentag zu vergleichen ist ja auch eher schwach – der MĂ€nnertag ist ja eigentlich ein MĂ€nnergesundheitstag und hat weder die historische Bedeutung noch die politische, die der Internationale Frauentag hat.

    Er hat tatsÀchlich noch nicht die politische Bedeutung des Internationalen Frauentags. Und genau das muss sich ja Àndern, meiner Meinung nach.

    das erinnert mich stark an MĂ€nner in FĂŒhrungspositionen, die bei erfolgreichen Frauenförderungsmaßnahmen und langsam steigenden Frauenanteilen dann immer anmerken, dass es bald wohl auch MĂ€nnerförderung geben muss

    Das ist doch nichts anderes als logisch. Es gibt Frauenförderung, dann muss es in einer gleichberechtigten Gesellschaft auch MÀnnerförderung geben. Oder haben MÀnner kein Recht auf mÀnnerspezifische Förderung? Wenn ja, wie vertrÀgt sich das mit der Forderung nach Gleichberechtigung?

  22. “Und was tut man? Frauen, die sowieso schon emanzipiert sind und gute Jobs haben, mit Frauenquoten in Spitzenjobs heben. ”

    na und? mĂ€nner, die sowieso ĂŒberhauptnicht emanzipioert sind, werden durch mĂ€nnerbĂŒndische strukturen in spitzenpositionen gehoben. durch vĂ€ter, mentoren und verbindungshĂ€user.

    die argumente stimmen beide irgendwie, sind aber nicht das eigentliche problem, will ich damit sagen.

  23. na und? mĂ€nner, die sowieso ĂŒberhauptnicht emanzipioert sind, werden durch mĂ€nnerbĂŒndische strukturen in spitzenpositionen gehoben. durch vĂ€ter, mentoren und verbindungshĂ€user.

    Der Mythos von den bösen MĂ€nnern, die Frauen systematisch draußenhalten. Das mag ja tatsĂ€chlich so sein, dass vielzuviele FĂŒhrungspositionen rein durch Vitamin-B besetzt werden. Frauen können dieses Vitamin-B fĂŒr sich aber genauso nutzen.

    die argumente stimmen beide irgendwie, sind aber nicht das eigentliche problem, will ich damit sagen.

    Und was ist das eigentliche Problem?

  24. @rochus
    danke fĂŒr die technische hilfe! dafĂŒr ist mein letzter kommentar verschwunden…. ???

    also hier nochmal:

    @kirstin
    zur diskriminierung von mĂ€nnern bei der “gleichstellung”

    hast du dir mal das gleichstellungsgesetz durchgelesen?
    ich zitiere:

    §1 (1) Dieses Gesetz dient der Gleichstellung von Frauen
    und MĂ€nnern sowie der Beseitigung bestehender und
    der Verhinderung k ĂŒ n f t i g e r Diskriminierungen wegen
    des Geschlechts in dem in § 3 genannten
    Geltungsbereich dieses Gesetzes. Nach Maßgabe dieses
    Gesetzes werden Frauen gefördert, um bestehende
    Benachteiligungen abzubauen.

    ich fasse zusammen: im namen der gleichstellung werden FRAUEN gefördert bei zukĂŒnftigen und bestehenden benachteiligungen. MÄNNER nur bei zukĂŒnftigen. doch auch das nur theoretisch, denn

    § 8 Sind F r a u e n in einzelnen Bereichen unterreprÀsentiert,
    hat die Dienststelle sie bei der Vergabe von
    AusbildungsplÀtzen, Einstellung, Anstellung und
    beruflichem Aufstieg bei Vorliegen von gleicher
    Eignung, BefÀhigung und fachlicher Leistung
    (Qualifikation) bevorzugt zu berĂŒcksichtigen(…)

    hier ist dann nur noch die rede von frauen…
    …oder hier:

    § 10 Fortbildung
    (…)sind Frauen m i n d e s t e n s entsprechend ihrem Anteil an
    der jeweiligen Zielgruppe der Fortbildung zu
    berĂŒcksichtigen.

    es werden also beruflich NUR frauen gefördert. ist das “gleichstellung” oder gerecht?
    ach so, hilfestellend fĂŒr FRAUEN sind die “gleichstellungsbeauftragten”, die nach bundesgesetz NUR frauen sein dĂŒrfen und auch nur von frauen gewĂ€hlt werden dĂŒrfen.

    wußtest du das? meintest du das?
    ich glaube, da muss irgendwann mal krĂ€ftig was verĂ€ndert werden. aber die erfolgsaussichten scheinen kurzfristig nicht gut zu sein: das allgemeine gleichbehandlungsgesetz (agg) oder antidiskriminierungsgesetz vom letzten jahr erlaubt positive diskriminierungen durch bestehende gesetze – siehe oben. DAS ist die juristische gegenwart und zukunft von gleichstellung.

    kann MANN damit glĂŒcklich sein oder werden?

  25. Danke, dass Du mich direkt ansprichst.

    *kopfschĂŒttel* das niveau der Diskussion (vor allem zu nĂ€chtlihcen Zeiten) schockiert mich – und so was in einem angeblich feministischen Blog.

    1. Du wirfst mir also geringes Niveau vor, schön. Somit kann ich also damit rechnen, dass dein Niveau, diesem GENDER-Blog angemessen sein wird.

    2. Ach Mist, wie Du selber gerade feststellst, ist dieser GENDER-Blog feministisch orientiert. Womit die GENDER-Forscherinnen mit ihren scheinheiligen Lippenbekenntnissen, dass “Gender Mainstreaming” sowohl Frauen als auch MĂ€nnern gerecht werden wĂŒrde, der Ă€h…. “postkonstruktiven Wahrheitsfindung” ĂŒberfĂŒhrt wĂ€ren. (jaaa… hier spricht ein Insider!)


    Mirko sollte mal ein paar Definitionen nachlesen, was Gleichstellung wirklich bedeutet.

    1. Wobei es dir genehm ist, dass diese Definitionen von Gleichstellung mit der in der Gender-Forschung Àquivalent sind.

    2. Du hast mir doch Niveau versprochen. Wenn Du dir die Punkte, die ich oben genannt habe, dann kannst Du nur zu dem Schluss kommen, dass sich massive, biografie- und lebensvernichtende Nachteile fĂŒr MĂ€nner nur aufgrund ihres Geschlechts ergeben. Wo ist die Gender-Forscherin, die den struktuellen Ursachen in der Gesellschaft hierfĂŒr auf den Grund geht, und sie zur Tagesordnung erhebt?

    3. Es spricht nicht gerade fĂŒr _dein_ Niveau, dass Du nicht in der Lage bist, Zynismus zu erkennen. Von Feministinnen – und mit denen habe ich Erfahrung – bin ich aber auch nichts anderes gewohnt.


    Und den WeltmĂ€nnertag mit dem Internationalen Frauentag zu vergleichen ist ja auch eher schwach – der MĂ€nnertag ist ja eigentlich ein MĂ€nnergesundheitstag und hat weder die historische Bedeutung noch die politische, die der Internationale Frauentag hat. (das erinnert mich stark an MĂ€nner in FĂŒhrungspositionen, die bei erfolgreichen Frauenförderungsmaßnahmen und langsam steigenden Frauenanteilen dann immer anmerken, dass es bald wohl auch MĂ€nnerförderung geben muss
)

    Ja. Immer schön den Tunnelblick auf eine gesellschaftlich verschwindent geringe, dafĂŒr aber umso privilegierterte Minderheit richten.

    Niveau. Feminismus. Selektive Wahrnehmung. (Tunnelblick)

    Von welchen MĂ€nnern redete ich?

    Welches Ausgangsposting war Anlaß zu deiner _niveauvollen_ Antwort?

    Dein Weltbild, dass es ein Mann qua Geburt besser hat als eine Frau, mag dir die Seele schmeicheln, hat aber nichts mit der RealitÀt zu tun.

    Ach ja: Ersetze in manchen feministischen Traktat Begriffe wie “Karriere” oder “Selbstverwirklichung” durch “Schuften” oder noch besser “Malochen”.

    Da bleibt nichts ĂŒbrig von den tollen Theorien.

    GrĂŒĂŸe

    Mirko.

  26. Ach, Mirko, das ist doch etwas kurzatmig.

    Von der Verwendung von “Gender” hier (und dem impliziten Rekurs auf einen bestimmten Strang der Begriffsgeschichte, der darin steckt) darauf zu deuteln, daß “Gender Mainstreaming” eine bestimmte politische Richtung vertrete, ist genauso wenig zwingend logisch argumentiert wie die Annahme, “feministisch” sei unbedingt gleichbedeutend mit “mĂ€nnerfeindlich”.

    biografie- und lebensvernichtende Nachteile fĂŒr MĂ€nner nur aufgrund ihres Geschlechts

    machst Du geltend, und die mag es unbedingt auch geben – aber ebensolche gibt es dann auch fĂŒr Frauen. Wobei von “nur aufgrund ihres Geschlechts” zu sprechen, die KomplexitĂ€t der Begriffe deutlich außer acht lĂ€ĂŸt.

    Ersetze in manchen feministischen Traktat Begriffe wie “Karriere” oder “Selbstverwirklichung” durch “Schuften” oder noch besser “Malochen”.

    In “manchen”, oha: etwas PrĂ€zision wĂ€re ja nett. Zumal Du in mehr als nur “manchen” feministischen Texten auch darauf stoßen könntest, daß die LebensumstĂ€nde von MĂ€nnern (schuftend und malochend halt) auch nicht als besonders glĂŒckliche UmstĂ€nde und als dringend der VerĂ€nderung/-besserung bedĂŒrftig dargestellt werden.

    Wobei es natĂŒrlich auch ein hĂŒbscher Mythos ist, daß Frauen weniger als MĂ€nner schuften und malochen. Sie tun das oft noch fĂŒr weniger Geld.

