Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Stoiber und die Frauen (Reprise)

 Rochus Wolff   4. Januar 2007
 Geschlechterpolitik, Politik

Es war ja im Übrigen nur eine Frage der Zeit, bis die derzeitige Debatte um Edmund Stoibers politische Zukunft (und sein Verhalten bzw. das seiner Untergebenen gegenüber der Fürther Landrätin Gabriele Pauli) auch auf die Geschlechterfrage bezogen würde:

Pauli warf Stoiber zudem vor, er habe ein Defizit im Umgang mit Frauen. “Ich denke, ich wäre eher zu einem Gesprächstermin mit Stoiber gekommen, wenn er nicht manchmal ein Problem hätte, mit Frauen in der Politik umzugehen”, sagte sie. Das sehe man auch an seinem Verhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). “Männer, die noch ein klassisches Rollenbild haben, können oft nicht verstehen, dass Frauen auf gleicher Ebene mit gleicher Kompetenz mitreden”, sagte Pauli.

Daß Edmund Stoiber, der einiges an Aufmerksamkeit dafür bekam, daß er seine Frau (und immer noch ist nicht geklärt, warum, und was er sich dabei denkt) allen Ernstes “Muschi” nennt, auch mit der Geschlechter, äh, politik Schwierigkeiten hat, ist ja nun auch nichts Neues. Geschlecht oder ähnliches halt.

(Direktstoiber)

 
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6 Kommentare

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  1. er nennt sie muschi – und???

  2. Na, was Herr Stoiber privat macht, ist natürlich wurscht – wenn’s seiner Frau gefällt, soll’s mir recht sein. Für die Öffentlichkeit erscheint mir das allerdings doch etwas herabwürdigend. Nicht?

  3. da bin ich aber auf die quelle gespannt, in der der ede seine frau öffentlich muschi nennt. dann noch nachzuweisen, er habe zum zeitpunkt der fraglichen äusserung um die doppeldeutigkeit des wortes gewusst, ist doch schier unmöglich und eben auch kaum glaubhaft zu machen!
    bleibt für mich denn auch nur der -nicht haltbare- vorwurf einer (möglicherweise sexistischen) beleidigung bzw. herabwürdigung seiner frau.
    bekackte projektionen …

  4. Die Deutsche Leitkultur braucht alle seine Buchstaben.
    Die Deutsche Leitkultur braucht seine Klarheit.
    Die Deutsche Leitkultur wird ihren Held retten.

  5. @tee: Zumindest für die Äußerungen gibt es Quellen: Zeit, Telepolis, Stern.

    Und nicht um die Doppeldeutigkeit zu wissen, wäre für einen Politiker in seiner Position doch eher traurig. (Aber natürlich möglich. Stoiber ist ja eben nicht für sein intimes Verhältnis zur deutschen Sprache bekannt.)

  6. ehrlich getippt: schlechte quellen.
    noch ehrlicher: zeit und stern gar keine. (wen wundert’s)
    und im artikel bei heise leider auch nichts konkretes zu finden. also wahlkampf, aha. nun gut, will ich mal nicht so drauf rumhacken, anzunehmen war ja sowieso, es ist ihm bei irgendsoeinem bierseligen interview rausgerutscht.
    und wenn es heutzutage zu den referenzen eines/einer berufspolitiker/in zählen sollte, um die doppeldeutigkeit des begriffs “muschi” zu wissen, ist es ja noch schlimmer als ich dachte.

    vielleicht kramt es ja in diesem jahr nochmal jemand hervor, “… warum, und was er sich dabei denkt”.

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