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Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Was 2006 liegen blieb (III)

 Rochus Wolff   4. Januar 2007
 Allgemeines

(Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2)

Thea Dorn, Feministin (vielleicht)

Neben der seltsamen Ex-Tagesschausprecherin mit ihrem sehr seltsamen Buch war es im vergangenen Jahr vor allem Thea Dorns Buch Die neue F-Klasse (hier im Genderblog-aStore zu finden), das den Feminismus auch in die Mainstream-Medien brachte.

So gab es eine Weile Thea Dorn (und Buchauszüge) auf allen Kanälen, und obwohl sie im Interview mit der taz auf die Frage “Sind Sie Feministin?” mit “Jein” antwortete (und dabei vielleicht am ehesten eine gemäßigte Form von Individualfeminismus vertrat), wurde sie in der Emma und anderswo erfreut als Vertreterin eines neuen Feminismus begrüßt.

Ali G und der Feminismus

Daß Sacha Baron Cohen zumindest in Form seiner (Alter Egos?) Kunstfiguren Ali G und Borat alle Political Correctness in den Wind schießt, ist nach den Kontroversen um den Film Borat – unter anderem auch wegen des in der Tat etwas seltsamen Gesprächs (Video) mit (allerdings auch sehr humorlos erscheinenden) Vertreterinnen der Veteran Feminists of America – sicher nichts Neues. Zu besichtigen ist seine Vorgehensweise auch in diesem schon etwas älteren Interview, das “Ali G” zum Thema Feminismus führte:

(Direktlink)

Stillende Väter

Etwas absurd und vor allem aber wohl ein elaborierter Fake ist der kleine Film Milk Men über laktierende und stillende Väter. Oder ist es doch ernstzunehmen, wie der Text “Milkmen: Fathers Who Breastfeed” von Laura Shanley suggeriert?

Männermacht

Ein Sonderpreis für den widerwärtigsten Sexismus bei Spitzenpolitikern könnte für das vergangene Jahr vielleicht an Wladimir Putin vergeben werden, der sich zu den Vorwürfen gegen Mosche Katsav, der der sexuellen Belästigung beschuldigt wird, mit den Worten geäußert haben soll:

Er hat sich als starker Mann erwiesen. Zehn Frauen hat er vergewaltigt. Das hätte ich nie von ihm erwartet. Wir sind alle neidisch.

Von Seiten des Kreml aus wurde zwar abgewiegelt, es habe sich um einen offensichtlich mißverstandenen Scherz gehandelt; es darf aber schon gefragt werden, ob man einen Mann, der solche Äußerungen als scherzhaft empfindet, an der Spitze einer Atommacht sehen möchte.

(Ende des Hausputzes.)

 
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