  27. v.a. @johannes
    Es gibt Frauenförderung, dann muss es in einer gleichberechtigten Gesellschaft auch MÀnnerförderung geben. Oder haben MÀnner kein Recht auf mÀnnerspezifische Förderung? Wenn ja, wie vertrÀgt sich das mit der Forderung nach Gleichberechtigung?

    in einer gleichberechtigten Gesellschaft darf es eh auch MÀnnerförderung geben, aber wir leben einfach leider immer noch nicht in einer gleichberechtigten Gesellschaft!!
    Wenn es so wĂ€re, brĂ€uchten wir wohl ĂŒberhaupt keine Frauen- und MĂ€nnerförderung mehr, weil das nicht mehr die Hauptunterscheidungskatgeorien wĂ€ren, sondern wir endlich sinnvollere (und trennschĂ€rfere) gefunden hĂ€tten, um gezielte individuelle Förderung zu betreiben.

    Er (der WeltmÀnnertag) hat tatsÀchlich noch nicht die politische Bedeutung des Internationalen Frauentags. Und genau das muss sich ja Àndern, meiner Meinung nach.
    Wie soll der denn die Bedeutung bekommen?? Es war immer schon ein Tag an dem eingefordert wurde (bzw. dafĂŒr gekĂ€mpft wurde), dass Menschenrechte auch Frauenrechte sind, vom Wahlrecht bis hin zur GenitalverstĂŒmmelung…
    WofĂŒr willst du/wollt ihr denn am WeltmĂ€nnertag kĂ€mpfen?

  28. in einer gleichberechtigten Gesellschaft darf es eh auch MÀnnerförderung geben, aber wir leben einfach leider immer noch nicht in einer gleichberechtigten Gesellschaft!!

    Es gibt Bereiche, in denen MÀnner benachteiligt sind und es gibt Bereiche, in denen Frauen benachteiligt sind. Also brauchen wir MÀnner- und Frauenförderung.

    Wie soll der denn die Bedeutung bekommen?? Es war immer schon ein Tag an dem eingefordert wurde (bzw. dafĂŒr gekĂ€mpft wurde), dass Menschenrechte auch Frauenrechte sind, vom Wahlrecht bis hin zur GenitalverstĂŒmmelung

    WofĂŒr willst du/wollt ihr denn am WeltmĂ€nnertag kĂ€mpfen?

    DafĂŒr, dass Menschenrechte auch MĂ€nnerrechte sind. Von den schlechteren Bildungschancen der Jungen bis hin zu Kindersoldaten. Mirko hat ja hier auch schon einiges aufgezĂ€hlt.

  29. @Kirstin

    zur mÀnnerförderung:
    deine erste argumentationskette weicht mirko etwas aus, findest du nicht? er sagt nicht, dass es keine geschlechterungleiche gesellschaft gebe sondern, dass sie nicht immer zuungunsten von frauen strukturiert sei…
    wenn du davon ĂŒberzeugt bist, dass “mĂ€nner”/”frauen”-kategorien nicht so sinnvoll sind, dass du gern “gezielte, individuelle förderung” betrieben sĂ€hst, dann liegt doch der schluss nah, eben auch individuell zu fördern, oder? ich meine damit n i c h t blind zu sein fĂŒr bestehende ungleichbehandlungen, die nach altem binĂ€ren “frau/mann”-system kodiert sind aber auch nicht nach der ĂŒ b e r k o m m e n e n ideologischen klammer vieler feministInnen, dass die gesellschaft eine mĂ€nnerdominierte sei. das ist schlichtweg falsch weil zu oberflĂ€chlich. auch die postulierte hegemonie von “mĂ€nnlichkeit” a la connell (fĂŒr nach typisch feministischer verengter sicht auf den erwerbwirtschaftlichen und politischen bereich begrenzt) greift zu kurz und bemĂŒht nicht “mĂ€nner” sondern “mĂ€nnlichkeit” als eher fluides “persönlichkeitsmerkmal”.
    und wenn wir individuell fördern wollen, dann sollten wir das nach entsprechenden bedĂŒrftigkeiten, lebenslagen, wĂŒnschen tun. die sind und werden teilweise noch geschlechtstypisch oder gar -spezifisch verteilt. aber eben auch zuungunsten von mĂ€nnern. ich stimme dir zu, dass wir nicht in einer geschlechtergleichberechtigten gesellschaft leben. ich begreife aber nicht, dass du deine augen verschliesst vor ungerechtigkeiten, die NUR oder vorrangig mĂ€nnern beigebracht werden.

    @rochus
    Ă€hnliches an dich: mirko hat mMn benachteiligungen fĂŒr frauen nicht abgestritten sondern daran erinnert, dass es a u c h welche fĂŒr mĂ€nner gibt. warum schreibst du zu den nachteilen fĂŒr mĂ€nner: “die MAG es unbedingt auch geben – aber ebensolche gibt es dann auch fĂŒr Frauen”??? warum die einschrĂ€nkung durch das “mag”? was ist so schwer diesen teil der geschlechterrealitĂ€t anzuerkennen? und eben: warum kommst du dann mit den frauen? ich vermute, dass da eine Ă€hnliche logik dahintersteckt, wie sie im wohl hĂ€ufigsten argument von feministInnen zum ausdruck kommt: “mĂ€nnertag wozu? es gibt 364 mĂ€nnertage im jahr!” – eben nicht!

    das ist jetzt natĂŒrlich sehr spekulativ, aber ich habe das gefĂŒhl, dass feministIn angst hast, etwas zu verlieren, wenn das bild der gesellschaftlichen unterdrĂŒckung der frau entTÄUSCHT wird.
    was passiert, wenn sich ideen, die einer zeit angemessen waren nicht großartig verĂ€ndern und 20, 30 jahre spĂ€ter noch bestand haben sollen? was passiert, wenn sich menschen ohne großen austausch mit andersdenkenden intellektuell zurĂŒckziehen oder MACHTPOSITIONEN innehaben, die zu verlassen ihnen genauso schwer fĂ€llt wie ihren vorgĂ€ngern? kann das auch auf feministInnen zutreffen?

    nochmal @Kirstin
    zum mÀnnertag:

    Es war immer schon ein Tag an dem eingefordert wurde (bzw. dafĂŒr gekĂ€mpft wurde), dass Menschenrechte auch Frauenrechte sind

    richtig und gut. keine frage. aber auch: wenn frauen die gleichen menschenrechte einfordern und haben, dann mĂŒssen sie sich auch der universellen idee von (menschen)rechten anschließen. und das heißt mMn z.b. nicht, bei problemen wie “kindersoldaten” einseitig die weiblichen ins visier zu nehmen sondern ALLE. und es heißt auch, sich nicht gegenĂŒber ungerechtigkeiten zu verschließen, die vorrangig oder nur mĂ€nner betreffen!
    wofĂŒr ich so alles am weltmĂ€nnertag werben wĂŒrde?
    z.b.
    - mĂ€nner (in unserem land sogar nichtvolljĂ€hrige) nicht fĂŒr kriege zu mißbrauchen!
    - mehr augenmerk auf die gesundheitsförderung und lebensverlÀngerung von mÀnnern als bisher zu legen
    - fĂŒr eine erwĂ€hnung von und eine abteilung fĂŒr mĂ€nner(n) im konsonantenministerium oder eine umbenennung in z.b. “ministerium fĂŒr soziale gerechtigkeit”
    - mÀnnern den weg zu dem ihnen bisher gesellschaftlich (und aktuell von vielen frauen) verschlossenen weg zu ihren kindern/familie zu erleichtern
    - mĂ€nnern ihre eigene sicht, ihre eigenen bedĂŒrfnisse Ă€ußern zu lassen und ihre (nunmal vorhandenen) identitĂ€ten zu respektieren (was kritik nicht ausschließt)
    - die kritik an historischen zustĂ€nden der geschlechterverhĂ€ltnisse oder von “MĂ€nnlichkeit” oder “mĂ€nnern” (von denen wir nachgeborenen wohl nur einen blassen schimmer haben) nicht unĂŒberdacht auf heute anzuwenden
    - mÀnner nicht per gesetz (z.b. antidiskriminierungsgesetz in anwendung des gleichstellungsdurchsetzungsgesetzes, familienrecht)
    oder durch das juristische system zu diskriminieren (es fehlen noch frauen in den knĂ€sten! ;-), d.h. WIRKLICHE juristische gleichstellung (die spezifische förderungen nicht aussschliessen – i.s. von “diversity management” wie es heut so eloquent heißt)
    - dass mÀnner jetzt nicht im namen kapitalistischer rationalitÀtserwÀgungen die chance verpassen, wege zu finden, sich aus abhÀngigkeiten zu befreien sondern dass sie sich von den ketten hergebrachter zuschreibungen genauso befreien wie von aktuellen zuschreibungen (AUCH aus dem feministischen lager) und tendenzen, sie/sich zu versklaven
    - fĂŒr einen gesetzlich verankerten vĂ€terschutz (Ă€hnlich dem mutterschutz: ich weiß aus eigener erfahrung, dass in der zeit kurz vor und nach der geburt eines kindes VIEL unterstĂŒtzung fĂŒr mutter und kind nötig sind)
    - fĂŒr die selbstverstĂ€ndliche kostenĂŒbernahme von geburtsvorbereitungskursen von mĂ€nnern durch die krankenkassen
    - fĂŒr die massive finanzielle unterstĂŒtzung von vĂ€tercafes oder -treffs
    - fĂŒr rĂŒckenschonend ausreichend hohe spĂŒltischhöhen, badewannen, besenstiele etc. ;-)
    - dafĂŒr, die abwertende darstellung von mĂ€nnern (ebenso wie die “verheldung”) in den medien, im feministischen diskurs zu beenden
    - dass mÀnnern und jungen irgendwann Àhnliche zÀrtlichkeit und liebe zuteil wird, die ihnen heute noch (auch von sich selbst) verwehrt wird
    - jungen nicht staatlich von einer zukunft ausschließen, die mĂ€dchen ausgemalt wird

    und vor allem:
    damit mĂ€nner lernen können, besser ĂŒber ihr leben sprechen und dafĂŒr eintreten zu können.
    und, d a s s i h n e n j e m a n d z u h ö r t !

