Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

Model vs. Photographer

 Rochus Wolff   14. Dezember 2006
 Kunst

Der Photograph Terry Donovan, der anscheinend vor allem Photos leicht- und gar nicht bekleideter Frauen macht, hat ein interessantes Nebenprojekt zu bieten: Model vs. Photographer. Für diese Photoserie hat er sich selbst in den Posen abgebildet, die er seine Models zuvor einnehmen ließ.

Die Ergebnisse sind stellenweise sehr komisch und sprechen Bände darüber, welche Körperhaltungen für Frauen und Männer jeweils als akzeptabel bzw. unpassend gelten. Donovan hat sich inzwischen auch über den Produktionsprozeß Gedanken gemacht:

One of the most accurate criticisms of this particular series (besides the fact that quite a few of the shots are just plain bad examples of photography) is the fact that I really still had control over the shoot – in other words I never actually made myself as vulnerable as the model. The next gallery, Model’s Revenge, is meant to overcome that objection because she had no limits as to what she could ask me to do. And I, much to my eternal embarrassment, agreed to do whatever shots she asked.

Ob so allerdings die Machtverhältnisse tatsächlich umgedreht werden, erscheint mir doch mehr als fraglich, denn diese Aufnahmen dürften ja doch allgemein eher als Experiment und leicht bizarre Spielerei wahrgenommen werden – sie werden aber sicher nicht in gleichem Maße zu Gebrauchsgütern und alltäglichen Bilderwelten wie die Aktdarstellungen von weiblichen Körpern, wie sie Donovan und andere Photographen regelmäßig erstellen.

Zudem ist Donovan eben kein Model, d.h. die jahrelange Körperarbeit, Selbstdisziplin und -formung, die bei Models den einzelnen Photographien immer vorausgeht, findet sich an und in seinem Körper nicht wieder. Dadurch kann aber auch das Machtverhältnis im Produktionsprozeß der Photographien immer nur unvollständig umgekehrt werden.

 
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Ein Kommentar

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  1. mh, am augenfaelligsten finde ich den unterschied im gesichtsausdruck, ansonsten kann ich nicht finden, dass die koerperhaltungen durch die genderkonnotierung so unterschiedlich wirken, jedefalls nicht auf mich

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