Danke, Angie!
Posted in: 8. März 2007, Politik
Bundestagswahl 2005: Zum ersten Mal wird in Deutschland eine Frau als Kanzlerkandidatin vorgeschlagen – ausgerechnet von der CDU. Sollte ich nun die CDU wählen, nur weil sie eine KanzlerkandidatIN hat? Kann eine Frau überhaupt die Interessen von Frauen in der Politik besser vertreten? Für mich war es eine schwierige Entscheidung. Aus ideologischen Gründen habe ich mich aber letztendlich gegen ein Kreuz bei der CDU entschieden.
Heute muss ich zugeben sehr glücklich darüber zu sein, dass die Mehrheit der deutschen Frauen und Männer anders entschieden hat. Die Wahl führte bekanntlich zu einer knappen Mehrheit für die CDU, aber zu einem großen Erfolg für Angela Merkel. Sie wurde erste deutsche Bundeskanzlerin.
Trotz anfänglicher Skepsis und reichlich Kritik von allen Seiten, kann nun nach fast 1½ Jahren Regierungszeit gesagt werden: Angie, Du machst Deinen Job gut! Ohne Handtasche, rosa Bluse und emotionale Momente. Sondern pragmatisch, rational, ehrgeizig, willensstark und durchsetzungsfähig. Angela Merkel hat überrascht. Sie hat Stereotype abgebaut. Sie hat gezeigt, dass Frauen sich in der Politik mindestens genauso gut durchsetzen können wie Männer. Sie hat es geschafft, dass ihre weiblichen – und vor allem ihre männlichen – Kollegen sie respektieren und schätzen. Sie hat Maßstäbe gesetzt für die Zukunft. Auf einmal sind Frauen in der Politik selbstverständlich und erwünscht.
Nicht vergessen werden sollte aber auch, dass es neben Angela Merkel noch weitere fünf Frauen im derzeitigen Bundeskabinett gibt. Besonders um Ursula von der Leyen ist es in den letzten Monaten immer lauter geworden. Dank Debatten um das neue Elterngeld und den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen war Ursula von der Leyen wohl mit Abstand die Ministerin mit der größten Medienpräsenz. Mit ihren neofeministischen Ansichten hat die CDU-Familienministerin fast noch mehr überrascht als die Kanzlerin selbst. Für Ursula von der Leyen bedeutet Familienpolitik vor allem Gleichstellungspolitik. Mit ihren Forderungen nach mehr erwerbstätigen Müttern und mehr Vätern, die sich um die Kindererziehung kümmern, hat sie ihre Partei gespalten und gleichzeitig Mitglieder anderer Parteien auf ihre Seite gezogen. Sie hat es geschafft, parteipolitische und ideologische Grenzen zu überwinden. Sie hat den „konservativen Herren“ in ihrer Partei gezeigt, wo es lang geht. Sie hat deutlich gemacht, dass die Zeit der männlichen Alphatiere vorbei ist: Frauen wollen nun die Hälfte der Macht. Den nötigen Rückhalt bekommt Ursula von der Leyen vor allem von der Bundeskanzlerin. Ein bisschen Feminismus ist also auch bei Angela Merkel zu finden.
Insgesamt ziehe ich hiermit ein eindeutig positives Fazit für Frauen in der Politik. In Deutschland hat sich einiges bewegt. Macht weiter so! Dann werde ich mich vielleicht 2009 auch für die CDU entscheiden. Weil sie nämlich starke Frauen hat.
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