  30. Wow, endlich mal eine richtige Diskussion hier…

  31. Ich wundere mich ein bißchen ĂŒber die Diskussion: Jede Statistik beweist Gegenteiliges. Ganz klar wird eine Menschengruppe qua Geschlecht mehr benachteiligt. Mit der Behauptung anderer benachteiligter Gruppen zu argumentieren, leuchtet mir nicht ein. “Frauen” ihr Recht abzusprechen sich als Gruppe politisch zu artkulieren ist … mit Verlaub… das DĂŒmmste was ich je gehört habe. Auf diese Idee wĂŒrde man bei Hartz-IV EmpfĂ€ngerInnen zu Recht auch nicht kommen: Nach dem Motto, regt euch nicht auf, wir bekommen nur ganz wenig BaFöG. Das klingt eher nach Opferkonkurrenz. Eine Solidarisierung wĂ€re da doch angebrachter, oder?
    Jede Gruppe hat ein Recht auf Artikulation und Teilhabe. “MĂ€nner” können sich genau so organisieren und ihre Interessen und BedĂŒrfnisse nach “GefĂŒhlen und mehr EmotionalitĂ€t” artikulieren. Was hat das mit dem historischen internationalen Frauentag und Gleichstellungspolitik zu tun? Aus meiner eigenen Erfahrung: Selbst mit der Quotenregelung kommen viele Frauen nicht in bestimmte Stellen. Wer nicht glaubt, dass es eine Arbeitsmarktsegregation und erhebliche Unterschiede in Einkommesnhöhe bei gleicher Qualifikation gibt, sollte sich mal durch die Daten des Stat. Bundesamt klicken. Von Kriminalstatistiken bezĂŒglich Gewalt gegen Frauen fang ich jetzt mal nicht an. (Und das alles sagt nicht, dass nicht auch MĂ€nner in schlechten Berufen arbeiten oder Opfer von Gewalt werden. Es ist mir nur unverstĂ€ndlich, warum Frauen sich nicht geschlossen artikulieren sollten.)

  32. Auf diese Idee wĂŒrde man bei Hartz-IV EmpfĂ€ngerInnen zu Recht auch nicht kommen: Nach dem Motto, regt euch nicht auf, wir bekommen nur ganz wenig BaFöG. Das klingt eher nach Opferkonkurrenz. Eine Solidarisierung wĂ€re da doch angebrachter, oder?

    Wenn die Hartz-IV EmpfĂ€nger fordern wĂŒrden, den Studenten das BaFöG zu streichen/kĂŒrzen und mit dem freigewordenen Geld das ALG-II zu erhöhen, dann wĂŒrden alle Studenten bestimmt in voller SolidaritĂ€t zustimmen, oder?

    Wer nicht glaubt, dass es eine Arbeitsmarktsegregation und erhebliche Unterschiede in Einkommesnhöhe bei gleicher Qualifikation gibt, sollte sich mal durch die Daten des Stat. Bundesamt klicken.

    Mir ist klar, dass es diese Unterschiede gibt. Ich bezweifle aber, dass die aus einer Benachteiligung resultieren. Sie resultieren vielmehr aus unterschiedlichen PrioritÀten. MÀnner wÀhlen ihre Jobs eher nach Gehalt aus, Frauen eher nach Wohnort, sozialem Umfeld. Hinzukommt, dass Frauen durch die Babypause nicht so weit in der Karriereleiter hochsteigen.

    Das sind alles Dinge, die man mit Frauenquoten nicht beeinflussen kann.

    Von Kriminalstatistiken bezĂŒglich Gewalt gegen Frauen fang ich jetzt mal nicht an.

    Lies die mal durch. Wirst dich wundern, was das drinsteht. Noch eine Empfehlung von mir: http://www.gewalt-gegen-maenner.de

  33. @gĂŒni
    ich wundere mich auch ĂŒber die diskussion, vor allem aber ĂŒber deine argumentation.

    wen sprichst du mit deinem kommentar direkt an? ich kann weder den konkreten bezug zu deinen direkten vorrednern herstellen, noch einen zum ausgangsbeitrag – und auch nicht wirklich zum diskussionsverlauf.
    wenn ich mich und einige andere hier nicht falsch verstehe, dann ging es zu allererst um den ausschluß von “mĂ€nnerbeitrĂ€gen” am frauentag in diesem blog und quotenregelungen.
    1. ĂŒber die staatlich gesetzten (eben gesetzlich mit dem antidiskriminierungsgesetz erst kĂŒrzlich zementierten) vorstellungen und vorgaben zu gleichberechtigung und chancengleichheit wurde diskutiert (quotenregelungen gelten per jure nur in (bundes-)staatlichen institutionen und eben NUR fĂŒr frauen). ich habe bei keinem der argumentationen gegen (ziemlich) einseitige staatliche förderung gelesen, dass frauen NICHT/NIRGENDS gefördert werden sollen oder sie in konkreten zusammenhĂ€ngen schlechte karten hĂ€tten! einzig der entschiedene verweis kam auf, dass AUCH mĂ€nner “opfer” des menschgemachten momentanen “systems” sind.
    2.
    a) es wurde in frage gestellt, dass der ausschluß von “mĂ€nnerbeitrĂ€gen” geschlechteremanzipatorisch hilfreich sei,
    b) es wurde (beim GENDER(!)blog) gefordert, dass ein entgegenkommen und schweigen der mĂ€nner am frauentag ebensolches verhalten von frauen am mĂ€nnertag voraussetze. DAGEGEN wurde mehrfach kritik geĂ€ußert, da mĂ€nner ja nicht mit frauen zu vergleichen seien etc., der mĂ€nnertag wurde infrage gestellt (was mit dem frauentag vorher niemand tat)
    aus beiden vorrangigen themen kann ich nicht ableiten, wie du zu der Ă€ußerung kommst, jemand wolle

    “Frauen” ihr Recht abzusprechen sich als Gruppe politisch zu artkulieren

    . die unterstellung hier dann

    das DĂŒmmste was ich je gehört habe

    vernommen zu haben, kann ich dann ĂŒberhaupt nicht mehr nachvollziehen.

    ich glaube, dass es sinnvoll wÀre, sich gegenseitig zuzuhören und manche sachen dann genauer zu betrachten.
    ich weiß nicht genau, worauf sich es sich bezieht

    Jede Statistik beweist Gegenteiliges

    , aber ich schĂ€tze, du verneinst, dass unsere gesellschaft fĂŒr alle geschlechter benachteiligungen, entwicklungshemmnisse und repressionen bereithĂ€lt. du irrst! fĂŒr MICH geht es auch nicht darum zu schauen, wer denn das GRÖSSTE oder ERNIEDRIGSTE “opfer” ist – wenngleich ich viele bisherige alte vorurteile darĂŒber aufweichen will (feministische wie nichtfeministische). das bringt nĂ€mlich niemanden weiter. aber menschen, die einen großteil “mĂ€nnlicher” lebenslagen LEUGNEN wie auch solidaritĂ€t verweigern oder auch nur fairness (bei gleichzeitiger reziproker einforderung! z.b. eben “mĂ€nner schweigt am frauentag!”) HINDERN sogar einige menschen, mĂ€nner nĂ€mlich, AKTIV an ihrer verwirklichung. und dass dies von angeblich geschlechtersensiblen oder -theoretisch fundierten im namen einer geschlechtergerechtigkeit betrieben wird, IST ein skandal!

    also beschimpfe hier bitte niemanden (erst recht nicht, wenn DU die argumentation nicht verstanden zu haben scheinst!)
    komm mit argumenten bezĂŒglich des wirklich gesagten rĂŒber!

    nur kurz noch ein weiterer aspekt zur segregation von arbeit:
    ja, wir leben in einer welt, in der “geschlecht” ĂŒber viele spezialisierungen und bestimmte soziale positionen und psychische dispositionen bestimmt. dass sich da was Ă€ndert befĂŒrworte ich. dass frauen an bestimmten stellen gefördert werde ebenso.
    und, nicht “aber”: es gibt eben auch bereiche gesellschaftlicher wie marktwirtschaftlicher arbeit, in denen mĂ€nner unterreprĂ€sentiert sind, von der mĂ€nner ausgegrenzt sind und werden. da muss auch was getan werden.
    ich stimme dir zu

    Mit der Behauptung anderer benachteiligter Gruppen zu argumentieren, leuchtet mir nicht ein.

    allerdings habe ich das gefĂŒhl, dass du selbst gerade in diese falle getappt bist, wenn du nur die (DEINER analyse nach) “hauptopfer” betrachtet wissen willst.

    ĂŒbrigens wird meistens nur vom arbeitsMARKT gesprochen: auch die familiĂ€re arbeit ist geschlechtsspezialisiert. die stattliche förderung von mĂ€nnern in diesem bereich gesellschaftlicher arbeit tendiert gegen null, ist, wenn man sich das familienrecht anschaut eher negativ. oft kommen ANSPRÜCHE und VORWÜRFE gegen mĂ€nner z.b.
    - “verbale aufgeschlossenheit bei gleichzeitiger verhaltensstarre”
    - im öffentlichen diskurs (gib mal “leyen” und “mĂ€nner” bei google ein, dann erhĂ€ltst du: “von der Leyen (CDU) fordert die deutschen MĂ€nner(…) auf”, ” Leyen: MĂ€nner sollen…”, “MĂ€nner mĂŒssten kĂŒnftig” etc.)
    und die unterstellung eines handlungsspielraums, den “mĂ€nner” gar nicht haben.

    o.k. bevor ich mich endgĂŒltig verzettle: wenn ich dich mißverstanden habe oder diesen thread, dann hilf mir bitte, das besser zu verstehen. ansonsten bitte ich dich, den thread nochmal in ruhe durchzulesen :-)

    PS: der begriff “vĂ€terschutz” in meinem letzten kommentar ist unglĂŒcklich gewĂ€hlt: “geburtsurlaub” wĂ€re vielleicht besser. und: im klima des kampfes hier und der gegenseitigen verteidigung habe ich etwas recht typisches getan: ich argumentierte, dass mutter und kind die vĂ€terliche unterstĂŒtzung brĂ€uchten und habe in dem moment nicht mal mehr dran gedacht, was mir in den wochen um die geburt meiner tochter auch wichtig war. nĂ€mlich das ganz “mĂ€nnlich” eigene: ICH wollte meine tochter auf dieser welt empfangen und dabei sein! ICH wegen mir. ich war in der (auch zweifelhaften) privilegierten lage als studi zeitlich flexibel zu sein. andere vĂ€ter MÜSSEN wĂ€hrend dieser zeit arbeiten gehen. ganz altbacken traditionell fĂŒr frau und kind.
    wusstet ihr das?

