Genderblog

Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman)

 

CFP Scheitern. Geschlechterordnungen und kritische Potentiale des Bildes

 Rochus Wolff   1. August 2005
 Calls for Papers

Call for Papers für den Workshop Scheitern. Geschlechterordnungen und kritische Potentiale des Bildes (23./24. Juni 2006, Institut für Kunstgeschichte, Universität Leipzig).

Bilder werden einer Kritik unterzogen, weil sie als Instrumente der Durchsetzung und Sicherung bestimmter Machtpositionen fungieren. Zweifellos ist eine solche Bildkritik wichtig. Der Workshop möchte diese Perspektive jedoch auf eine bestimmte Weise umkehren. Er soll weniger einer „Kritik des Bildes“ nachgehen, als vielmehr die impliziten „kritischen Möglichkeiten des Bildes“ beleuchten. Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung soll dabei auf Beispielen liegen, die sich mit Problematiken von Geschlechterrollen und Identität befassen. Denn geht man davon aus, dass Bilder eine besondere Rolle bei der Erzeugung von Subjekten spielen, gilt es folgendes zu prüfen: Sind den Bildern selbst kritische Potentiale inhärent, die von den Absichten der Produzenten oder der kulturell dominierenden Deutung unabhängig sind?

Das Scheitern einer Ordnung der Geschlechter sowie des Bildes wird dabei zu einem interessanten Gegenstand der Untersuchung. Denn Scheitern ist nur im Hinblick auf eine Norm möglich. Die Diskrepanz zwischen dem Ideal und der aktuellen Realisierung löst das aus, was man als „produktive Krise“ bezeichnen könnte. Aber welche strategischen, strukturellen oder ästhetischen Potentiale bringt das Medium Bild mit sich, um eine Kritik an dem zu üben, was das Bild eigentlich zur Anschauung bringen sollte? Wo liegen die Brüche zwischen Intention und der Eigendynamik des Mediums? Wie sind diese Potentiale für eine Kritik an Geschlechterordnungen und Machtbeziehungen nutzbar?

Wird das Bild in einen Zusammenhang mit medialen, intentionalen, institutionellen, produktionsästhetischen und apparativen Aspekten gestellt, deutet sich die Vielzahl möglicher Untersuchungsebenen an. Die Fragestellung lässt sich weder auf ein bestimmtes Bildmedium noch auf bestimmte Nutzungszusammenhänge einschränken. Aus diesem Grund sind Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Disziplinen (Kunstgeschichte, Bild-, Kultur- und Politikwissenschaften, Gender Studies, Geschichte etc.) angesprochen, Vorschläge für ein ca. 15- bis 20minütiges Referat einzusenden.

Abstracts (max. 500 Worte) bitte als Email-Attachment (MS Word) an die folgende Adresse senden: divers@rz.uni-leipzig.de (Ansprechpartner: Marcel Finke M.A.); Einsendeschluss ist der 1. September 2005.

Der Workshop ist eine Veranstaltung des HWP-Projektes Diversität – Geschlechterordnungen – Machtbeziehungen am Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig.

Organisation: Prof. Dr. Barbara Lange, Marcel Finke M.A.

 
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