Andrea Dworkin (1946-2005)
Wie Reuters und nun auch einige Zeitungen berichten, ist die amerikanische Feministin Andrea Dworkin am vergangenen Samstag im Alter von nur 58 Jahren gestorben.
Dworkins Arbeiten beschäftigten sich vor allem mit Pornographie und Gewalt gegen Frauen; der Einfluß, den die radikale feministische Aktivistin auf die Diskussionen in diesen Gebieten hatte, kann kaum zu hoch eingeschätzt werden. Gloria Steinem, so ein vielverbreitetes Zitat, soll über sie gesagt haben: Every century there are a handful of writers who help change the world. Andrea is one of them.
Der Independent erinnert mit einem Portrait an sie; ein weiteres Kurzportrait sowie eine Biobibliographie finden sich bei stopfamilyviolence.org, und The Guardian würdigt Dworkin mit gleich drei Artikeln.
Sie wird fehlen.
Update: Geekery Today hat in drei Postings zahlreiche Links zu Dworkin versammelt, und auch CultureCat hat ein paar Verweise.
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Bei aller Anerkennung für die Leistungen von Andrea Dworkin: ihre Einstellung zu Pornographie und SM ist sehr zweifelhaft, und ihre Allianz mit ultrakonservativen Kreisen sicherlich kein Zufall. Ich habe ja nichts dagegen, sich kritisch und analytisch mit solchen Phänomenen zu beschäftigen, aber Sex-Arbeitern jegliche Selbstbestimmungsmöglichkeit bei der Wahl ihres Berufes abzusprechen hat nicht mehr viel mit der Befreiung der Frauen (“My body, my choice!”) zu tun, und die generelle Lustfeindlichkeit wirkt auf viele abschreckend und hat der feministischen Bewegung sicherlich auch sehr geschadet. Ähnliches gilt sicherlich für unsere deutsche Dworkin, Alice Schwarzer, und ihre unreflektierte PorNO-Kampagne.
Mir fehlt sie bestimmt nicht, als ich von ihrem Abgabg gelesen hab, hab ich mich erst wieder an die erinnert. Hatt s echt total vergessen, so unwichtig war sie vorher. Der Satz der im Nachruf zitiert wurde, jede Penetration ist eine Vergewaltigung! Au weh. Es gibt keinen Grund um so ne Schreiberin zu trauern, im Gegenteil. Ihren schriftlichen Nachlass empfehle ich der grünen Tonne, da gehört er hin.
@miss verständnis
es scheint, dass du noch kein buch von andrea dworkin wirklich aufmerksam gelesen hast. anders kann man deinen kommentar nicht erklären.
andrea dworkin hat pornographie sehr treffend analysiert und charakterisiert.
im großen und ganzen ist pornographie die “sexualization of inequality between men and women”…männliche lust und vorlieben, männliche dominanz werden einseitig zur standardnorm erhoben …in endloser wiederholung reproduziert die meiste pornographie die sexistischen stereotype (…wie zb von der sich “gerne dem manne und seinen sexuellen bedürfnissen unterordnenden” frau als willenloses objekt..) und beeinflusst somit die sexuellen fantasien und strategien ganzer generationen von männern (und zwangsläufig auch vieler frauen…)….genau genommen könnte man sagen, dass genau dies die von pornographie ausgehende zementierung von sexueller unfreiheit und fantasielosigkeit ist. mit dem tarnmäntelchen angeblicher sexueller befreiung und entfaltung….
sexuelle praktiken wie bj und anal dominieren mittlerweile sehr viele pornos..also praktiken die in erster linie für männer befriedigend sind..was vor allem gezeigt wird,ist, wie frauen männer zu stimulieren und zu bedienen haben..weibliche lusterfüllung ist meist keine erforderliche “aufgabe”..im gegenteil es wird kontinuierlich suggeriert dass den frauen die lustbefriedigung des partners sowieso ausreicht…
so gesehen sind die meisten pornos eigentlich spießig und konservativ,weil sie -absichtlich oder nicht ist egal, vom effekt her auf jeden fall- das machtgefälle und die ungleichheit zwischen den geschlechtern verfestigen (helfen).
die werte der pornographie spiegeln die werte der gesellschaft wider -in schonungslosester ehrlichkeit- und pornographie beeinflusst wiederum auf wechselwirkende art die gesellschaft und das verhältnis der geschlechter zueinander.
“sexuelle praktiken wie bj und anal dominieren mittlerweile sehr viele pornos..” (Zitat von goa)
Was ist denn bj ??