  34. Ja, sicherlich wissen *wir* das (wenn Du mit *ihr* auch immer angesprochen hast).

    Ich versteh die Diskussion hier eigentlich nicht so wirklich.
    Das eine ist, Maenner (wie auch immer die *hier* definiert werden koennen) schweigen am Frauentag – sicherlich ein etwas seltsam anmutender Vorschlag. Wird ein Blick auf die Gegenseite geworfen, wuerde niemand so dumm sein zu verlangen, dass Frauen am Maenner- oder Vaetertag den Mund, respektive die Finger halten sollen. Komisch nur, dass es dennoch rein praktisch der Fall ist. Ob es so sein soll, ist eine andere Frage… ob es eine Frage des Respektes sein koennte wieder eine andere. Und ob eine Geschlechtertrennung hier ueberhaupt Sinn macht, mag ich schon gar nicht beurteilen.

    Johannes, Gewalt gegen Maenner ist ein Thema, was sicherlich auch in einen Genderblog gehoert. Maenner hier aber als gleichberechtigte Opfer zu stilisieren bringt niemanden was, ausser ein wenig mehr Abwehr und dicke Luft. Und das Bewusstsein ist – ich schreib es dazu: meiner Erfahrung nach – auch in feministischen Kreisen durchaus vorhanden. Schau Dir bspw. an, wer die Studien durchgefuehrt hat, die Du hier anfuehrst. (Und ja, auch *die* Feminist_innen gibt es nicht, sprich es gibt sicherlich radikalere, betriebsblindere Ausnahmen.)

    Du schreibst haeufiger etwas von unterschiedlicher Prioritaetensetzung… darin klingt fuer mich, dass Frauen und Maenner halt unterschiedlich ticken. Was ja durchaus der Fall sein koennte. Alle Menschen sind irgendwie anders…
    Und das fuehrt wieder einmal direkt zu der Frage, *warum* das so ist. Und ein Punkt koennte doch der sein, dass es keine entsprechenden positiven Vorbilder (neumodisch: Rolemodels) gibt. Und genau solche Sachen, werden bspw. durch Quoten – wie auch immer die sonst bewertet werden – teilweise erreicht. Das (alle) “Maenner” grundsaetzlich gerne malochen gehen – sich dabei diesen enormen “Gesundheitsrisiken” und Anforderungen aussetzen – und sich Frauen gerne 24h um die Schreihaelse kuemmern, glaube ich in keiner Sekunde. Das sie es muessen liegt aber nicht am Feminismus (weswegen ich die teilweisen sehr harschen Kommentare hier nicht nachvollziehen kann), sondern dieser zeigte ueberhaupt erst auf, dass was nicht stimmt. Und genau ab hier muss gemeinsam angesetzt werden.

    Von Maennern und von Frauen. Und das geht leider nur ohne diese gebraeuchlichen Stereotypisierungen.

  35. Gewalt gegen Maenner ist ein Thema, was sicherlich auch in einen Genderblog gehoert. Maenner hier aber als gleichberechtigte Opfer zu stilisieren bringt niemanden was, ausser ein wenig mehr Abwehr und dicke Luft.

    Warum sollen die mĂ€nnlichen Opfer nicht gleichberechtigt sein gegenĂŒber den weiblichen Opfern? Dass sie es nicht sind, ist mir klar. Es gibt ja schließlich vielmehr FrauenhĂ€user als MĂ€nnerhĂ€user. Und die MĂ€nnerhĂ€user, die es gibt, bekommen AFAIK auch keine staatliche UnterstĂŒtzung. Und das finde ich ungerecht, den geprĂŒgelten MĂ€nnern gegenĂŒber. FĂŒr einen geprĂŒgelten Mann ist es vollkommen irrelevant, ob es mehr geprĂŒgelte Frauen als MĂ€nner gibt. FĂŒr den ist entscheidend, dass er nicht die gleichen Zufluchtsorte hat, wie Frauen.

    Und ein Punkt koennte doch der sein, dass es keine entsprechenden positiven Vorbilder (neumodisch: Rolemodels) gibt. Und genau solche Sachen, werden bspw. durch Quoten – wie auch immer die sonst bewertet werden – teilweise erreicht.

    Nein. Die Quoten dienen nĂ€mlich nur denjenigen Frauen, die sowieso schon die Rollenklischees ĂŒberwunden haben. Und denen verschaffen sie Vorteile gegenĂŒber der mĂ€nnlichen Konkurrenz. Sie helfen aber nicht denjenigen Frauen, die konform den Rollenklischees zu Hause KinderhĂŒten.

    Das (alle) “Maenner” grundsaetzlich gerne malochen gehen – sich dabei diesen enormen “Gesundheitsrisiken” und Anforderungen aussetzen – und sich Frauen gerne 24h um die Schreihaelse kuemmern, glaube ich in keiner Sekunde.

    Wenn man es anders formuliert ist aber bestimmt was dran:

    Den Jungen wird vermittelt, dass sie irgendwann mal einen Job brauchen, mit dem sie eine Familie ernÀhren können. MÀdchen bekommen immer noch zu sehr das Bild vom mÀnnlichen FamilienernÀhrer mit allenfalls teilzeitbeschÀftiger Mutter vermittelt.

    So kommt es dann, dass die Jungs bei der Berufswahl in Fachrichtungen gehen, die ein stattliches Einkommen versprechen. MĂ€dchen wĂ€hlen ihren Beruf eher nach Neigung und Spaßfaktor aus, weil ja der lebenstandardbestimmende Teil des Familieneinkommens ja spĂ€ter vom Mann erwirtschaftet werden soll. Ein Blick auf die GeschlechterverhĂ€ltnisse in den einzelnen StudiengĂ€ngen an deutschen Unis stĂŒtzt diese meine These.

    Frauen nehmen zwar heute durchaus die Möglichkeit wahr, im Berufsleben nach ErfĂŒllung zu suchen, sind aber oft noch nicht soweit, sich auch der daraus resultierenden Verantwortung fĂŒr das Familieneinkommen bewusst zu sein.

    Wenn dann schließlich die Kunsthistorikerin einen Maschinenbauer heiratet und die beiden ihr erstes Kind bekommen, stellen sie fest, dass es einfach am sinnvollsten ist, wenn er vollzeit arbeitet und sie daheim bleibt. Und so kommt es, dass die Frauen nach der Geburt ihres ersten Kindes einen Karriereknick hinnehmen mĂŒssen. Das Ehegattensplitting verstĂ€rkt diesen Effekt noch.

    Mir ist diese Herangehensweise: “Statistik sagt, Frauen sind in FĂŒhrungspositionen unterreprĂ€sentiert, also brauchen wir Frauenquoten als Korrekturwerkzeug”, einfach viel zu platt.

    Die Ursachen sind einfach viel tiefer.

  36. Die Quoten dienen nĂ€mlich nur denjenigen Frauen, die sowieso schon die Rollenklischees ĂŒberwunden haben.

    Nur haben die MĂ€nner ihre “Rollenklischees” großteils noch nicht ĂŒberwunden. Weshalb die Frauen, die das getan haben (geht das so einfach, so was ĂŒberwinden? Was bedeutet das? Wohin fĂŒhrt das?), tatsĂ€chlich davon profitieren.

    Sie helfen aber nicht denjenigen Frauen, die konform den Rollenklischees zu Hause KinderhĂŒten.

    Die brauchen dafĂŒr ja auch keine “Hilfe” im Sinne von Quoten, oder wie sollte das aussehen?

    NatĂŒrlich ist die Quotenlösung als einziges Mittel viel zu platt. Das ist so trivial, darĂŒber muß man keine Diskussion fĂŒhren. Quotenlösung sind ein Mittel, um Frauen, die Karriere machen wollen und die entsprechenden BefĂ€higungen erworben haben (keine vernĂŒnftige Quotenregel ignoriert die Eignung der BewerberInnen), bessere Chancen zu bieten und damit eine gesamtgesellschaftliche Änderung zu befördern.

    Ja, die Ursachen sind “viel tiefer”. Aber da wir diese tieferen Ursachen nicht per Knopfdruck abstellen können, mĂŒssen wir mit jenen unvollkommenen Mitteln hantieren, die uns zur VerfĂŒgung stehen.

  37. Nur haben die MĂ€nner ihre “Rollenklischees” großteils noch nicht ĂŒberwunden.

    Auch nicht weniger als die Frauen.

    Weshalb die Frauen, die das getan haben (geht das so einfach, so was ĂŒberwinden? Was bedeutet das? Wohin fĂŒhrt das?), tatsĂ€chlich davon profitieren.

    Auf Kosten der MĂ€nner, was ungerecht ist. Wollen wir jetzt Rollenklischees abschaffen oder Frauen privilegieren?

    Aber da wir diese tieferen Ursachen nicht per Knopfdruck abstellen können, mĂŒssen wir mit jenen unvollkommenen Mitteln hantieren, die uns zur VerfĂŒgung stehen.

