Kompetenz in Sachen Gender Mainstreaming?
Das GenderKompetenzZentrum will Kritik am Konzept öffentlich diskutieren
Das Berliner GenderKompetenzZentrum lädt für den 5. Februar zu einer Veranstaltung unter dem Titel Gender Mainstreaming – eine Klasse für sich? Die Debatte in den Medien um Gender Mainstreaming zwischen Furcht, Feminismus und neuer F-Klasse ein.
Die Ankündigung nimmt explizit ebenso auf verschiedene negative Artikel zum Konzept des Gender Mainstreaming Bezug wie auf Eva Herman und ihr unsägliches Eva-Prinzip sowie Thea Dorns Buch Die neue F-Klasse. Offensichtlich ist auch nicht geplant, einen Vortrag zu halten, sondern eine “offene Debatte” zum Thema zu ermöglichen. Ob das funktioniert? Ich bin gespannt.
Beginn ist um 18 Uhr an der Humboldt Universität in Berlin, Hauptgebäude (Unter den Linden 6), Raum 2103.
Aus der Ankündigung:
Im Wochenmagazin „Der Spiegel“ erschien Anfang 2007 ein Beitrag über den „Neuen Menschen“; in der FAZ und anderen Blättern wird ebenfalls über GM geschrieben. „Gender Mainstreaming“ gilt dort als bürokratisches Umerziehungsprogramm radikaler Identitätszerstörung und unerwünschter Eingriff in die Privatsphäre.
Dies ist Teil einer Debatte um Frauen- und Gleichstellungspolitik, die im letzten Jahr an Dynamik gewonnen hat: Eva Herman rief die Frauen zu obsessiver Mutterschaft am häuslichen Herd auf, Thea Dorn präsentierte die „neue F-Klasse“ und „Die ZEIT“ den neuen Feminismus – und nun werden Geschlechterforschung und Gender Mainstreaming in rasselnden Rundumschlägen diffamiert und deren Abschaffung gefordert.
Wir wollen die Bilder und Stereotype diskutieren, die hier aufgerufen werden. Was für Thesen werden hier aufgestellt, was steckt hinter Vereinfachungen und wie können Gleichstellungsakteure auf derartige Angriffe reagieren? Haben wir es mit einem Vermittlungsproblem zu tun oder sehen wir eine politische Bewegung gegen gleichstellungspolitische Anliegen? Wie sind diese Dinge historisch einzuordnen und theoretisch zu greifen? Wir laden Sie nicht zu einem Vortrag, sondern zu einer offenen Debatte darüber mit dem Team des GenderKompetenzZentrums ein.

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Klingt interessant, wird das irgendwo, von irgendwem gebloggt?
Ich kann wohl leider nicht. Jemand anderes?
Auf der Seite des GenderKompetenzZentrums gibt es einen kurzen Bericht zur Veranstaltung, ein weiterer ist dort verlinkt:
http://db.genderkompetenz.info.....70205glhu/
Thema war auch die Kooperation zwischen politischer Frauen- und Männerarbeit sowie der verstärkte Einbezug von Männern in gleichstellungspolitische Arbeit. Schließlich hätten hier die Gender Studies eine Rolle zu spielen.
schön, das da zu lesen. weiter so! dabei sollte aber eine reflexive herrschaftskritik nicht fehlen.
konkrete vorschläge:
- aufgabe der rezeptionsblockade nichtfeministischer gender-/männerforschung
- politikberatung, die auf änderung des männerdiskriminierenden gleichstellungsdurchsetzungsgesetzes abzielt
- als vorreiterin stellt sich das gkz eine vorübergehenden, nicht männerdiskriminierenden gleichstellungsdurchsetzungsselbstverpflichtung, achtet auf den anteil der männer (anzustreben 50%) und fördert dies aktiv und nahhaltig wie auch durch “genderbudgeting“ (i.s.v. ‘sex-budgeting’) (auch in bezug auf einbezogene dritte)
- eine zu gleichen anteilen aus frauen und männern (plus sich nicht-eindeutig-zuordnen-wollende) bestehende kommission untersucht & diskutiert den grad geschlechtsbezogener diskriminierung (als erstes von männern) in der arbeit des gkz (50 % des anteils der veranstaltungen, bearbeiteten themen, aufträge zur politikberatung etc. für männer[-themen]) und macht für das gkz verbindliche vorgaben, erstellt einen “anti-biasing-entwicklungsplan“ und achtet auf deren umsetzung
- das gkz widmet sich (bis zur selbstauflösung der kommision aufgrund fehlender existenzberechtigung) alle 2 jahre den thematischen
schwerpunkten: zukunftsteilhabe von männern, grenzen und kritik bisher favorisierter theoretischer zugänge und methoden
was haltet ihr davon? kritik? weitere ideen?