Was 2006 liegen blieb (II)
(Fortsetzung von Teil 1)
Genderform, Genderlabel
Bei Kreative Korporation kann mensch sich in einem schier endlosen Formular ein “Genderlabel” erstellen lassen und auf die eigene Homepage pappen, wenn mensch mag – einfach die schier endlosen Variationen von sexueller Selbstbeschreibung, Identität und Lustwelt durchgehen, ankreuzen oder eigene Varianten hinzufügen und dann auf den Button Label yourself klicken. Und wer sich als parthenogene charakterisieren würde, bitte melden: Jungfrauengeburt interessiert mich immer.
Von Philosophie bis Evolution
Die Schweizer Weltwoche ist immer wieder für einen gender-relevanten Artikel gut und stellt vieles glücklicherweise online zur Verfügung, ist sie doch in Deutschland nur mühevoll (oder im Abonnement) aufzufinden. Paola jedenfalls wies vor einiger Zeit auf zwei Artikel hin, zum einen “Die Frau also ist nicht” von Julian Schütt und David Signer über Frauenbilder in der “abendländischen Philosophie” sowie das Interview “Es beginnt bereits im Kindergarten” von Franziska K. Müller mit dem Wiener Evolutionsbiologen Karl Grammer über Gesetze der Partnerwahl.
Und wenn man dort auf der Seite gerade herumliest, interessiert vielleicht noch ein Artikel darüber, wie Frauen ihre Brüste wahrnehmen oder darüber, wie es auf dem Weltkongress für Matriarchatsstudien war.
Wir brauchen einen neuen Feminismus
Eine größere Ankündigung als diese hätte seinerzeit der Zeit-Titel “Wir brauchen einen neuen Feminismus” verdient gehabt. Wobei der Titel in den Texten nur bedingt eingelöst bzw. dies tatsächlich eingefordert wird.
Was geht unter den Kopftüchern vor?
Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat für eine Studie mal mit den Frauen gesprochen, die Kopftuch tragen.
Viele muslimische Frauen entscheiden sich auch in Deutschland aus unterschiedlichen Gründen freiwillig für das Kopftuch. Die Motive dieser Frauen zu ergründen und ihren gesellschaftlichen und politischen Einstellungen nachzuspüren, ist die Zielsetzung dieser Studie.
Ich sollte die Studie (kostenlos als Download) endlich einmal lesen, und anscheinend nicht nur ich.
Kulturkampf um Emergency Contraception
Den kleinen Kulturkampf, der sich im vergangenen Oktober in US-amerikanischen Weblogs um Emergency Contraception (hier wohl insbes. “die Pille danach”) entlud, kann man kaum zusammenfassen: wen’s interessiert, die mag sich vielleicht selber durch die zahlreichen Einträge (und vor allem die Kommentare zu den Einträgen) wühlen. Ein guter Einstiegspunkt ist dieser Beitrag bei Feministe, von wo aus es rasch zu den eigentlichen Problemen bei Biting Beaver geht.
Konkrete Reaktionen gibt es dort etwa hier, hier, hier und hier. Jede Menge Lesestoff.
(Wird fortgesetzt.)
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