    Nur dass Frauenquoten eben genau gar nix dazu beitragen die Rollenklischees abzubauen. DarĂŒber hinaus stiften sie viel böses Blut, weil sich MĂ€nner gerechtfertigterweise benachteiligt fĂŒhlen. Das kann doch nicht im Sinne seriöse Geschlechterpolitik sein, oder? Es sein denn natĂŒrlich, Geschlechterpolitik ist nur darauf aus, Frauen einseitig zu bevorzugen. Dieser Verdacht kommt angesichts der Frauenquoten durchaus auf.

    Warum gibt es dann eigentlich keine MÀnnerquoten in Bereichen, in denen MÀnner unterreprÀsentiert sind? Nicht, dass ich das Quotensystem weiter etablieren wollte, aber konsequent wÀre es doch.

  38. @Johannes

    Auch nicht weniger als die Frauen.

    Mag sein. Umso mehr ist ja noch zu tun.

    Auf Kosten der MĂ€nner, was ungerecht ist. Wollen wir jetzt Rollenklischees abschaffen oder Frauen privilegieren?

    Ist das ungerecht? Man kann schließlich genauso argumentieren, daß die gesellschaftliche Ordnung, wie sie ist, Frauen im Arbeitsmarkt benachteiligt. Das ist ungerecht. Daran zu arbeiten, heißt primĂ€r, die Privilegien von MĂ€nnern in diesem Bereich anzugreifen. Ich glaube eben nicht, daß sich MĂ€nner da “gerechtfertigterweise benachteiligt fĂŒhlen”.

    Nur dass Frauenquoten eben genau gar nix dazu beitragen die Rollenklischees abzubauen.

    Da wĂŒrde ich sagen, daß sie es doch tun: DarĂŒber, daß sie Vorbilder schaffen, daß sie Frauen in Positionen bringen, in denen sie bisher nicht so stark vertreten waren und damit zeigen, daß Frauen diese Posten ausfĂŒllen können. Was viele MĂ€nner ja immer noch nicht glauben.

    Warum gibt es dann eigentlich keine MÀnnerquoten in Bereichen, in denen MÀnner unterreprÀsentiert sind?

    Von mir aus: sofort. MĂ€nner in die Grundschulen, KindergĂ€rten, an die Supermarktkassen. Ich will außerdem mehr Krankenpfleger, PutzmĂ€nner, mĂ€nnliche HotelreinigungskrĂ€fte (”Zimmerjungs”?). Und wenn mir ein von Frauen dominierter Berufszweig einfĂ€llt, in dem richtig viel Geld verdient wird, dann ergĂ€nze ich den gerne auch noch.

  39. [...] Frauen im Arbeitsmarkt benachteiligt.

    Genau das bezweifle ich eben. Die Statistiken, die zeigen, dass Frauen in FĂŒhrungspositionen unterreprĂ€sentiert sind und dass Frauen bei gleicher Qualifikation weniger verdienen, beweisen eben nicht, dass es eine Benachteiligung gibt. Es gibt andere, viel plausiblere Effekte, die diese Unterschiede erklĂ€ren, wie ich ja hier schon ausgefĂŒhrt habe.

    Und diese Effekte, werden eben in keiner Weise von Frauenquoten bekÀmpft.

    DarĂŒber, daß sie Vorbilder schaffen, daß sie Frauen in Positionen bringen, in denen sie bisher nicht so stark vertreten waren und damit zeigen, daß Frauen diese Posten ausfĂŒllen können. Was viele MĂ€nner ja immer noch nicht glauben.

    Man sieht’s. Diese Frauen bekommen dann das Stigma “Quotenfrau”. Die Existenz dieses despektierlichen Ausdrucks zeigt doch, dass diese Vision vom Vorbilderschaffen auch nach hinten losgehen kann.

    Ich will außerdem mehr Krankenpfleger, PutzmĂ€nner, mĂ€nnliche HotelreinigungskrĂ€fte (”Zimmerjungs”?).

    Dann aber auch Frauenquoten am Hochofen, im Hoch- und Tiefbau, im Bergwerk, etc.

  40. Und warum eigentlich spielt Birgit Prinz nicht in der Bundesliga?
    Schließlich ist sie Weltmeisterin und damit besser als “Poldi”, “Schweini” und Co.
    Wir kennen die Antwort: DIE GLÄSERNE DECKE…

  41. Nur haben die MĂ€nner ihre “Rollenklischees” großteils noch nicht ĂŒberwunden.

    Das ist fĂŒr MĂ€nner ja auch ein ganzes StĂŒck schwieriger als fĂŒr Frauen: sie profitieren nicht wie Frauen von den sich Ă€ndernden Effizienzen geschlechtlicher Arbeitsteilung (das wĂ€re schließlich auch ganz ohne irgendeine politische Bewegung passiert) sondern werden bei individuellen Entscheidungen hinsichtlich einer persönlichen RollenverĂ€nderung dadurch behindert, daß Frauen zumeist mit ihren politischen Äußerungen inkompatible Paarungsentscheidungen treffen.

    Hierzu ein kurzes Zitat des Neurobiologen Lutz JÀnke, dessen Meinung zur geringen Anzahl und zur geringen Bedeutung neurobiologischer Unterschiede von Mann und Frau zur Zeit immer wieder gerade von solchen Autoren zitiert werden, die die biologische Unterschiedlichkeit von MÀnnern und Frauen als im VerhÀltnis zur kulturellen PrÀgung unbedeutend ansehen:

    “Sind [die] unterschiedlichen Fortpflanzungsstrategien heute noch relevant?

    Absolut. Das zeigen ja alle Daten: Frauen wĂ€hlen MĂ€nner auch heute noch vorwiegend nach ihrem Status, darum sind die MĂ€nner auch im Schnitt fĂŒnf Jahre Ă€lter als ihre Frauen und haben ein grösseres Einkommen. Die Asymmetrie ist hier gewaltig. Die Verhaltensunterschiede sehen Sie besonders gut in der PubertĂ€t, wo Buben prahlen und um GruppenrĂ€nge kĂ€mpfen, wĂ€hrend MĂ€dchen eher die Rolle der interessierten Beobachterin einnehmen. Um am Schluss jenen herauszugreifen, der eine möglichst hohe Position hat.

    Frauen sind fĂŒr das Verhalten von MĂ€nnern viel verantwortlicher als sie selbst zu glauben scheinen…

  42. Hier noch die Quelle: Ein Weltwoche-Interview mit dem Titel “Die Geschlechter gleichen sich an.”

  43. @madchiq
    mit “ihr” habe ich alle anderen außer mir gemeint – meinte nicht “ihr feministen”, was du mir zu unterstellen meinst, ist aber auch nicht verkehrt…

    dass du dich mit “wir” meldest, finde ich interessant. wen meinst DU denn mit “wir”. was verstehst du nicht an der vorangegangenen diskussion?
    ich habe deinen ersten absatz nicht verstanden. kannst du mir nochmal sagen, was du meinst?
    mich freuts, dass du meinst, dass auch themen wie gewalt gegen mĂ€nner “sicherlich” (doch unsicher?) in den genderblog gehören. deiner feststellung, dass es auch emanzipatorische feministische ansĂ€tze und nichtverbohrte forscher gibt, die sich feministisch nennen, stimme ich im groben zu. aber meiner erfahrung nach ist das leider mittlerweile eine minderheit. wenn du dir z.b. die forschungsprojekte verschiedener genderzentren an unis anschaust, dann ist da kein geschlechteregalitĂ€rer ansatz erkennbar (ca. 30% geschlechterverhĂ€ltnisse betreffend, min. 80% aus feministischer perspektive, ca. 30% “frauen und mĂ€dchen” im fokus, ca. 10% “andere” geschlechter/sexualitĂ€ten etc., ca. 10% “jungen und mĂ€nner” im fokus, 10% diverse). in unikreisen wird auch nachwievor die verankerung feministischer forschung (und genderf. mit schwerpunkt “frauen”) betrieben…
    die differenzierung, die du aufmachst, ist mir aber nicht wirklich nachvollziehbar. ich kenne diese forderung – kommt ziemlich hĂ€ufig. mir scheint da ein Ă€hnlich paradoxes argumentationsmuster wie in der aktuellen dekonstruktivistischen debatte zu bestehen: einerseits gibt es “die frau” (z.b. nach biologischer unterscheidung) nicht, gleichzeitig möchte (dann wieder) “frau” weder auf die diagnose eines patriarchats verzichten noch “frauen”hĂ€user, “frauen”quoten, “frauen”forschung etc. aufgeben. Ă€hnlich bei vielen feministen: einerseits labeln sie sich selbst mit diesem begriff und setzen sich damit von anderen BEWUSST ab, andererseits wird immer wieder die innere varianz der gruppe betont – ja was denn nun? mEn sind sich feministen in einigen grundlegenden punkten einig, v.a. in einer globalen gesellschaftsanalyse, die das patriarchat als (immer noch!) gegeben annimmt und damit die strukturelle unterdrĂŒckung von frauen durch mĂ€nner bzw, zu ihren gunsten postuliert. und bereits da stimme ich nicht ĂŒberein – also kann ich sie wohl ĂŒber einen kamm scheren? vielleicht ist der einstmals vielleicht brauchbare begriff des feminismus als klammer fĂŒr emanzipatorische anliegen nicht mehr gut? solange sich nicht erkennbar eine mehrheit von den mittlerweile sehr erstarrten 70erjahre analysen distanziert, solange mĂŒssen feministen fĂŒr ihre platteren, “radikaleren” und v.a. auch machttrunkenen und sesselklebenden namensschwestern mithaften. die kröte wirst du wohl schlucken mĂŒssen, wenn du sie nicht ausspucken willst ;-)

  44. zu quoten:

    ich schließe mich im groben der analyse von johannes an: aktuelle quotenregelungen wie auch ein großer augenmerk der (gleichstellungs)politik sind zu sehr darauf gerichtet, digitalkapitalistisch ausgerichtete frauen der mittelschicht zu pushen.

