Hartz und Gender
Das GenderKompetenzZentrum lädt zu seiner nächsten Gender Lecture ein: Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf spricht am Montag, den 20. Juni 2005, ab 18 Uhr zum Thema Hartz und Gender – oder geht es doch noch immer um patriarchale Herrschaft?
Ort des Geschehens ist das Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin, Raum 2103.
Dringende Standardlektüre zu diesem Thema ist im übrigen Heide Oestreichs Artikel Familienbild mit Hartz aus der taz vom 10. August letzten Jahres.
“Hartz bringt neue Chancen für Frauen”, resümiert ein Papier der SPD-Fraktion die von ihr auf den Weg gebrachten Neuerungen. Dem kann man mühelos beipflichten, wenn man das Wort Chancen einfach ein bisschen umdefiniert: Chancen auf Minijobs, Chancen auf Billigjobs, Chancen auf Familienarbeit. Von gleichen Chancen für Frauen und Männer kann bei diesem Gesetz niemand ernsthaft reden. Gender Mainstreaming war mal die Maxime dieser Regierung: Die unterschiedlichen Lebenslagen von Frauen und Männern sollten bei allen Gesetzesvorhaben beachtet werden. Genau das hat man beim Hartz-Gesetz versäumt. Anstatt das Prinzip anzuwenden haben die Autoren ganz unten unter ihr Gesetz geschrieben: “Dieses Gesetz berücksichtigt die Prinzipien des Gender Mainstreaming.”
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Die unten angefügte Angabe in Oestreichs Artikel erinnert mich stark an die Fußnote “Dieser Text meint auch die weibliche Form mit, auch wenn nur der Maskulinum verwendet wird”. Höfliche Floskel, aber hohl.
Der Vortrag wurde kurzfristig abgesagt und wird am 7. November nachgeholt. Weitere Infos hier.