    2 rÀtsel, wer hat antworten?:
    1. trotz quotengeregelter frauenförderung bei den grĂŒnen, so dass z.b. 2002 ca. 60% der grĂŒnen abgeordneten “frauen” waren, ist der anteil der frauen an allen parteimitgliedern leicht gesunken: auf ca. 36% im jahr 2004. die nach wie vor (meist deutlich) unterdurchschnittliche mitgliedschaft von frauen in politischen parteien scheint sich durch quotenregelungen bezĂŒglich “Ă€mtervergabe” nicht zu Ă€ndern. frage: warum hört man nichts ĂŒber diese benachteiligung grĂŒner mĂ€nner? quelle

    2. in den stellenausschreibungen fĂŒr hiwis der erziehungswissenschaften (75% frauenanteil) z.b. der fu berlin und auch der gender studies der hu berlin werden frauen besonders zu bewerbungen aufgefordert. ich weiß leider nicht, ob studentinnen weniger als die hĂ€lfte der hiwis in den fachbereichen ausmachen, nach persönlicher empirie nicht… warum schreiben selbst gender studies-leute sowas in ihre stellenausschreibungen?

  45. *schmunzel* Geschickte Argumentation und Zuspiel ihr beiden – ob nun ungewollt oder nicht, die Mischung stimmt und mir scheint, der Hintergrund auch…

    Dumm also, dass hier die staendigen Verwinkelungen und Zweitebenen staendig beachtet, ausgequotet und differenziert werden muessen. Ich hab so ein Gefuehl, unterm Strich betrachtet unterscheiden sich die geaeusserten Sichtweisen gar nicht einmal so sehr… von dem Grundkonflikt mit dem (radikalen) Feminismus einmal abgesehen. ;)

    Zur Kroete sag ich deswegen auch nur (mag reflektierten Menschen ungern die Gefaehrlichkeit von Metaphern naeherbringen), irgendwo sollen aehnliche gruene Dinger eine Delikatesse sein. Ich kann damit nicht viel anfangen… und schlucken passt irgendwie mal gar nicht. Solange das Biest nicht stachelt oder giftig wird, bleibts aber drin. Das Bewusstsein eines Fremdkoerpers im Hals ist bei dem Thema (noch!) noetig. Die Alternativen sind schliesslich deutlich ungesuender.

    Und ich muss zugeben, Du hast den (die?) Schwachpunkt(e) in der Argumentation weidlich ausnutzen koennen, mir fiel erst nach dem Abschicken auf, dass ich leider, leider die Kategorisierungen immer noch zu eng gefasst habe – was durch das Eingehen auf Johannes allerdings noetig schien. Schoen, dass danach auch endlich mal ein konkreterer Post von ihm kam!

    Auf die zwei Raetsel mag ich gar nicht mehr eingehen, in gewisser Weise stehen die Antworten naemlich schon mehrmals weiter oben. Freu mich also auf weitere… Diskussionen; fuer mich ist der Kreis hier inzwischen geschlossen.

  46. @madchic

    *schmunzel* Geschickte Argumentation und Zuspiel ihr beiden – ob nun ungewollt oder nicht, die Mischung stimmt und mir scheint, der Hintergrund auch

    Dumm also, dass hier die staendigen Verwinkelungen und Zweitebenen staendig beachtet, ausgequotet und differenziert werden muessen. Ich hab so ein Gefuehl, unterm Strich betrachtet unterscheiden sich die geaeusserten Sichtweisen gar nicht einmal so sehr
 von dem Grundkonflikt mit dem (radikalen) Feminismus einmal abgesehen. ;)

    sorry, ich versteh dich nicht.

    zur kröte: ich dachte mir, dass sie dir nicht stachelig erscheint. wenn sie dir – inkorporiert – selbst aber ein borstiges aussehen gibt, daran sich deine mitmĂ€nner pieksen? deren problem, oder!?!
    mĂ€kel dann aber auch nicht rum, wenn du als “froschesserin” mißverstanden wirst!

    Auf die zwei Raetsel mag ich gar nicht mehr eingehen, in gewisser Weise stehen die Antworten naemlich schon mehrmals weiter oben. Freu mich also auf weitere
 Diskussionen; fuer mich ist der Kreis hier inzwischen geschlossen.

    kannst du mir bitte etwas konkreter sagen, was du meinst? welcher kreis ist fĂŒr dich jetzt geschlossen? ich wĂŒrde gerne konkret fĂŒr perspektiverweiterung streiten. warum gehst du inhaltlich nicht auf mich ein?

  47. Wenn das hier alles feministisch sein soll…

  48. dann bring doch was feministisches inhaltlich ein. z.b. zum thema quote oder “sollen mĂ€nner am frauentag hier nicht schreiben dĂŒrfen?” oder “warum streiten sich hier so viele mĂ€nner ĂŒber feminismus?” oder “warum schauen hier einige frauen(?) in den blog nur kurz rein, empören sich und gehen (einer diskussion aus dem) weg?” oder was anderes zum ausgangsbeitrag oder thread passendes.
    was wÀre denn eigentlich feministisch?

  49. “warum streiten sich hier so viele mĂ€nner ĂŒber feminismus?” oder “warum schauen hier einige frauen(?) in den blog nur kurz rein, empören sich und gehen (einer diskussion aus dem) weg?”

    Das sind in der Tat wesentliche Fragen.

  50. MĂ€nner, wenn ihr hier allen Ernstes plausible Antworten erwartet, dann ist euch genauso wenig zu helfen, wie den Adressatinnen eurer wesentlichen Fragen.
    Im ĂŒbrigen, und was dies sogenannte “genderblog” lauthals verschweigt, gab es heute ein viel diskutiertes Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Vaterschaftstests. Da tut sich endlich was, in ca einem Jahr.

  51. Ich glaube nicht, daß da irgendwas verschwiegen wird. Der letzte Beitrag ist von heute Mittag, da war das Urteil gerade ein paar Minuten alt. Aber schon richtig – das ist ein wesentliches Urteil, das dem Datenschutz wie auch dem VĂ€terschutz scheinbar gerecht wird (auch wenn das ja schon irgendwie absehbar war, denn die ggw. rechtliche Situation ist ja offensichtlich diskriminierend).

  52. @Adam: Wir haben in der Tat auch noch anderes zu tun als dauernd vor dem Rechner zu sitzen. Und die Vaterschaftsgeschichte ist ja nun in allen Medien mehr als ausgewalzt – da muß und kann man hier nichts “lautstark verschweigen”.

  53. Richtig nett von dir Rochus, dass du nicht auf diesen Quark verlinkt hasst:

    http://www.taz.de/pt/2007/02/14/a0045.1/text

  54. Das soll einfach “Quark” sein?

    WĂŒnschenswert wĂ€re, dass sich VĂ€ter, die sich fĂŒr eine Anfechtung entscheiden, vorher genau beraten lassen, welche Folgen ihr Schritt haben wird – fĂŒr das Kind, aber auch fĂŒr sie selbst.

    Naja.

  55. “Wer sich einmal dafĂŒr entscheidet, eine solche Aufgabe zu ĂŒbernehmen, sollte dabei bleiben, sein Leben lang. Ein Kind sollte ein Recht darauf haben, seinen Papa behalten zu dĂŒrfen. Die Forderung des Bundesverfassungsgerichts nach einem Gesetz, das juristisch verwertbare Vaterschaftstests kĂŒnftig deutlich leichter machen will, widerspricht diesem Ziel. Sie stĂ€rkt die Rechte des Vaters – zulasten des Kindes: Dessen Rechte werden geschwĂ€cht. Das ist bedauerlich.”

    Die Autorin meint mit “Papa” wen?? Den vermeintlichen oder den biologischen Vater? Und wessen gestĂ€rkte Rechte sind gemeint? Die des vermeintlichen oder des biologischen Vaters?

    Zudem, die informelle Selbstbestimmung des Kindes steht zwar ĂŒber dem Recht des Vaters auf ‘wirtschaftliche und seelische Unversehrtheit’, nicht jedoch ĂŒber dem Recht der Mutter – diese durfte schon immer ohne Wissen des Kindes einen Gentest durchfĂŒhren lassen und diesen auch verwerten.

    “WĂŒnschenswert wĂ€re, dass sich VĂ€ter, die sich fĂŒr eine Anfechtung entscheiden, vorher genau beraten lassen, welche Folgen ihr Schritt haben wird – fĂŒr das Kind, aber auch fĂŒr sie selbst.”

    Vor allem wĂŒnschenswert wĂ€re, dass sich MĂŒtter, die sich fĂŒr Lug und Trug entscheiden, vorher genau bedenken, welche Folgen ihr Schritt haben wird – fĂŒr das Kind, aber auch fĂŒr sie selbst. Ganz zu schweigen von den betroffenen MĂ€nnern.

    Wie gesagt, ein einziger symptomatischer Quark.

  56. “WĂŒnschenswert wĂ€re, dass sich VĂ€ter, die sich fĂŒr eine Anfechtung entscheiden, vorher genau beraten lassen, welche Folgen ihr Schritt haben wird – fĂŒr das Kind, aber auch fĂŒr sie selbst.”
    Vor allem wĂŒnschenswert wĂ€re, dass sich MĂŒtter, die sich fĂŒr Lug und Trug entscheiden, vorher genau bedenken, welche Folgen ihr Schritt haben wird – fĂŒr das Kind, aber auch fĂŒr sie selbst. Ganz zu schweigen von den betroffenen MĂ€nnern.

    Ich finde, man sollte bei jedem Neugeborenen als Routineuntersuchung einen Vaterschaftstest machen, bevor der Vater in die Geburtsurkunde eingetragen wird.

    Damit wĂ€re das ganze Problem gelöst. Kein zweifelnder Vater mĂŒsste argwöhnisch einen Test anstrengen, der, auch wenn er die Vaterschaft bestĂ€tigt, das VertrauensverhĂ€ltnis zwischen Vater und Mutter beschĂ€digt.

  57. Um den Diskussionskreis wieder zu schließen: Ich bitte am 8. MĂ€rz um BeitrĂ€ge nur von Frauen deren Kind(er) und (unterhaltender) Mann sich dem naiven Glauben hingeben, sie seien im ersten Grade verwandt.

  58. @ caro, kristin, gĂŒni, madchiq, mirko, mĂŒllmann
    hallo, schaut doch mal wieder vorbei!
    (warum) bloggen “frauen” weniger?

    ich finde die möglichkeit gut, hier in einen austausch zu treten. in diesem sinne auch @rochus&dasteam: danke, dass du/ihr dieses blog betreibt und fĂŒr kontroverse artikel sorgt. wenngleich das (pro)feministische(!) genderblog namensmĂ€ĂŸig neutralitĂ€t suggeriert, kann hier vielleicht ein austausch von argumenten und perspektiven jenseits feministischer zugehörigkeit stattfinden, der uns bereichern kann.

    warum macht ihr (jetzt nicht mehr?) hier mit?

    und weil zuhören manchmal so schwer fĂ€llt, wer wĂŒrde mitmachen: am “frauentag” schreiben “frauen”, am “mĂ€nnertag” mĂ€nner. diese praxis ist zwar nicht besonders offen fĂŒr leute, denen andere themen zentral sind (.b. sexualitĂ€tsbezogen) aber ein anfang. wer ist dabei?

  59. Ja, warum bloggen Frauen weniger als MĂ€nner? Vielleicht weil sie arbeiten, studieren, den Haushalt machen, die Kinder erziehen… und weil sie deshalb schlichtweg keine Zeit haben, jeden Tag zu bloggen.
    Ja, ein bisschen ironisch ist das jetzt zwar von mir gemeint, aber vielleicht spielt der Zeitfaktor ja doch eine Rolle? Vielleicht sind Frauen tatsĂ€chlich mehr belastet als MĂ€nner und haben deshalb keine Zeit fĂŒr derartige “FreizeitaktivitĂ€ten”?
    Ehrlich gesagt, habe ich aber den Eindruck, dass sich diese Diskussion ĂŒber Frauentag und Frauenquoten im Kreis dreht. Beide Seiten (ich sag jetzt mal beide Seiten, weil hier ja doch eine ziemlich starke Polarisierung vorherrscht) haben mehrfach ihre Meinung dazu geĂ€ußert. Allerdings sieht es nicht so aus als dass sich die eine Seite noch von der anderen Seite ĂŒberzeugen lĂ€sst. Womit wir wieder bei der Anfangsfrage sind: Den Frauentag den Frauen lassen? Und hat das eine (Frauenquoten) ĂŒberhaupt was mit dem anderen (Frauentag) zu tun?

  60. Ja, warum bloggen Frauen weniger als MĂ€nner? Vielleicht weil sie arbeiten, studieren, den Haushalt machen, die Kinder erziehen
 und weil sie deshalb schlichtweg keine Zeit haben, jeden Tag zu bloggen.

    Und ein Klischee aus der Gegenrichtung: Es gibt einfach weniger Frauen als MĂ€nner, die sich hinreichend mit Computern und Internet auskennen und wissen, was ein Blog ist.

    Das ist bestimmt genauso wahr, wie die Aussage, dass Frauen mehr belastet sind und deswegen keine Zeit fĂŒrs Bloggen haben.

    Wer sagt eigentlich, dass Frauen weniger bloggen, als MĂ€nner? Ich zweifle diese Aussage massivst an.

  61. Hier http://www.ruhr-uni-bochum.de/.....ogging.htm die Homepage zum Projekt “Genderblogging: GeschlechterverhĂ€ltnisse in der BlogosphĂ€re” – und ein ausfĂŒhrlicher Beitrag von Cilja Harders und Franka Hesse http://www.femina-politica.de/.....bsHarders.

  62. @caro:
    danke fĂŒr deinen comment.

    Vielleicht weil sie arbeiten, studieren, den Haushalt machen, die Kinder erziehen
 und weil sie deshalb schlichtweg keine Zeit haben, jeden Tag zu bloggen.

    ja, bestimmt. mĂŒssen mĂ€nner aber sicher auch. es sei denn, die bloggER sind vielleicht vorrangig solo und finanziell gut gestellt, wĂ€hrend Ă€hnlich situierte frauen das bloggen den mĂ€nnern ĂŒberlassen? also ich persönlich habe letzte woche deutlich zu wenig fĂŒr die uni getan aufgrund des genderblogs. allerdings hat’s mir auch was “gebracht”, glaub ich :-)
    a

    ein bisschen ironisch ist das jetzt zwar von mir gemeint, aber vielleicht spielt der Zeitfaktor ja doch eine Rolle? Vielleicht sind Frauen tatsĂ€chlich mehr belastet als MĂ€nner und haben deshalb keine Zeit fĂŒr derartige “FreizeitaktivitĂ€ten”?

    kann auch sein. aber ich vermute mal, die bevorzugten freizeitaktivitĂ€ten sind nicht ganz geschlechtergerecht verteilt. dass es z.b. relativ wenige bekannte gitarristinnen gibt, liegt mMn eben zum grĂ¶ĂŸten teil auch daran, dass viel weniger mĂ€dchen und frauen gitarre lernen/studieren. zu schlussfolgern, dass mĂ€dchen keine zeit hĂ€tten und gleichzeitig die zuschauerzahlen von vorabendserien zu kennen, wĂŒrde sich mMn dann auch ausschließen :-) gut, das ist jetzt ebenso flapsig aber vielleicht auch ebenso offensichtlich?! und damit ich nicht falsch verstanden werde: ich finde es toll, wenn frauen und mĂ€nner versuchen, noch mehr mĂ€dchen mit dem saitenfieber anzustecken! aber eben nicht, indem sie einfach mal der hĂ€lfte ihrer gitarrenschĂŒler den vertrag kĂŒndigen und die andere hĂ€lfte zu höheren monatsbeitrĂ€gen verdonnern, damit die erhöhten werbungskosten fĂŒr die “neuen frauen” reinkommen! so, jetzt hör ich aber auch auf mit den simplifizierenden metaphern, versprochen.
    vielleicht noch eine frage, die ich nicht fordernd sondern fragend stelle, weil mich die antwort interessiert: f ĂŒ h l s t du dich hier im blog marginalisiert also “an den rand gedrĂ€ngt”? wenn ja, könntest du bitte beschreiben wodurch?

    @kristin, gĂŒni, madchiq, mirko, mĂŒllmann:
    schade, dass ihr euch nicht wieder meldet. ich weiss leider auch nicht, was euch hindert. schade finde ich auch, dass ich das wohl nie herausfinden werde. wenn ich mich an die wissenschaft halte, dann bekomme ich folgende antwort auf die frage: ihr seid der doppelten vergesellschaftung fette sekundÀrpatriarchale beute geworden!
    …hier eine argumentationsmöglichkeit dazu:

    @danilo & alle:
    danke fĂŒr den link! ich hatte nix halbwegs verlĂ€ssliches zu deutschen blogs gefunden…
    leider wird in den kurztexten keine weitergehende analyse möglicher grĂŒnde fĂŒr die empirischen daten gegeben. bis auf eine mutmaßung bzw. Ă€ußerung, die ich als mittlerweile typisch feministischen antiemanzipatorischen bias ziemlich satt habe. mir fĂ€llt nĂ€mlich öfter mal auf, dass in einschlĂ€gigen werken (ganz schlimm sind z.b. einige texte im “referenzwerk” fĂŒr genderstudierende “handbuch der frauen- und geschlechterforschung”) eine tendenz vorherrscht, frauen durch passive(re) sprachliche darstellung ihres handelns(!) (v.a. wenn es sich um “unerwĂŒnschtes”/”nichtfeministische”/”traditionelles” handeln geht) zu entmĂŒndigen und andererseits gesellschaftlich strukturalen krĂ€fte, die historisch bedingt in einem ehemals “mĂ€nnlichen” kontext entstanden, zu verdinglichen und ihnen wie auch oft “mĂ€nnern” eine aktive wirkmacht zusprechen, die diese nicht haben. manchmal habe ich das gefĂŒhl, dass feministen der letzten generation das verkörpern wovon feministinnen der ersten generation (nach heutigem gefĂŒhl zurecht empört) schrieben: sexistische sichtweisen, care abwerten, machtversessenheit oder -förmigkeit, (mit-)tĂ€terschaft bei ungleichbehandlungen, mĂ€nner seien die starken, frauen sie schwachen … und Ă€hnlichen kram. aber ich weiß selbst, wie schwer es manchmal ist, “selbst” zu denken, v.a. wenn dieses “selbst” gesellschaftlich mithergestellt ist….
    jedenfalls fÀllt mir keine sinnvolle positive interpretation des folgenden zitats von franka hesse ein:
    “Frauen scheinen an der Produktion und Gestaltung dieser neuen Öffentlichkeiten im Internet nicht b e t e i l i g t z u s e i n (vgl. Herring u.a. 2004a, Mortensen 2004). A n d r o z e n t r i s c h e S e l b s t v e r s t Ă€ r k u n g s e f f e k t e bei der Verlinkung der viel besuchten Blogs fĂŒhren zu einer Marginalisierung der Textproduktion von Frauen (vgl. Ratliff 2004).”
    “ratliff” selbst schreibt aber “Gender bias in the mainstream blogging community has been attributed to the subject matter that men write about (news, politics, technology) and the subject matter women write about (relationships, family, friends, cooking, knitting).”
    die bewertung, dass beziehungs- und reproduktionsarbeit eben nicht der “öffentlichen” arbeit gleichrangig sei, zieht die franka hesse also, nicht aber das bloglesende publikum! sie ist es, die care-work geringer bewertet als aufmerksamkeitskumulierende arbeit im öffentlichen raum. denn sie postuliert die einheit von “meistgelesener blog” und “öffentlichkeit”.
    wichtig ist doch eher, dass reproduktionsarbeit andere formen annimmt und braucht als politisch-öffenliche oder technische. z.b. macht es keinen sinn nur ĂŒber die eigenartigkeit meines computers zu sprechen, weil er ziemlich komplett ein massenprodukt ist, und ich bei ausreichend abstrakter darstellung eines problems oder einer lösung viel mehr menschen erreichen kann. kindererziehung dagegen ist mMn eine ungleich komplexere aufgabe, deren konkrete lösung meistens nicht in einem reset und der verĂ€nderung von bios-eintellungen liegt und auch als intimer empfunden wird. daher liegt es nahe (und im fall der politischen blogs unumgĂ€nglich!), dass einige blogs sehr abstrakt sind und viele leserInnen anzieht…

    zur “androzentrischen selbstverstĂ€rkung” bei ratliff, auf die sich hesse bezieht, konnte ich leider nichts konkreteres finden außer, dass eben die thematisch eher “politisch öffentlich” oder technisch zentrierten weblogs, die eher abstrakt und damit fĂŒr eine große masse an lesern interessant sind, besser besucht und untereinander verlinkt sind und damit fĂŒr frauen das bloggen schwieriger werde: “If the top weblogs are mostly men, and the weblogs they link to are also maintained by mostly men, it becomes difficult for women to enter the conversation.”
    ja, aber ist es denn fĂŒr die gesamtheit der mĂ€nner einfacher? und falls(!?) sich deutlich mehr mĂ€nnerblogs um diese abstrakt-öffentlichen themen drehen als frauenblogs, haben es dann nicht diese und damit die mehrzahl der “mĂ€nner” schwer, gehört zu werden? denn in den erlesenen kreis der untersuchten 10 meistgelesenen weblogs kommt ja nicht jeder mann – da kann er noch so’n patriarch sein…
    “It should be noted, also, that the majority of women linked to by these bloggers are politically conservative, so the findings are even more disappointing for feminists and other left-leaning voices.”
    dass in usa mĂ€nner (noch & etwas) mehr als frauen ĂŒber öffentlich-abstrakte themen schreiben, hat sicher seine ursprĂŒnge in (weißer us-amerikanischer mittelschichts-etc.-geschlechter) g e s c h i c h t e . das studienergebnis wundert mich nicht (vgl. z.b. deutsche geschlechter(verteilungs)verhĂ€ltnisse in politischen parteien) aber was beschrieben wird, sind doch keine androzentrischen prozesse:
    da steht nicht der amerikanische durchschnittsmann im mittelpunkt -ebensowenig wie hier im blog ebender deutsche- sondern (achtung: THESE) menschen besonderer milieuzugehörigkeit und lebensausrichtung. ja, da geht es subjektiv um anerkennung und austausch und gesellschaftlich um symbolische macht. nein, davon profitieren nicht nur mÀnner.
    ich sage damit NICHT, dass es nicht auch noch andere faktoren gibt, die mit geschlecht zu tun haben! und ich möchte auch nicht frauen einen vorwurf machen, dass sie sich (z.b. hier) zu wenig einbringen wĂŒrden. sie werden ihre grĂŒnde haben. mich interessieren diese grĂŒnde auch. und ich finde, dass wir die care-perspektiven und den “eigenen”/”persönlichen” perspektiven von menschen , und eben noch v.a. frauen, mehr aufmerksamkeit schenken sollten!
    ĂŒbrigens hab ich keine aussage bei den autorinnen darĂŒber gefunden, dass (und wenn warum) mĂ€nner der best-of-blogs ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig frauenblogs n i c h t verlinken im vergleich zu von mĂ€nnern gemachten blogs (bei adĂ€quater “verlinkungsinteressantheit” wie vielleicht thematisch, qualitativ und in den leserzahlen “gleichwertigen” blogs) – aber ich hatte auch nur kurzfassungen…

    worum es mir aber eigentlich geht: dass nicht zum 4millionstenmal aus der verzerrten wahrnehmung einer gesellschaftlichen praxis eine schuldzuweisung an ein geschlecht entsteht. das ist fĂŒr mich leider typisch feminismus. und deshalb bin ich wohl teil dessen, was flashbackige backlash-feministen noch immer denunzieren.
    denn die oben erhobenen daten anders gewendet, nur eine mögliche andere lesart:
    eine unmenge “mĂ€nner” setzt sich in ihrer freizeit, anstatt sich auszuruhen oder nett mit anderen zu plaudern (was sie vielleicht anstrengend und gar nicht nur nett finden könnten), vor den augen- und rĂŒckenschĂ€digenden computer, damit “mann” vielleicht in die top 100 der blogger aufgenommen wird (auch fraglich, ob das wohl stimmt???!). nebenbei verrichten sie einen großteil der (staatspolitisch und alltagstechnologisch) gesellschaftlich notwendigen kommunikationsarbeit – und lernen ebenso nebenbei, sich zu instrumentalisieren fĂŒr den blog (ich habs jetzt z.b. schon wieder ganz schön spĂ€t und werde keine 7 h schlaf haben). “frauen” tauschen sich in der zeit (angeblich) eher(!) ĂŒber kochrezepte und kindererziehung aus, in kleineren aber (THESE:) sicher ebenso vernetzten kreisen. und vielleicht, wieder these, lokaler. worauf ich hinaus will: wahrscheinlich geht “sie” mit deutlich psychostabilisierenderem ergebnis an den rechner als “er”, tauscht sich ĂŒber persönliche probleme aus, trifft sich vielleicht sogar mit einer zum kochen.
    wie nett und (versucht!) objektiv ist es jetzt, “den mĂ€nnern” ĂŒber konstruktionen wie “androzentrische selbstverstĂ€rkung”, vielleicht in tateinheit mit angewendeter renditeforderung als mitaktionĂ€r “hegemonialer mĂ€nnlichkeit”, eine machtposition ĂŒber frauen und vielleicht noch deren aktive verdrĂ€ngung vorzuwerfen? der mann, der da noch mitmacht, tut mir leid. jemand, der so etwas postuliert und so begrĂŒndet (siehe oben), hat doch einen leicht schrĂ€gen
    blick, oder?
    ach ĂŒbrigens, franka hesse schreibt auch (ebd.s.64):

    “Aus gleichstellungspolitischer Perspektive ist besonders der hohe Frauenanteil unter den Weblog-Autor/-innen von Interesse.(…)FĂŒr die deutsche BlogosphĂ€re ist ein hoher Frauenanteil (weiblich 66,1 %, mĂ€nnlich 33,9 %), zu konstatieren, der auf die große Zahl bloggender Teenager zurĂŒckzufĂŒhren ist, wĂ€hrend bei den erwachsenen Autor/-innen das GeschlechterverhĂ€ltnis annĂ€hernd paritĂ€tisch ist.”
    kein interesse an den sehr deutlich wenigen mÀnnlichen bloggenden teenies.
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    die Ă€hnlichkeit mit z.b. quotenfragen ist mMn deutlich. siehe kommentar von tobias. und wer am frauentag schweigen will, kann das natĂŒrlich tun. schön wĂ€re, wenn er/sie am mĂ€nnertag auch was zu “mĂ€nnern” zu sagen hĂ€tte – jenseits negativer zuschreibungen.
    eine wichtige frage ist sicher auch, warum sich so wenig frauen (partei-)politisch engagieren. eine antwort ist vielleicht: ein nicht unerheblicher teil der weiblichen intellektuellen (quasi das pendant zum durchschnittlichen mĂ€nnlichen politikengagierten neueren jahrgangs) verstellt sich selbst durch einseitige feministische interpretationen den weg zu anderen, zu mehrheiten, zur “patriarchalen” macht – wobei eine heroische attitĂŒde dabei wohl kaum noch angebracht ist.

    netzpolitische schlussfolgerung fĂŒr mich:
    ich werde mich hier deutlich seltener melden und wenig links legen, um diesem blog nicht allzuviel symbolische macht als mittĂ€ter zu schenken. dafĂŒr ist mir der fem’ismus-bias zu groß und dafĂŒr wiederum die feministisch “weibliche” beteiligung zu gering. und ich werde mich mehr um wohltuende entspannung kĂŒmmern ;-)
    dennoch (bis auf den vereinnahmenden namen): schön, dass es “genderblog” gibt!

    noch zwei zitate zweier von ratliffs interviewter:

    “Ooooh, well, I’m not a famous member of the bloggyworld. Sure, I would love
    to have more people read my blog and send me comments. I think if I keep
    doing what I’m doing–writing about stuff I care about and know about–that
    people who are interested in my stuff will find me. I don’t aspire to be an
    “A-list blogger”–my impression is that those guys spend much more time than
    I have to spare. I have a real life going on in the background here.
    Metaphorically–a real concert pianist plays 6+ hours per day. Great, we all
    love to listen to that pianist, and I love to read those glorious A-list
    bloggers. But…by practicing an hour or two a day, I can play pieces I enjoy, please all my friends, and have a good time. That’s the kind of blogging I aspire to.”

    “Most of the well-known A- and even B- listers don’t impress me that much. The
    spats, hurt feelings and self-importance are a turn-off. I believe it is possible to become better known by doing three things, none of which I am willing to do: (1) read a lot of other journals, comment, and add them to a blogroll (2) write about the same things these folks are covering, and link to their posts and (3) write about controversial, political, and technical subjects, a sort of pretend journalism. The first two are the most important.”

  63. [...] stehen können. Als Beispiele fĂŒr intensiv gefĂŒhrte Diskussionen bietet sich die Durchsicht der Kommentare zum Frauentag im Genderblog oder die Diskussion zum Artikel “Die perfekte Partnerin” im [...]

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